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Epigenetik

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Epigenetik
Die Struktur der Gene -
der Ort, wo unsere Schaltpläne epigentisch beeinflusst werden.

Der Wissenschaftszweig Epigenetik befasst sich mit der Erforschung dessen, wie sich Lebenseinflüsse auf die Funktionsweise der Gene und die Vererbung auswirken - die Schaltpläne der Gene.
Die Erkenntnisse aus der Epigenetik scheinen der Schlüssel zu sein im Verständnis von körperlichen, geistigen und genetischen Prozesse in Körper und Mensch-sein.

Die Aktivierung und Deaktivierung von Genen durch ernährungstechnische und soziale Einflüsse haben weitreichende Konsequenzen. Sie beschränken sich nicht nur auf den geistigen und körperlichen Zustand im eigenen Leben sondern beeinflussen durch Vererbung auch die Evolution: es werden anscheinend nicht nur die Gene selbst sondern auch ihre "Schaltpläne" weiter-vererbt.

Forschungsbereiche

Der Wissenschaftszweig Epigenetik ist noch relativ jung - aber die Erkenntnisse sind beeindruckend. Epigenetik steht in enger Verbindung mit den Erkenntnissen aus der Quantenphysik. Es haben sich völlig verschiedene Fachrichtungen entwickelt, welche mit diesem Konzept soziale und physische Phänomene untersucht und erklärt haben.

Die Entdeckung, dass der vererbte genetische Code gar nicht so starr sondern sehr viel flexibler ist als bisher angenommen, hat weitreichende Zukunfts-Perspektiven eröffnet dafür, wie man ungünstige und erkrankungsfördernde Veränderungen auch rückgängig machen könnte.

Nährstoffe aus der Ernährung

Vererbung von DNA aus Zellkernen und von DNA aus
Mitochondrien - den "Kraftwerken" der Zellen

In der Doku Wie Nahrung unser Erbgut beeinflusst ist ein breites Spektrum von körperlichen und geistigen mehr oder weniger krankhaften Zuständen genannt, die durch Mangel an bestimmten Biomarkern und Nährstoffen entstehen: und zwar indem sie bestimmte Genaktivitäten stilllegen.

Die Nahrung, die ein Mensch im ersten Lebensjahr erhält, "programmiert" den Menschen für den Rest des Lebens - ebenso, wie die Fürsorge/Erziehung im ersten Lebensjahr die Weichen stellt für den Rest des Lebens.

  • Die Untersuchung von Folgen von Hungersnöten (Hungerwinterstudie Amsterdam) hat ergeben, dass Mangelernährung einen vererbbaren Einfluss hat.
  • Ebenfalls im Video genannt sind Einflüsse von Nährstoffen auf Schizophrenie: Folsäure und Folate, wie sie in Auberginen und Bohnen enthalten sind, beeinflussen die Aktivität von Genen, die im Zusammenhang mit Schizophrenie stehen. Dies kann dem Fachgebiet Psychiatrie neue Ansätze und Sichtweisen vermitteln.
  • Der von Weichmachern bekannte Effekt auf die Sexualfunktionen wie Sterilität und verfrühte Pubertät beruht auf einem epigenetischen Einfluss des in Kunststoffen wie Policarbonat (PC) verwendeten Stoffes Bisphenol A: abgesehen von seiner weich-machenden Wirkung auf PVC wirkt dieser Stoff wie ein künstliches Hormon (Östrogen) und hat entsprechende Wirkungen, wenn er in den Körper gelangt, wie verfrühte Geschlechtsreife bei Mädchen.
  • Auch der Zusammenhang mit der Entstehung von hormonabhängigen Krebsarten ist ein Forschungszweig geworden. Hier ist vor allem Aluminium in Verdacht geraten, aber auch sogenannte "Metall-Hormone". Man geht davon aus, dass die erbliche Vorbelastung von Krebs auf der Vererbung einer epigenetischen Funktionsstörung bzw. Programmierung beruht.
  • Auch die Demenz-/und insbesondere Alzheimer-Forschung hat begonnen, die Entstehung und Verbreitung dieser geistigen Erkrankungen unter diesem Blickwinkel zu betrachten.

In diesem Zusammenhang erhält auch wieder das folgende beliebte Zitat eine Bedeutung:

Wir sind was wir essen.
Binsenweisheit


Einen besonders positiven epigenetischen Effekt bei der Ernährung haben Avocados, Brokkoli und Granatapfel. Auch Salat, grünes Blattgemüse und Getreide, Bohnen und Leber haben einen positiven Einfluss ("Lebertran" ist von nordischen Völkern hier noch aus Kriegszeiten wohl bekannt). Die Wirkstoffe in diesen Nahrungsmitteln halten die Genfunktion auf unterschiedliche Weise intakt. (Wieweit hormonwirksame Pflanzenwirkstoffe auch epigenetisch wirksam sind, wurde nur bei Soja benannt).

Hormone wirken auf die Genaktivität ein. Besonders ist das Hormon Homocystein genannt, das bei der 14-Stunden-Regel (= Essenspausen, zum Beispiel nicht nach 18 Uhr) nach 4 Stunden beginnt, die Chromosomen zu reparieren. Dies wird auch gern künstlich in der Anti-Aging-Industrie (Kosmetik) eingesetzt.

Traumaforschung

Traumata haben einen Einfluss auf Genbereiche, die das Verhalten steuern. Mehr dazu siehe im Abschnitt Genetischer Stempel im Artikel Trauma.

Psychologie

Früher wurde in der Soziologie und Sozialpädagogik der Anteil von sozialen Einflüssen (Sozialisierung) auf das Verhalten versus der Vererbung erforscht. Die Epigenetik liefert hier die Funktionsweise, auf welche Weise dies geschieht.

Aus dem esoterischen Bereich zählen dazu auch das morphogenetische Feld und die Einflüsse, die Bert Hellinger im Familienstellen beobachtet hat. Bert Hellinger hat Korrekturen bewirken können allein schon durch das Anschauen, das Aufzeigen der energetischen, psychischen Verhältnisse - im Weiteren dann dadurch, dass er durch die von ihm gegebenen Sätze ausgleichende Bewegungen von Psyche und Seele indiziert hat.

In der Traumaforschung hat sich gezeigt, dass die ständige (fruchtlose) Wiederholung eines Traumas - sowohl durch Triggern als auch durch Erzählungen - die Gehirn-Muster eher verstärkt als auflöst.[1] Demzufolge wäre es durchaus sinnvoll, wenn Kinder sich aus diesem Umfeld dann herauslösen. Viele Kinder aus gestörten (dysfunktionalen) Familien haben sich "instinktiv" sozusagen "Adoptiv-"Eltern gesucht, zum Beispiel von Freunden, die ihnen erlaubten, andere als die geprägten Verhaltensmuster zu bilden.

Nachdem bereits Schizophrenie und Autismus konkret im epigenetischen Blickfeld liegen, könnte auch ADHS-Syndrom eine Betrachtung wert sein.
Auch der weitreichende Einfluss von Stress, Gewalt und Mobbing auf Schwangere und ihre Kinder wird oft noch unterschätzt.

Es wäre vielleicht interessant, auch kulturelle Entwicklungen wie zum Beispiel auch Fanatismus oder Frauenabwertung und -diskriminierung oder patriarchalische Strukturen - auch bei Migration - unter einem epigenetischem Blickwinkel zu betrachten. Allein das Verständnis solcher Herkunft von Mentalität und Handlungsmustern kann die Auseinandersetzung damit erleichtern.

Persönlicher Standpunkt von Heike_W.

Wie weit ist eine positive Lebenshaltung stabil genug, um die eigenen Grundwerte zu erhalten - bevor das Schaltmuster überschrieben wird?
Ist geistige Gesundheit dann immer noch ansteckend genug um sich durchzusetzen?

Nutzen

Neben der Aufklärung über den Einfluss auf genetischer Ebene und den Stoffwechsel versucht man die Kenntnisse auch zu nutzen, zum Beispiel zum Nachweis von Tumorzellen: wenn im Blut Zellen mit einem auf bestimmte Art abweichenden Arbeitsmuster gefunden werden, kann Dickdarmkrebs schon im frühen Entstehungsstadium festgestellt werden, schon bei einer Vorsorge-Untersuchung. Es werden sogenannte epigenetische Marker gesammelt, die zu Nachweisen auf entstehende Krankheitsmuster genutzt werden können.

Man geht davon aus, dass man dank der Epigenetik-Kenntnisse mehr Einfluss haben kann auf das genetische Strickmuster, insbesondere, wie Gene auf Einflüsse wie Krankheiten und Tumore reagieren. Als ein sogenanntes "epigenetisches Medikament" wird sogar schon ein Wirkstoff aus grünen Tee in klinischen Studien erprobt. Andere epigenetisch wirksame Substanzen sind im Rotwein enthalten oder werden von Darmbakterien produziert.[2]

Wissenswertes

Hier setzen die Einflüsse an, die den Schaltplan ändern.

Mehr Information gibt auch die Doku-Reihe Ein Gespenst in unseren Genen. In der dritten und vierten Folge geht es insbesondere um die Entdeckung der Vererbungsweise durch die Generationen hindurch:

  • Zum Beispiel muss durch die DNA der Mutter ein Einfluss auf die Wachstumsgene des Kindes übertragen werden, um sich bei der Geburt der Beckengröße und dem Geburtskanal anzupassen.
  • Traumaforscher fanden bei traumatisierten Holocaust-Überlebenden deutliche Anzeichen von Trauma-Symptomen bei der folgenden Generation - obwohl sie nicht selbst traumatisiert worden war: dabei kam auf ein Opfer 5 Nachkommen, die sich indirekt als Opfer bezeichneten.

Im fünften Teil der Doku-Reihe wird über die Entdeckung des Vererbungsdiagramms berichtet. Die Vererbbarkeit der Folgen von Ernährung der Großeltern war damit bewiesen. Bei Ratten wurde nachgewiesen, dass die Vergiftung einer einzigen Ratte durch Pestizide bei allen Nachkommen starke Krankheitsanfälligkeit verursachte.

Spirituelle Aspekte

Die Epigenetik belegt, wie ernährungstechnische und emotionale Eindrücke einen Stempel hinterlassen für die Zukunft. Das legt nahe, dass auch Bewusstseinszustände einen solchen Stempel hinterlassen - oder auch eine positive (Rück-)Veränderung bewirken können. Daraus ergeben sich konkrete und ermutigende Sichtweisen wie zum Beispiel:

  • Das Trennen von Müll mag tatsächlich auch in Gegenden sinnvoll gewesen sein, wo er mangels Technik nachher doch zusammen geworfen wurde: das Bewusstsein etabliert sich schon mal, bis die Technik Einzug hält. Dasselbe mag gelten für Nachhaltigkeit und vegane oder vegetarische - oder zumindest ökologisch bewusste Ernährungsweise.
  • Meditation mag einen genetischen Stempel hinterlassen von Gelassenheit, Zentriertheit und Zugriff auf völlig andere Ressourcen. Diese Werte zu leben prägt umso mehr. Prof. J.Huber berichtet in seinem Interview über den Nachweis, dass meditatives Leben einen Einfluss hat auf Zustand und Abbaurate der Chromosomen.[3]
  • Mit einem spirituellen Meister sein, seine Präsenz auf sich wirken lassen, mag tatsächlich einen tiefgreifenderen Einfluss haben auf die eigenen Körper-DNA als die bloße Verkündung von der eigenen Meisterschaft oder "es liegt alles in uns selbst - wir brauchen keinen anderen." Ebenso die Empfehlung, sich bei Wahlmöglichkeit lieber an einen lebenden spirituellen Meister zu halten als an die Erinnerungen und Eindrücke eines verstorbenen Meisters.
  • Die Warnung spiritueller Meister vor tückischen Einflüssen aus der Astralwelt mögen berechtigt sein, wenn Wesenheiten mit ihren energetischen Einfluss das menschliche Genom erreichen und wir uns wundern, warum wir seltsamen Lebensansichten und Reaktionsweisen verfallen.
  • (Spirituelle) Fantasiewelten scheinen nicht dieselbe Wirkung zu haben wie "echte" Erfahrungen, Bewusstsein und Wahrheit. Gechannelte Botschaften und Meditationen haben in der NewAge-Bewegung das Ziel, energetisch Gencodes zu aktivieren und Muster aufzulösen, um die Bewusstseinsentwicklung voranzubringen. Allerdings haben viele Anwender die "Erdung" verloren, und den Bezug zur Welt, in der sie leben - da ist die Frage, wie weit das dann tatsächlich einen Einfluss auf die Welt hat (einen anderen als einen Aufschaukelungs-Effekt nach dem Gesetz der Polarität).
  • Nach Prof. J.Huber, Gynäkologe und Theologe, betrifft das sprichwörtliche "in die Wiege gelegt" sogar die Frage des Glaubens: er glaubt, dass die Frage nach Gott eine epigenetische Frage ist. Auch die alte Praxis der Tagesinventur und Gewissenserforschung vor dem Einschlafen habe einen Einfluss und könnte die Frage nach dem freien Willen erweitern.[4]

Auch wenn der evolutionäre Bewusstseinssprung nicht so augenfällig und schnell funktioniert hat, wie erhofft oder versprochen war - es macht (nun wissenschaftlich erwiesen) Sinn, dramatischen negativen Einflüssen aus dem Weg zu gehen und die inneren geistigen Kräfte zu pflegen.

Weiterführendes

Artikel

  • Der Sieg über die Gene - Wie wir unsere Gene selbst beeinflussen können Bleistift.png
  • Entstehung von schizophrener Psychose - verschiedene Faktoren, wie auch das Modell von Vulnerabilität gepaart mit Stresssituation: ein traumatischer Auslöser (der eine Veränderung der Gehirnchemie und einen epigenetischen "Stempel" hinterlassen kann). Bleistift.png
  • Epigenetik spielt bei Alzheimer eine tragende Rolle - 2 Studien von August 2014 belegen den Zusammenhang von bestimmten deaktivierten Genen mit Alzheimer. Dieser gestörte Signalweg ergäbe einen völlig anderen Behandlungs-Ansatz als die bisherige medikamentöse Symptombehandlung. Bleistift.png
  • Epigenetik-Forschung: Vielversprechende Behandlungs-Ansätze für Demenz/Alzheimer - Die Epigenetik hat unterdrückte Gene ausfindig gemacht, die das Lernen berhindern. Medikamente können diese Unterdrückung aufheben. Der Zustand der Gene könnte über einen Bluttest festgestellt werden. Bleistift.png
  • Traumata auf den Genen - Interview mit Prof. Florian Holsboer Bleistift.png
  • Was passiert bei einem Trauma ? - sehr gute Erläuterung der Vorgänge in Entstehen und Spätfolgen; mit vielen wichtigen Hinweisen (zum Beispiel der Zusammenhang von Dissoziation in verschiedene Persönlichkeiten mit Trance-Mechanismen und Wirkung von Wiederholungsmustern) Bleistift.png

Literatur

  • Liebe läßt sich vererben* Wie wir durch unsern Lebenswandel die Gene beeinflussen können; Einfluss von Ernährung und Fürsorge in Prägephasen; warum die Ergebnisse unsere Verantwortung gegenüber unseren Kindern und Enkel neu bewertet. Von Prof. J. Huber (Frauenheilkunde) Bleistift.png

Videos

  • Ein Gespenst in unseren Genen - 13-teilige Dokusammlung, unter anderm mit einer 5-teilige Dokureihe zu Epigenetik von BBC - Arte Bleistift.png
  • Epigenetik 1-3 - Veränderte Genaktivität durch Ernährung bei eineiigen Zwillingen; Darstellung wie die Lesbarkeit geändert wird. 2: Weiße Fellfarbe von grauen Mäusen durch Sojaprodukte; Vitamin B12-Mangel bei Veganern; fehlende Botenstoffe bei Schizophrenie, Autismus Bleistift.png
  • Epigenetische Prägung - Interview mit dem Frauenheilkundler Prof. Dr. Johannes Huber über die Einflüsse von Ernährung, Fürsorge und Belastungen (wie Mobbing) auf Schwangere, die Kinder und zeugende Väter; die 14-Stundenregel (Essfreiheit) fürs Zellreparaturprogramm (ca 15.min) Bleistift.png
  • Wie Nahrung unser Erbgut beeinflußt - Doku Epigenetik gefährliche Mahlzeiten - Nahrungseinflüsse können Gene an- und abschalten. Vererbbare epigenetische Effekte haben z.B. Vitamin B12, Krebs-hemmender Wirkstoff in/aus grünem Tee, Folate bei Schizophrenie und Plastik-Weichmacher-Stoff Bisphenol A auf Sexualfunktion. Bleistift.png

Audio


 (Hilfe)

Autoren

Heike W., Stefan, Bot und JazzyT.
Jeder Autor hat seine eigenen Passagen zu diesem Artikel beigesteuert. Deshalb muss nicht jeder Autor alle Passagen des Artikels unterstützen.
Zahl in Klammern = Anzahl der Artikel-Bearbeitungen dieses Autors. Eine hohe Anzahl bedeutet nicht zwangsweise, dass dieser Autor auch viel Inhalt zum Artikel beigesteuert hat.

Einzelnachweise

  1. zum Beispiel im Artikel "Was passiert bei einm Trauma?"
  2. Interview Prof. J.Huber, ca 37.min
  3. Interview ca 17.min
  4. Interview circa 27.min und 40.min
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