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Zucker

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Zucker
Zucker ist nicht gleich Zucker.

Dieser Artikel stellt verschiedene Zucker-Arten und deren gesundheitlichen Aspekte und Risiken vor.

Inhaltsverzeichnis

Zucker und Kohlehydrate

Kohlehydrat-haltige Getreidearten

Zucker ist im herkömmlichen Sprachgebrauch eher ein Begriff für den Kristallzucker: die Art Kohlehydrate, die der Körper eigentlich gar nicht braucht. Im weiteren Sinne umfasst "Zucker" die süßenden Grundbausteine der pflanzlichen Zuckerlieferanten. In der Lebensmittel-Kennzeichnung sind Zuckerzusätze auch an der Endung "-ose" oder "-dextrin" zu erkennen (Beispiele: Saccharose, Dextrose, Maltose).

Kohlehydrate ist der Überbegriff der Gruppe von Nährstoffen, die vom Körper zur kurzfristigen Energiegewinnung benötigt werden. Kohlehydrate bestehen aus unterschiedlich langen Ketten einzelner Zucker-Moleküle (Einfachzucker), die der Körper zu den verwertbaren Einzelmolekülen abbauen kann. Kohlehydrate finden sich auch in nicht-süßenden Nahrungsmitteln, wie Getreide, Mais oder Kartoffeln (mehr und genaueres dazu z.B. auf Wikipedia).

Zucker-Arten

Glucose

Glucose (zu deutsch Traubenzucker oder Dextrose) kommt in Früchten (z.B. Datteln, Feigen), Honig oder Ahornsirup vor, zum Teil auch in Kombination mit Fructose in anderen Süßungsmitteln wie Agaven-Dicksaft.

Als Einfachzucker kann Glucose schnell vom Körper aufgenommen und unmittelbar verwertet werden. Daher ist er das Rettungsmittel der Wahl bei Unterzuckerungs-Symptomen von Diabetikern, ebenso wie bei Müdigkeit und nachlassender Gehirnleistung durch Essmangel.
Wird er regelmäßig als isoliertes Aufputschmittel missbraucht, kann Traubenzucker jedoch fatale Folgen haben. Er verlangt der Bauchspeicheldrüse Hochleistungen in Bezug auf die Insulinproduktion ab. Insulin zählt zu den Verdauungshormonen.

Die Leistungsorgane des menschlichen Körpers (wie Gehirn, Herz und Muskeln) sind auf Glucose im Zellstoffwechsel angewiesen. Der Körper baut Glucose aus verschieden-langkettigen Mehrfach-Zuckern ab: zunächst aus der Nahrung, dann aus dem in der Leber gespeicherten Mehrfachzucker Glycogen und zuletzt aus dem gespeichertem Körperfett.

Fruchtzucker

Fruchtzucker (chemisch "Fructose") ist ein weiterer Einfachzucker (wie Glucose) und wird daher ebenfalls schneller ins Blut aufgenommen als Mehrfachzucker. Fruchtzucker kommt hauptsächlich in Obst vor, auch in vielen Gemüsesorten und anderen Süßmitteln in Kombination mit Glucose. Zum Beispiel ist Apfelkraut ein eingedicktes Fallobst und daher ein Fruchtzucker-haltiger Brotaufstrich.

Als Vorteil von Fruktose-Diätprodukten für Diabetiker galt lange Zeit, dass Fruchtzucker die Ausschüttung des Abbau-Hormons Insulin umgehen würde. Eine tatsächliche Förderung der Gesundheit wurde auf Dauer aber nicht bestätigt, da Fruchtzucker mit seiner geringeren Süßkraft letztendlich nicht weniger Zucker zuführt als "normale" zucker-haltige Produkte und auch nicht weniger dick macht: die Hormone für die Regelung von Sättigungs- und Hungergefühl werden ebenfalls umgangen.[1]

Jedoch ist die steigende Verwendung von isoliertem, künstlichem (chemischem) Fruchtzucker in der Lebensmittelindustrie ebenso gesundheitsschädlich wie der Zusatz von raffiniertem Zucker, da Fruktose wie ein Alkohol verstoffwechselt wird und entsprechende Leber-Schäden (Fettleber) anrichten kann. Auch die verstärkte Verwendung von Fructose-Sirup-Arten und Saccharose in prozessierten Lebensmitteln ist nicht viel gesünder.[2] Fruchtzucker kann Verdauungsbeschwerden wie Durchfall verursachen und es häufen sich in den letzten Jahren Unverträglichkeiten von Fructose.

Studien ergaben, dass mit Fruktose-Lösung gefütterte Versuchs-Mäuse erheblich an Gewicht zulegten gegenüber denen, die mit Kristallzuckerlösung gefüttert worden waren. Das heißt, dass industrieller Fruchtzucker in Produkten zu Fettleibigkeit führt und außer den gleichen Risikofaktoren wie Zucker auch Nierenkrankheiten hervorrufen kann. Daher tendieren Wissenschaftler dazu, Fruchtzucker sogar auf eine Stufe mit Tabak und Alkohol zu stellen.[3]

Ganz wichtig:
Der in der Natur vorkommende Fruchtzucker in Obst und anderen Nahrungsmitteln ist absolut unbedenklich -
durch die Verbindung mit den Nahrungs- und Ballaststoffen wirkt er anders im Körper als chemischer Fruchtzucker.

Milchzucker

Milchzucker (chemisch "Laktose") ist ein Zweifachzucker (Kette von jeweils zwei Molekülen). Er kommt in der Milch von Säugetieren (auch Butter) und in Muttermilch vor und hilft bei der Kalzium-Aufnahme. Milchzucker hat eine geringe Süßkraft und ist als Süßungsmittel kaum von Bedeutung. "Süßlich" ist auch nicht gleichzusetzen mit "(zucker-)süß", wie Promoter von Zucker gerne anführen in ihren Argumenten, dass eine Zuckervorliebe schon angeboren sei.

Häufig verbreitet ist ein Mangel des benötigten Abbau-Enzyms Laktase, was eine Unverträglichkeit bewirkt. Der Zucker wird dann durch Darm-Bakterien anders abgebaut, was sich durch Blähungen und Durchfall bemerkbar macht. Dem kann man mit Laktose-freien Milchprodukten entgegen wirken.

Tapioka-Wurzel

Stärke

Stärke ist ein langkettiger Mehrfachzucker, der hauptsächlich in Kartoffelarten, Getreide und Mais vorkommt. Stärke ist kein süßender Zucker im sprachlichen Sinn, gehört jedoch aus Stoffwechsel-Sicht zu den Kohlehydraten, die ähnliche Mehrfachzucker umfassen (z.B. auch in Hülsenfrüchten).

Sago-Perlen bestehen aus Stärke, wie auch die Tapioka-Perlen aus dem Bubble-Tea.

Stärke-ähnlich ist auch das in der Leber als Reserve gespeicherte Glycogen, das bei Bedarf abgebaut wird. Auch in Pilzen ist Glycogen enthalten.

Roh-Zucker

Braune Zucker

Am bekanntesten ist hier der Roh-Rohrzucker (auch Ur-Zucker), der aus Zuckerrohr hergestellt wird. Andere Zuckerarten sind

  • Malz, meist aus Gerste (in der Lebensmittel-Kennzeichnung "Maltodextrose")
  • Rübenkraut aus Zuckerrüben (z.B. Goldsirup)
  • Palmzucker von Palm-Blüten wie Kokos-, Dattel- oder Ölpalmen. Zum Beispiel Kokosblüten-Zucker: Der gewonnene Nektar wird eingekocht und die Zuckerkristalle gesiebt und getrocknet. Schmeckt nicht nach Kokos, sondern angenehm karamellig.

Die Roh-Zucker-Sorten sind noch die gesünderen Variationen gegenüber dem raffinierten Zucker und enthalten noch die Pflanzen-Wert- und Geschmacksstoffe ("malzig", "karamellig"). Sie sind nicht zu verwechseln mit dem

  • Brauner Zucker, und Kandis aus konzentrierter Saccharoselösung (auch Grümmel oder Farin) also nährstofflos. "Brauner Zucker" wurde mit gebräuntem Zucker (Karamell) versetzt.
Kristallzucker, an-flambiert

Kristallzucker

Kristallzucker (raffinierter oder weißer Zucker, Saccharose) ist ein Zweifachzucker, der in Deutschland aus Zuckerrüben (Fa. Südzucker) oder in Südländern aus Zuckerrohr hergestellt wird. Dabei gehen jegliche Wertstoffe der Pflanzen im Prozess verloren.

Kristallzucker ist eine isolierte - sozusagen chemische - Substanz, die "leere" Kalorien zuführt, die der Körper nicht braucht. Sie sättigen nicht wirklich, weil die komplexen Stoffwechselmechanismen nicht ausgelöst werden. Sie belasten den Körper eher durch gezielte Auslösung von Einzelreaktionen wie übermäßige Insulinausschüttung.

Bio-Ware ist bei allen Zuckern die bessere Wahl. Bei konventionell angebautem Zucker ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass importierte oder auch nur zugekaufte, beigemischte Importware aus genmanipulierten Beständen stammt. Greenpeace berichtet, dass seit 2007 in USA genmanipulierte Rüben angebaut wurden - die Einführung auf dem deutschen Markt durch Monsanto und die deutsche KWS Saat AG konnte zwar bisher verhindert werden - die Verwendung in Produkten amerikanischer Großfirmen wie Kellogs, M&M und Hershley mit Cerealien und Schokoriegeln ist aber ziemlich wahrscheinlich.[4]

Zucker in Lebensmitteln

Die "versteckte" Zufuhr von Kristallzucker ist ohne erheblichen Aufmerksamkeits-Aufwand kaum zu bremsen, da er sogar Produkten beigemischt ist, in denen man ihn nicht vermutet - wie in

  • Wurst
  • Fleischgerichten
  • Käse
  • "gesunden" Joghurts
  • und selbst bei sauren Gurken.

Warum Kohlehydrat- ("Zucker"-) basierte Lebensmittel noch so stark gezuckert werden, ist ernährungs-physiologisch nicht nachvollziehbar, aber zur selbstverständlichen Normalität geworden. Der Werbespruch, dass "der Körper Zucker braucht" ist so und mit dieser Art Zucker nicht wahr und schlicht ein Täuschungsmanöver.

Fett-reduzierte Waren

In fett-reduzierten Waren wird der Geschmacksträger Fett gegen Zucker ausgetauscht, der dann aber im Körper doch wieder als Fett abgespeichert wird. Fett-arme Lebensmittel sind gut, aber Fett-reduzierte Lebensmittel mit Zucker als Ersatz sind weniger hilfreich.

Babynahrung

Babynahrung wird Zucker zugesetzt - nicht wegen der Babys, sondern wegen der Mütter, die die Nahrung kaufen und vorher kosten: sie kaufen nach ihrem eigenen Geschmacksmuster, das an mehr Zucker gewöhnt ist.

Kinder-Produkte

  • Kinder-Produkte belegten in einer Untersuchung der Organisation Foodwatch die ersten 4 Plätze in den Top-Ten der zuckerhaltigsten "Snacks": die Kinder-Produkte enthielten bis zu 40% Zucker.
  • Der "Goldene Windbeutel" (vergeben von der Organisation Foodwatch) für die dreisteste Werbelüge ging 2012 an die Firma Hipp für ihre Instant-Früchtetees für Kleinkinder ab dem 12. Monat. Ihr Granulat besteht aus 94% Zucker.[5]
  • Der Preis für 2011 ging an Ferrero für die Kinder-Milchschnitte: mit der "gesunden Milch drin" sind von den 34% Kohlehydraten 30% Zucker; dazu gibt's 28% Fett.
  • Für 2013 (Kinderprodukte) steht zur Abstimmung auch Capri Sonne, mit der "gesunden Orange" drauf - und genauso viel Zucker wie Cola: 7 Würfel Zucker pro Beutel. Zur Wahl steht auch der "Monsterbacke Knusperjoghurt" mit 8 Würfelzucker im Becherchen.
  • Die "grüne" Cola life mit Stevia gibt es zwar in umweltfreundlich recycelten Kunststoffflaschen und ist kalorienärmer - sie enthält aber immer noch 11 Stücke Würfelzucker (= 34g) pro halben Liter statt der 18 (= 54g) in der roten Classic-Version. Die empfohlene Tagesdosis für Frauen/Männer ist 30/35g Zucker, für Kinder nur 22,5g. Damit ist sie immer noch im gesundheitsschädlichen Bereich und kann auch eine Insulin-Achterbahnfahrt mit Heißhungerattacken auslösen.[6]
    Die Stevia-Cola von Fritz-Cola hat nur 16g Zucker - eine deutlich bessere Alternative.

Cerealien

  • 96% der "gesunden" Frühstücksflocken bestanden aus 25 - 50% Zucker.[7]
  • Nur vereinzelt gibt es Cornflakes (Kohlehydrate vom Mais), die "ohne Zucker" sind - "nur" mit Malz gesüßt - immerhin nicht ganz so künstlich wie Kristallzucker.
  • Wirklich ungesüßte Cornflakes gibt es nur von wenigen Herstellern, meist im Sonderregal oder Bioladen.

Zucker im Körper

Ein Zuviel an Zucker und Kohlehydraten lagert der Körper zunächst in der Leber ein und wenn dieser Speicher voll ist, wird es umgewandelt in Körperfett, das bei Bedarf wieder zurück-gespalten wird in Glucose.

In der Natur ist Zucker nur temporär zugänglich, daher gibt es im Gehirn neben dem ausgebauten Speichermechanismus kaum ein direktes Stopp-Muster (wie Ekel, Durchfall oder Erbrechen), oder reguläre Überschuss-Ausscheidung über die Niere. Ein Zuviel an Zucker kann zu Fettleibigkeit und entsprechenden Stoffwechselkrankheiten führen wie beispielsweise Diabetes mit seinen Folgeerkrankungen.

Es gibt Nahrungsmittel und Gewürze, die den Stoffwechsel von Zucker günstig beeinflussen. Dazu zählen

  • Vitamin B1 und B7 (Biotin), Chrom, Mangan;
  • Zimt (ein Zuviel an Zimt kann zu Leberschäden führen; lieber cumarin-armen Ceylon-Zimt benutzen)
  • Saures (zum Beispiel der Essig im Kartoffelsalat) oder die
  • Zugabe von Butter oder anderen (hochwertigen) Fetten zu den Speisen.[8] [9]

Tatsachen und Zusammenhänge

  • Bei Übergewicht ist die Einsparung von Fett so manches mal weniger wirksam als die Einsparung von Zucker -
    weil überschüssiger Zucker in Fett verstoffwechselt wird und damit mehr zum Übergewicht beiträgt als fetthaltige Nahrungsmittel, die anders verstoffwechselt werden.
  • Es gibt Hinweise darauf, dass ein erster Bissen Eiweiß- oder Fetthaltiges vor dem Verzehr von Kohlenhydraten den Blutzuckerspiegel weniger stark ansteigen lässt und so die Insulinproduktion schont.[10]
  • Der Hang von Kindern zu Süßem ist erwiesenermaßen nicht angelegt, sondern angewöhnt und/oder anerzogen.[7] Wenn die Industrie damit wirbt, dass der junge Körper Zucker braucht, kann sich das keinesfalls auf künstlich hergestellten Zucker beziehen, mit dem alles und jedes gesüßt wird.
  • Ungeborene können bereits in der Schwangerschaft an Zucker gewöhnt werden. Die Anzahl der Fettzellen zum "Befüllen" als Speicher wird schon im Babyalter angelegt (z.T. auch genetisch bedingt). Die Folgen von Schwangerschafts-Diabetes wirken sich auf den Stoffwechsel des Fötus aus und führen zu Geburt fettleibiger Babys.
  • Die verbreitete Unsitte, Kindern zum Schlafen einen Fruchtsaft oder anderes süßes Getränk zu geben, hat zu schwersten Karies-Schäden an Milchzähnen geführt, da die Karies-verursachenden Bakterien vom Zucker wachsen und gedeihen.
  • Manche Schlaf-Störungen bei Erwachsenen konnten zurückgeführt werden auf einen abgesunkenen Blutzuckerwert. Hier kann ein Teelöffel Honig abends helfen - und zwar eine halbe Stunde vor dem Zähne-putzen.
  • Zähneputzen sollte man erst 30 Minuten nach zuckerhaltigem Essen. Denn wenn Bakterien im Mund den zugeführten Zucker verarbeiten, können Säuren entstehen. Diese Säuren wiederum lösen Mineralien aus dem Zahnschmelz heraus und schwächen somit die Schutzschicht. Putzt man sich nun die Zähne, reibt man den Zahnschmelz ab.[11]
  • Der Appetit auf Zucker lässt sich dämpfen durch ätherisches Vanille-Öl - in einer Duftlampe zum Beispiel.
    Zahnpasta - also Zähne-putzen - soll einen ähnlichen Effekt haben.
  • Julia Enders beschreibt in ihrem Bestseller "Darm mit Charme", dass es bei Übergewichtigen ein einseitiges Übermaß an Zucker-abbauenden Bakterien gibt, die sozusagen jede Kalorie heraus-pressen zur Verwertung. Sie würden auch Appetit auf zuckerhaltiges machen. Ein Therapie-Ansatz besteht in der Veränderung der Zusammensetzung der Darmflora durch Einnahme von bestimmten Bakterien (wie Milchsäure-Bakterien) bei gleichzeitiger Reduktion von zuckerhaltiger Nahrung.
  • In einem Zwillingstest "Zucker oder Fett - Was schadet mehr?"ernährten sich 1 Monat lang ein Teilnehmer nur von Kohlehydraten und der andere nur von fetthaltigen Nahrungsmitteln.[12] Im Ergebnis trugen sowohl die Kohlehydrat-Diät als auch die Fett-Diät zum ungünstigen Abbau der Muskelmasse bei. Aber die fettreiche Diät hatte dazu gefährliche Folgen: die Insulinproduktion sank, sodass der Blutzuckerspiegel nahe Diabetes kam. Bei der kohlehydratreichen Diät lernte die Bauchspeicheldrüse, viel besser mit Zucker umzugehen.
    Das eigentlich gefährliche ist - wie auch bei Ratten mit Käsekuchen (cheesecake) getestet - die 50:50-Prozent-Mischung aus Zucker und Kohlehydraten: hier versagt der Sättigungs-Mechanismus im Gehirn und man wird dick. Diese Kombi gibt es bei den meisten industriell-gefertigten Weißmehl-Produkten (auch Hamburger).
  • Experten streiten über das Suchtpotential von Zucker: Robert Lustig, Professor für Endokrinologie und Vorreiter der Low Carb-Bewegung, warnte schon lange vor der ständigen Verfügbarkeit von Zucker, die der zivilisierte Mensch nicht beherrschen würde. Die Schwedin Jonsson deklariert Zucker klar als legale Droge und Suchtmittel neben Alkohol und Tabak.
    Prof. Falk Kiefer vom Lehrstuhl für Suchtkrankheiten in Mannheim/Heidelberg bezeichnet Zucker als "starkes Verlangen auslösend" - wobei er jedoch per MRT-Verfahren (Magnetresonanz-Therapie) herausfand, dass zuckerhaltige Speisen im Gegensatz zu Obst Dopamim im Belohnungszentrum des Hirn freisetzt - eine suchtfördernde Wirkung wie bei Alkohol und Tabak.[13]

Zuckerkrankheit - Diabetes

Glucose-Test

Wissenswertes zu Diabetes:

  • Eine aufschlussreiche PDF-Broschüre über Diabetes mit seinen Anzeichen und Behandlungs-Möglichkeiten gibt es hier, eine Kurzversion mit den Risikofaktoren und Symptomen hier.
  • Der Name stammt aus früherer Zeit, wo Ärzte eine Zuckerkrankheit am süßlichen Urin erkannten, einer abnorme Zucker-Ausscheidung (und starkem Durst).
  • Etliche Diabetiker in Not sind schon auf der Straße gestorben, weil Symptome wie Trunkenheit aussehen können: sie denken unlogisch, handeln fahrlässig und abwehrend und verlieren die Kontrolle über den Körper. Passanten dachten meist, der Torkelnde oder bewusstlos Liegende sei betrunken. Ein Probe-Schnuppern kann hier lebensrettend sein. Normalerweise tragen Diabetiker ein Notfallset bei sich. Rettungsdienste schauen bei Bewusstlosigkeit zuerst ins Portomonai nach einer Notfallkarte. Folgende Notfälle können bei einem Diabetiker eintreten:
    • Überzuckerung durch Insulinmangel macht sich zunächst bemerkbar in Durst und Harndrang, dann in einem typischen Geruch nach faulige Obst oder Aceton (wie Nagellackentferner). Ein Koma wird ohne Notarzt tödlich.
    • Unterzuckerung ist weit häufiger. Sie macht sich bemerkbar durch Verhaltens-Veränderungen bis Kontrollverlust, Zittern und Schweißausbrüche. Die Nervenzellen im Gehirn sind bedroht unter Glucosemangel. Hier hilft Traubenzucker, Honig, Säfte oder "irgendetwas Süßes", danach dann etwas später wirkendes wie eine Scheibe Brot. Bei Bewusstlosigkeit ("Schock") muss der Notarzt Glucose spritzen.
  • Diabetes im Frühstadium kann durch Umstellung der Ernährung rückgängig gemacht werden. Mehr dazu Diabetes-Atikel hier.
  • In der Epigenetik fand man heraus, dass durch ungünstige Ernährungsbedingungen (Hungersnot) der Vorfahren eine vererbbare Diabetes-Veranlagung ausgelöst worden war.[14] Epigenetische Prägung bedeutet die Inaktivierung von bestimmten Genen durch äußere Einflüsse. Die so geprägte, funktional eingeschränkte Genstruktur wird dann weitervererbt.

Ausführliches zur Erkrankung und ihren Symptomen gibt es im Artikel Diabetes.

Alternativen zu Kristall- oder Roh-Zucker

Kalorische Süßmittel

Fast alle pflanzlich gewonnenen Süßmittel basieren auf Fruchtzucker und Glucose, in unterschiedlichen Verhältnis-Anteilen. Das heißt, sie werden als Kohlenhydrat (entsprechend dickmachend) verstoffwechselt und sind für Fructose-Intoleranz-Betroffene je nach Anteil mehr oder weniger unverträglich. Dazu gehören zum Beispiel

  • Honig
  • Agavendicksaft
  • Maissirup (Isoglucose) - wie auch andere Getreide-Sirup-Sorten aus Stärke gewonnen
  • Kokos-Blüten-Sirup

Minder-kalorische Zucker-Austauschstoffe

  • Birkenzucker - als Xylit bekannt in Zahnpflege-Kaugummis; ein Zucker-Alkohol, der zuerst aus Birkenrinde extrahiert wurde und nur zum kleinen Teil vom Körper aufgenommen wird. (Als Zucker-Austauschstoff E967 gekennzeichnet). Birkenzucker hat 40% weniger Kalorien als normaler Zucker und lässt den Blutzuckerspiegel nicht so in die Höhe schnellen.
    • hemmt Plaque- und Karies-Bakterien (gut als Zahnputzersatz, z.B. nach Süßem und säure-bildenden Getränken wie Cola, wo das Bürsten nach Genuss Zahnschmelz-schädigend ist); wirkt speichelbildend und dadurch Zahn-remineralisierend
    • insulin-unabhängiger Abbau (für Diabetiker) und kalorienärmer bei nahezu Zucker-identischem Geschmack
    • hat sich bei Darmpilz-Diäten bewährt, Bakterien-hemmend bei Mittelohrentzündung
    • erleichtert die Aufnahme von Calcium im Darm (Osteoporose-Vorbeugung)
    • auch zum Kochen und Backen geeignet (aber auf keinen Fall für Hunde/-kekse!)
    • Billige Massenprodukte werden meist aus (Gen-)Maiskolben-Resten hergestellt - finnische Originalprodukte werden aus Birkenholz hergestellt
  • Kokosblütenzucker läßt den Blutzuckerspiegel ebenfalls langsamer ansteigen und enthält mehr Mineralien.
  • Sorbit - ist ebenfalls ein Zucker-Alkohol und wird aus Kernobst hergestellt
    • kann abführend wirken und unverträglich sein - besonders bei Fructose-Intoleranz, weil er zu Fruchtzucker abgebaut wird

Nicht-kalorische Süßmittel

Pflanzliche gewonnene, natürliche Süßungsmittel, die aus anderen Grundbausteinen als Glucose, Fructose bestehen, werden nicht wie Kohlenhydrate verstoffwechselt und sind daher Kalorien-neutral. Hierzu gehören zum Beispiel

  • Stevia
  • Brazzein - ein Eiweiß, das aus den Früchten einer afrikanischen Regenwald-Liane gewonnen wird
  • Thaumatin - ein Eiweiß, das aus den Früchten des westafrikanischen Thaumatin-Strauch gewonnen wird

Mehr zu Zuckerersatzstoffen (auch künstliche) siehe hier.

Süßstoffe

Die Hoffnung, dass Süßstoffe die bessere Alternative seien, hat sich als trügerisch herausgestellt: in einer israelischen Studie fanden Wissenschaftler heraus, dass:[15]

  • die Anzahl der Übergewichtigen nicht gesunken sondern gestiegen war
  • Süßstoffe die Darmflora verändern: der Insulin-Stoffwechsel bei Mäusen war schon nach wenigen Wochen erheblich gestört; sie bekamen eine Glukose-Intoleranz, die Vorstufe zu Alters-Diabetes. Die Wirkung verschwand nach Antibiotika-Gabe. Die Wissenschaftler nehmen an, dass Süßstoffe die Darmflora so verändern, dass sich ausgerechnet diejenigen Darmbakterien stark vermehren, die Übergewicht begünstigen, weil Traubenzucker nicht mehr richtig abgebaut wird.
  • Lübecker Forscher fanden als Auslöser im Gehirn zur Insulin-Ausschüttung weniger die Zuckermoleküle als die Geschmacks-Botschaft "süß": Süßstoffhaltige Lösungen lassen den Blutzuckerspiegel der Probanden stärker ansteigen als Zuckerhaltige, aber völlig geschmacklose Lösungen. Probanden beobachteten an sich, dass sie sich z.B. in der Kantine nach Light- oder Zero-Cola-Produkten öfter süßes Dessert holten als ohne - der um den Zucker betrogene Körper forderte ihn auf diese Weise nach.

Wissenswertes

  • Ein Einfluss von Zucker auf die Psyche und Emotionen konnte in Vergleichs-Studien aufgezeigt werden: in Gefängnissen gab man einer Gruppe Insassen normale Kost, einer Vergleichsgruppe Zucker-reduzierte Kost. Die Aggressivität der letzteren sank deutlich gegenüber der gleichbleibenden Aggressivität der anderen Gruppe.[7]
    Auch in spirituell orientierten Seminar-Guppen hat man öfter bewusst eine zuckerfreie Kost eingefügt (ganz unabhängig vom Seminar-Inhalt): für die Beteiligten war ein Zusammenhang zwischen Zucker-Entzug und deutlich verstärktem Aufkommen emotionaler Reaktionen feststellbar.
  • Krebszellen lieben Zucker. In der Medizin kann man einen Tumor sichtbar machen, indem man eine Lösung mit markiertem Zucker spritzt.[16]. Unterstützend für eine Krebs-Therapie ist daher eine Zucker-arme oder -freie Diät (wie zum Beispiel Slow Carb)
  • Ein Deutscher verspeist in seinem Leben durchschnittlich 2,5 Tonnen Zucker, aber "nur" 200 Kilo Salz.[17]
  • Die Einsparung von Zucker liegt nicht im Interesse der Fertigungs-Industrie und der nach-behandelnden Pharma-Industrie. Von dort werden die Forschungsergebnisse, wie Zucker zu Fettsucht führt, verbagatellisiert und dementiert - stattdessen fördert man die alte These, dass man Fett einsparen solle, um Übergewicht zu vermeiden. Dennoch gibt es Erfahrungen, dass beginnende Diabetes-Symptome schon durch eine Fastenkur wieder rückgängig gemacht werden konnten.
  • Nachdem man heraus-fand, dass Fluor Karies hemmt und eine breit-flächige Zugabe in Zahncreme die Karies-Schäden minderte, wurde dies zu eigenen Zwecken interpretiert: etliche Ernährungswissenschaftler und die Zucker-Industrie bestritten daraufhin die schädliche Wirkung von Zucker und schoben die Verantwortung nun auf mangelndes Zähneputzen der Verbraucher.
    So konnte die Zuckerwirtschaft mit dem Segen der verdrehten Ernährungsphysiologie weiter gedeihen.[7]
  • Einer der bekanntesten und ältesten Anti-Zucker-Aktivisten (seit 1958) ist der bereits verstorbene Arzt Dr. Bruker. Seine Vollwertkost-Klinik Lahnsteinhöhe bei Koblenz wird heute von seinen Söhnen nach seinen Prinzipien betrieben. Kritiker warnen allerdings (zu Recht) vor zahlreichen unbewiesenen und irreführend falschen Behauptungen in seinen Gesundheits- und Ernährungs-Lehren - hier muss man sorgsam differenzieren.
  • Ein Fußballfeld-großer Acker (1 Hektar) mit Zuckerrüben-Anbau erwirtschaftet einen Ertrag von 13 Tonnen Kristallzucker. Das entspricht etwa 4 Millionen Zuckerwürfeln.
  • Laut Ernährungs-Doku von Terra X verzehren wir im Leben 2,5 Tonnen Zucker (und 200 Kilogramm Salz).[18]
  • Das Familienunternehmen Ritter Sport bemüht sich seit Jahrzehnten um faire Schokoladenproduktion - ohne dies jedoch öffentlichkeitswirksam zu nutzen. Der Anstieg der Kakaopreise von 2007 bis 2015 auf das Doppelte bei gleichzeitigem Discountpreis-Wettbewerb macht den Handel schwierig. Das Unternehmen plant daher den Bau einer eigenen Kakaoplantage in Nicaragua, die in 2017 die ab 2020 ein Drittel des Bedarfs decken soll.[19]

Weiterführendes

Artikel

Literatur

  • Diabetes - Die wahren Ursachen erkennen und erfolgreich behandeln* von Ina Gutsch - Ein umfassender Ratgeber für Betroffene und Therapeuten, die der Erkrankung ganzheitlich und naturheilkundlich begegnen wollen. Das Buch ist die Grundlage für die Weiterbildung zum Ganzheitlichen Diabetesberater nach Ina Gutsch.  Thumbs up font awesome.svg  Bleistift.png
  • Aufklärende Ernährungs-Bücher* von Hans Ulrich Grimm - Über die Zuckermafia, krankmachende Gesundheits-Nahrung und Täuschungsmanöver der Nahrungsmittel-Industrie Bleistift.png
  • Fit wie ein Diabetiker* von Hans Lauber - Untertitel: "Messen! Essen! Laufen! So besiegen Sie Ihren Lifestyle-Diabetes natürlich ohne Medikamente" Bleistift.png
  • Schlemmen wie ein Diabetiker* von Hans Lauber - Untertitel: "Mit Natural Fuctional Food. 15 natürliche Zuckersenker: von Aloe bis Zimt. 100 genussstarke Lebens-Mittel und 50 saisonale Rezepte" Bleistift.png

Videos

Weblinks

  • Abgespeist.de - Die dreistesten Werbelügen der Lebensmittel-Industrie; mit Verbraucher-Abstimmung für den Goldenen Windbeutel des Jahres (Foodwatch) Bleistift.png
  • das-ist-drin.de - Eine Suchmaschine für Inhaltsstoffe (Produktliste) und E-Nummern Bleistift.png
  • facebook.com - Eine eindrückliche Zucker-in-Getränken-Tafel an einer Schule - nachahmenswert Bleistift.png
  • foodwatch.org - Foodwatch - Die Essensretter - Gemeinnütziger Verein für Verbraucherschutz bei Lebensmittel-Lügen Bleistift.png
  • goldener-windbeutel.de - Der Goldene Windbeutel - entlarvt die dreisteste Lebensmittel-Werbelüge des Jahres (Foodwatch) Bleistift.png
  • zuckerinfo.de - "Globalisierung in der Zuckerdose" - über Zucker, Süße, Ersatzstoffe, Historie und Weltmarkt Bleistift.png

 (Hilfe)

Autoren

Heike W. (75), Stefan (20), Ina (4) und Gabrielaviolet (2)  Jeder Autor hat seine eigenen Passagen zu diesem Artikel beigesteuert. Deshalb muss nicht jeder Autor alle Passagen des Artikels unterstützen.
Zahl in Klammern = Anzahl der Artikel-Bearbeitungen dieses Autors. Eine hohe Anzahl bedeutet nicht zwangsweise, dass dieser Autor auch viel Inhalt zum Artikel beigesteuert hat.

Einzelnachweise

  1. Wie ich einmal versuchte, die Biochemie (des Zuckerstoffwechsels) zu verstehen, Blog Katharina-kocht
  2. Die giftige Wahrheit über Zucker - US-Forscher warnen in Nature vor Fruktose
  3. Garantiert Gesundheits-Gefährdend, Ulrich Grimm, S. 213, 202 ff
  4. Genzucker in der Schokolade - Greenpeace-Aufklärung
  5. Der goldene Windbeutel 2012 auf www.abgespeist.de
  6. Verbraucherzentrale prüft grüne Cola life.
  7. 7,0 7,1 7,2 7,3 Garantiert Gesundheits-Gefährdend, Ulrich Grimm, S. 99-101
  8. Schlemmen wie ein Diabetiker - Lebensmittel, die den Blutzucker senken
  9. Die 50 besten Blutzucker-Killer
  10. Reihenfolge beim Essen beeinflusst Blutzucker
  11. Direkt nach dem Essen Zähne putzen?, abgerufen am 29.4.2016
  12. Arte tv 7.1.17
  13. http://www.lchf-deutschland.de/zuckersucht-3/, abgerufen am 6.5.2016
  14. Ein Gespenst in unseren Genen 4/5, circa ab der 6. Minute
  15. NDR-Sendung Visite vom 7.10.14 "Sind Süßstoffe gesundheitsschädlich"
  16. Tumordiagnostik mit Zucker statt radiologisch
  17. Doku "Deutschland - Wie wir leben (3/3)", 2014
  18. Terra X "Deutschland wie wir leben" Teil 3
  19. FAZ-Bericht: Schokolade: Ritter Sport will seinen eigenen Kakao
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