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Plastik

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Plastik
Plastikmüll ist zu einem allgegenwärtigen Strandgut geworden

Plastik ist zu einem festen Bestandteil unseres Lebens geworden. Auch wenn es viele Vorteile mit sich bringt, besteht doch ein schwerwiegender Nachteil: Plastik zerfällt nur sehr langsam und lagert sich an den verschiedensten Stellen ab. Dieser Artikel zeigt, welche Folgen dies hat und welche Alternativen es zu Plastik gibt.

Der Begriff "Plastik" wird hier im wesentlichen für den herkömmlichen mineralöl-basierten Kunststoff verwendet, im Gegensatz zu den "neuartigen Biokunststoffen".

Neue Wege

Tipps um Plastik zu reduzieren

Ein Leben komplett ohne Plastik gestaltet sich im normalen Alltag sehr schwierig. Dennoch kann jeder dazu beitragen, die Unmengen an Plastik zu reduzieren, indem folgende Tipps beachtet werden, die sich gut in den Alltag integrieren lassen:[1]

  • lieber frisches Obst und Gemüse vom Wochenmarkt statt Eingeschweißtes aus dem Supermarkt kaufen
  • nicht ständig neue Klamotten kaufen (die oft synthetische Stoffe enthalten)
  • Auf dem Wochenmarkt verpacken einem die Verkäufer frische Wurst und Käse gerne in eine mitgebrachte Box, im Supermarkt gestaltet sich das allerdings eher problematisch.
  • Mit einigen gesammelten Kastanien lässt sich ganz leicht eine Seifenlauge zum Waschen herstellen, indem pro Waschgang 10 Kastanien in Wasser eingelegt werden. Dies erspart die Anschaffung von Waschmittel, das immer in Plastik verpackt ist.

Nicht jeder Tipp ist für jeden geeignet, dennoch sollte es für jeden machbar sein, zumindest einige der Tipps in den Alltag zu integrieren. Somit leistet man einen Beitrag dazu weniger Plastikmüll zu produzieren.

Unverpackt-Läden

In sogenannten Unverpackt-Läden kann man Lebensmittel einkaufen, die ohne Plastikverpackung auskommen. Man bringt seine eigenen Behälter in den Laden mit, füllt sich die benötigte Menge darin ab und zahlt nach Gewicht.

Stand April 2018 gibt es rund 40 Unverpackt Läden in ganz Deutschland[2]

Auf dieser Karte siehst du Läden in Deutschland, Österreich und der Schweiz, in denen du plastikfrei einkaufen kannst.

Neuartige Biokunststoffe

Es gibt viele Ansätze plastikähnliche Materialien biologisch abbaubar oder aus anderen Substanzen als Erdöl herzustellen. Dabei wird meist angestrebt, das Cradle to cradle-Prinzip von einem endlosen Nutzungskreislauf umzusetzen und Entsorgung zu vermeiden, oder verstärkt Abfall- oder Nebenprodukte zu verwerten.

Statt auf Reduktion durch Verbote oder Kostenpflichtigkeit von Plastiktüten zu setzen, setzen Firmenketten auch auf Biokunststoffe - wobei allerdings der Entsorgungsfaktor bestehen bleibt.

Leider ist im Alltagsgebrauch optisch kaum zu unterscheiden, ob das verwendete Plastikmaterial aus mineralölbasiertem Plastik oder Bio-Kunststoff besteht. Das macht es schwer, Bio-Kunststoff-Verwendung gezielt zu fördern und nicht alle Folien und Behälter gleichermaßen zu vermeiden. Es hilft dem ökologischen Gleichgewicht nicht, wenn riesige Waldflächen dazu gerodet oder verwendet werden, um neben dem Futtermittel für die Fleischproduktion oder dem boomenden Palmölanbau nun auch noch Kunststoffe zu produzieren.

Bei Biokunststoffen unterscheidet man zwischen

  • Bioplastik, bestehend aus erneuerbaren Rohmaterialien - dazu gehören zum Beispiel
    • PLA: Polymilchsäuren werden von Bakterien aus Milchprodukten produziert und sind Grundlage für einen Kunststoff, der endlos recycelt werden kann und bei Bruch sortenrein weiterverarbeitet werden kann. Die Hamburger Designer-Firma "Mutter" hat zum Beispiel aus Molke den Milk-Tumbler konzipiert. Dieser wird zum Vertrieb von regionaler Ökomilch eingesetzt. Mehr dazu hier.
      Das BASF-Produkt Ecovio aus Mais-PLA wurde als Ersatzstoff für das herkömmliche PE von Einkaufstüten entwickelt. Neben Kleidung können aus Casein auch Kunststoffgranulate und Mikroplastik für Kosmetik hergestellt werden. Das Galalith aus Casein galt bereits 1897 als Ersatz für Elfenbein.
    • Cellulose: ist ein Grundstoff aus Pflanzenfaser. Das erste daraus hergestellte Produkt war 1869 das Celluloid, das bei einem Preisausschreiben für Ersatz von Elfenbein bekannt wurde. Celluloseactetat ist jedoch ein modifizierter Naturstoff, der nicht mehr unbedingt biologisch abbaubar ist durch Schimmelpilze und Bakterien. Celluloseacetat wird für seidenähnliche Textilfasern und Zigarettenfilter benutzt.
    • Holzfaser: Viskose (Reyon oder "Kunstseide") wie auch Modal und Lyocell (Sportbekleidung Tencel) bestehen hauptsächlich aus chemisch modifizierter Holzfaser, die biologisch abbaubar sein soll. Allerdings werden bei der Herstellung giftige Gase frei. Lignin ist ein Bindestoff aus Holzfaser (wie Arboform in der Autoindustrie). Die Stuttgarter Firma Tecnaro hat sich darauf spezialisiert.
    • TPA: thermoplastische Stärke zum Beispiel aus Kartoffeln, Weizen oder Mais. Sie macht 80 Prozent des Marktanteils aus.
    • PHA: aus Zuckern wie Mais und Zuckerrüben gewonnen - eine Herstellungs-Technik wurde ursprünglich von Procter & Gamble entwickelt.
    • PHB: ein Biopolymer, das von Bakterien produziert wird aus Zucker/Stärke oder dem ökologisch problematischen Palmöl.
    • Chitin-basierte Kunststoffe aus Abfällen der Garnelenproduktion
    • Gelatine aus Verwertung tierischer Nebenprodukte (essbarer Kunststoffersatz zum Beispiel für Medikamentenkapseln)
  • Mineralöl-basiertes Plastik, dem Additive zur biologischen Abbaubarkeit zugesetzt werden. Häufig sind daran spezielle Bakterien beteiligt, die Öl oder zum Beispiel auch Nylon abbauen können.
    • Ecoflex: ist ein von BASF entwickelter, kompostierbarer biologisch abbaubarer Kunststoff, der als Zusatz für Verpackungen aus anderen Biokunststoffen verwendet wird. Die Zugabe ergibt je nach Mischverhältnis Materialeigenschaften von Folien bis Hartplastik.

Mehr zu Biokunststoffen kann man zum Beispiel auf Wikipedia lesen.

Entsorgung von Biokunststoffen

Man könnte meinen, dass biologisch abbaubare und kompostierbare Kunststoffe im Biomüll entsorgt werden können. Dies ist jedoch leider nicht der Fall, da sie sich optisch nicht von nicht-abbaubaren Kunststoffen unterscheiden und somit aus dem Biomüll aussortiert werden würden. Außerdem würden die Biokunststoffe länger zur Kompostierung benötigen als der Biomüll.

In den gelben Sack gehören Biokunststoffe ebenfalls nicht, da sie von der Wiederverwertungsgebühr befreit sind.

Deshalb müssen biologisch abbaubare und kompostierbare Kunststoffe im Restmüll entsorgt werden.

Bei Ablagerung in der Natur sind Biokunststoffe "umweltfreundlicher" als normales Plastik. Da der Zerfallprozess allerdings mehrere Monate braucht, nutzt dies der Tierwelt auch wenig. Die Tiere halten auch den Biokunststoff für Nahrung und können daran sterben.

Kreative Nutzung von Plastikmüll

Im Himalaya ertrinken regelmäßig Kinder und Erwachsene bei den jährlichen Überschwemmungen der großen Flüsse. In Nepal unterstützt die Organisation ADRA unter anderem ein Projekt, wo sich die Menschen aus PET-Flaschen Schwimmwesten herstellen.

In vielen Drittländern werden PET-Flaschen genutzt um Tageslicht in Wellblechhütten zu bringen oder Häuserwände herzustellen, wie zum Beispiel hier in Panama.

Die Firma girlfriend collective organisiert in Taiwan eine Mülltrennung, recycelt Plastikflaschen zu einem weichen Stoff, aus dem unter anderem Leggings hergestellt werden.

Die dänische Firma Zen by Sen stellt Yoga-Kleidung aus alten Fischernetzen her.

Die Firma AEG verkauft in Deutschland Öko-Staubsauger*, die aus 55 bis 65 Prozent Recycling-Plastikflaschen bestehen.

Die Gehäuse der PC-Computermaus "Fairmaus" von Nager IT wurden lange Zeit aus Recycling-Plastik hergestellt. Dabei galt es eine Mischung zu finden, die flexibel genug war um nicht spröde zu zersplittern, aber hart genug, um nicht zu zerbrechen. Inzwischen wird ein nachwachsender Bio-Rohstoff verwendet: Zuckerrohr.

Die Facebook-Seiten Upworthy und NowThisFuture zeigen ein Video, wo Senioren in einem Heim aus Plastiktüten Decken für Obdachlose "häkeln". Hierbei wird die isolierende Eigenschaft von Plastik genutzt.

Probleme die Plastik mit sich bringt

Die Industrie hat eine unerschöpfliche Vielfalt von Verwendungsmöglichkeiten für Plastik entdeckt, um immer neue Produkte angenehm und gut (ver-)käuflich zu gestalten.

Mittlerweile ist sehr viel in Plastik verpackt beziehungsweise enthält (Mikro)Plastik - auch bei Produkten, bei denen es nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist.

Die Menschheit hat Stand Januar 2018 circa 8 Milliarden Tonnen Plastik verbraucht und die Tendenz ist nach wie vor steigend[1].

Dieser hohe Verbrauch ist aus folgenden Gründen problematisch:

  1. Plastik hat einen enorm hohen Ressourcenverbrauch.[1]
  2. Plastik braucht je nach Kunststoffart mehrere hundert Jahre, um sich vollständig abzubauen.[1]

Weichmacher - Probleme für Menschen

Weichmacher werden gern im Plastik bei Spielzeug, Gebrauchsgegenständen und für Verpackungen verwendet, zum Beispiel bei Einwickelfolien für Fleisch/Wurst/Gemüse, Einweg-Behältern zum Abpacken und bei dünnen Kunststoff-Getränkeflaschen.

Ein Teil der kritischen Chemikalien dringt in Verpackungsinhalte ein und wird dann mit verzehrt. Manche gesundheitsschädliche Wirkung entfaltet sich auch erst im Zusammenspiel mit dem dazukommenden Sauerstoff, wenn zum Beispiel eine Cola-light oder Cola-Zero-Flasche geöffnet wird und erst nach und nach ausgetrunken wird. Ausführlicheres zu Weichmachern hier.

Wirkungen im menschlichen Körper sind zum Beispiel:

  • Negative Auswirkung auf die Lernfähigkeit (Gehirn). Man vermutet inzwischen auch Zusammenhänge bei Demenzerkrankungen wie Alzheimer, die epigenetisch vererbbar sind.
  • Die Hormon-ähnliche Wirkung ist auch an Übergewicht und Diabetes beteiligt, wie die Ergebnisse von 240 Studien nahe legten. Das bei PVC häufig verarbeitete Bisphenol A ist ein künstliches Hormon, das zwar selbst nicht giftig ist, aber an Östrogen andockt, welches dann Gene fälschlich aktiviert (epigenetische Wirkung). Auf diese Weise verursacht Bisphenol A Veränderungen - besonders bezüglich der Sexual-Funktionen - die auch vererbbar sind.[3]
    • Am bekanntesten ist die negative Auswirkung auf die Beweglichkeit von Spermien bei Jungen, was dann zu verminderter Zeugungsfähigkeit und Impotenz führt.
    • Bei Mädchen setzt die Geschlechtsreife (Pubertät) wesentlich früher ein. Dieser Zeitpunkt entspricht nicht nicht der geistigen Reife.
  • Die Östrogen-ähnliche Wirkung fördert die Entstehung von hormonabhängigen Krebsarten wie Brust- und Prostatakrebs.
  • Die nicht verstoffwechselbaren Ablagerungen und der aus der Balance geratene Hormonstoffwechsel führen zu unterschwelligen Entzündungen und fördern die Entstehung von Auto-Immunerkrankungen.

Der unfreiwillige "Konsum" von Weichmachern beginnt bereits im Babyalter durch das in-den-Mund-nehmen von ungeprüftem Spielzeug (besonders oft Billigimporte aus Fernost) und Plastik-Trinkfläschchen. Als Ersatzstoff für Babyfläschchen und Trinkflaschen ist Stand 2015 BPA-freies Tritan im Angebot.

In Spielzeug kann man heutzutage schon weitgehends auf Weichmacher verzichten - wie weit die Import-Hersteller das auch tun, kann man schlecht sehen. Um sicher zu gehen, kann man beim Kauf auf die Bezeichnung "PVC-frei" achten: 80 bis 90 Prozent aller Weichmacher werden nämlich dem spröden PVC beigemischt um Weich-PVC daraus zu machen.

Probleme für Natur und Umwelt

Plastik und Mikroplastik gelangen über Flüsse ins Meer. In den Weltmeeren haben sich bereits 5 gigantische Müllstrudel voller Plastik gebildet. Wissenschaftler sagen, dass der Aufwand zur Entsorgung dieser Massen unbezahlbar sei. Gleichzeitig kommen aber Erfinder von einfachen, gut bezahlbaren Techniken zum Einfangen von Plastik aus dem Meer oder der Rückwandlung von Plastik in Öl nicht voran, das Problem anzugehen.

Ein weiteres Problem: Durch das Zersetzen wird das Plastik immer kleiner und kleiner und kann von anderen Organismen wie Tieren und Pflanzen aufgenommen werden (die das Plastik mit echter Nahrung verwechseln). Dadurch landen die Schadstoffe wiederum in der Nahrungskette und in letzter Instanz damit auch beim Menschen.

Probleme für Tiere

Die Fische halten das Plastik für Nahrung und fressen es. Auch Vögel - insbesondere Seevögel - fressen das Plastik weil sie es nicht immer von Nahrung unterscheiden können. Der Magen der Vögel und Fische ist dann voller unverdaulicher Plastikpartikel, sodass keine Nahrung mehr reinpasst. Die Folge ist, dass die Vögel und Fische trotz vollem Magen elendig verhungern.

So wie im Juni 2018 ein Wal mit 8 Kilogramm Plastiktüten im Magen verendete,[4] geht es vielen Tieren. Auch in Deutschland verendeten 2 Pottwale Ende Januar 2018 an einem Nordseestrand. Die Bäuche waren voll mit Plastikmüll, sogar einem 70cm-langem Autoplastikteil, das er für einen Tintenfisch gehalten haben mag.[5]

Mikroplastik in der Nahrungskette

Das Mikroplastik gelangt über verschiedene Wege in unsere Nahrungskette:
In der Kosmetikindustrie wird Mikroplastik als Filmbildner oder Füllstoff, aber auch in flüssiger Form zum Beispiel als Bindemittel verwendet. Mikroplastik wird auch als haut- und zahnschmelzfreundliches Schleifmittel in Duschgels, Peelings und Zahnpasta eingesetzt.

Feinste Plastikteilchen gelangen so über Haut und Aufnahme in den Körper. Der Rest gelangt ins Abwasser und taucht über die Verwendung von Grund-/ und Trinkwasser in der Produktionskette wieder auf in Nahrungsmitteln wie Bier, Milch und Honig. Die Partikel werden vom Körper oftmals nicht erkannt und ausgeschieden und können sich dann im Gewebe von Tier und Mensch ablagern. Von dort verursachen sie dann Gesundheits-Probleme.

Beispiele, wie das Mikroplastik in unsere Nahrungskette gelangt:[6]

  • Gesunde Pollen erhöhen den Wert von Honig; also nimmt man grobmaschigere Siebe - die allerdings auch Plastikpartikel aus der Umwelt durchlassen, die von den Bienen herangetragen werden.
  • Aus der Wäsche von Fleece-Pullovern gelangen eine Menge Plastikfasern ins Abwasser und in die Kläranlagen, wo sie nicht immer herausgefiltert werden.
  • Die in Zahnpasta und Duschgel beigesetzten Partikel gelangen in die Kanalisation. Aufgrund seiner geringen Größe kann das Mikroplastik in Kläranlagen nicht ausgefiltert werden und gelangt in die Gewässer und somit in unsere Nahrungskette. Zusätzlich können sich sich Schadstoffe aus dem Wasser an der Oberfläche des Mikroplastiks anlagern.
  • Aus dem Wasser werden die Partikel von Tieren aufgenommen und gelangen über Fisch, Meeresfrüchte und aus Wasser hergestellten Getränke in den menschlichen Körper.
  • Ebenso nehmen die Leitungswasser-getränkten Nutztiere die nicht herausgefilterten Plastikteile auf, wo es später im Fleisch auf unseren Tellern landet. Im Körper werden dann auch die angelagerten Schadstoffe wieder frei.

Der BUND hat eine Liste von Kosmetikartikeln herausgebracht, in denen Mikroplastik-Arten verwendet werden. Einige Hersteller haben bereits angekündigt, zukünftig auf die Verwendung zu verzichten, wie im WDR-Beitrag vom 7.10.14 "Mogelpackung: Mikroplastik in der Kosmetik" gemeldet wurde. Einige Bier- und Mineralwassersorten sind im NDR-Beitrag Markt vom 2.6.14 "Mikroplastik in Mineralwasser und Bier" zu sehen.

In USA haben immer mehr Staaten ein Verbot von Mikro-Plastik-Partikeln gesetzlich verankert, im Mai 2015 auch Californien, wie die website Thinkprogress.org unter Climate-progress berichtet.

It's a plastic world

In diesem toll gemachten Video (von 2014) erfährst du innerhalb von knapp 5 Minuten

  • warum Plastik(Müll) so gefährlich ist
  • und was wir tun können um Plastik(Müll) zu vermeiden

Allgemeines

Zahlen zu Plastik

  • Stand 2014 wurden allein in Deutschland 10.000 Plastiktüten pro Minute verbraucht.[7]. Dies deckte sich ungefähr mit der Angabe, dass jeder Bundesbürger pro Jahr 71 Plastiktüten verbraucht.[8]. Stand 2015 sind erst wenige Ladenketten umgestiegen auf biologisch abbaubare, kompostierbare Plastiktüten (wie zum Beispiel die Rossman-Drogerie und TeGut).
  • Ein EU-Bürger verbraucht im Jahr 198 Plastiktüten. Ein Deutscher verbraucht dabei "nur" 71 Tüten, wohingegen ein Portugiese auf knapp 500 Tüten kommt.[8]
  • Eine Plastiktüte wird im Durchschnitt nur 25 Minuten lang genutzt.[9]
  • Bis mineralöl-basiertes Plastik zerfällt, dauert es 450[8] bis 500 Jahre. Biologisch abbaubarer, kompostierbarer Biokunststoff braucht dagegen nur wenige Monate.
  • Zwischen der Adria und der Riviera treibt ein Kunststoff-Teppich aus 250 Milliarden Teilchen, der über 500 Tonnen wiegt.[8] Man errechnete, dass die Entsorgung davon mehrere Jahrzehnte benötigte und Unsummen von Geld verschlingen würde (bis der Niederländer Boyan Slat mit seiner Erfindung The Ocean Cleanup das Gegenteil bewies und mit Hilfe einer populären Crowdfunding-Aktion mit der Durchführung starten konnte).

Herstellung

Herkömmliches Plastik wird aus Erdöl gewonnen. Erdöl ist wiederum ein fossiler Energieträger, also ein Energieträger der im menschlichen Maßstab gesehen nicht nachwächst.

Es gibt einfache bis klein-industrielle technische Anlagen, die Plastik wieder zurück wandeln können in Öl oder auch in andere Produkte recyceln können. Ein Beispiel für die Rückgewinnung von Heizöl und Diesel aus Plastikabfällen, die zu aufwändig zum sortenreinen Sortieren sind, ist die Schweizer Firma Plastoil, die 2015 bei Dresden ein Werk fertigstellen will. Aus 1 Kilo Plastik könne 1 Liter Heizöl gewonnen werden, bei 27 Cent Produktionskosten - also durchaus wirtschaftlich.

Abbau

Plastik ist kaum biologisch abbaubar. Der Verrottungsprozess dauert zu lange um um das Problem "Plastikmüll" für die Zukunft der Erde ignorieren zu können.

Die Forscherin Federica Bertocchini entdeckte durch Zufall eine Raupe, die Plastik frisst: Nachdem die Forscherin und Hobby-Imkerin die Raupen der Wachsmotte von ihren Bienenstöcken abgesammelt und in einer Plastiktüte verwahrt hatte, hatten die Larven nach einer Weile die Tüte durchlöchert. Hier ist jetzt die Forschung aufgenommen worden, das Enzym zu isolieren, welches das Kunststoff Polyethylen (PE) zersetzt. Mehr dazu hier.

Plastik-Verbote

Frankreich hat als erstes europäisches Land 2014 Weichmacher (Bisphenol A) in Plastik verboten. Seit 2016 sind in Frankreich auch Einweg-Plastiktüten verboten - mit Ausnahme von kompostierbaren und biobasierten Tüten. Einweg-Plastikgeschirr soll 2020 folgen.[10]

Südkorea hat laut Greenpeace[11] seit Juli 2017 Mikroplastik in Kosmetik gesetzlich verboten.

Bereits 1997 wurden im indischen Bundesstaat Sikkim nicht-organisch-abbaubare Materialien wie Plastiktüten verboten.[12]
In Tansania und Ruanda sind Plastiktüten schon seit 2005 verboten. Ebenso haben Kamerun, Uganda, Äthiopien und Anfang 2017 auch Kenia einen Plastiktüten-Bann verhängt.[13]
San Francisco schaffte als erste amerikanische Stadt 2007 Plastiktüten in den Supermärkten ab. Viele andere Großstädte weltweit folgten schon, siehe diese Liste hier.


Freiwillige Aktionen in Deutschland:

  • In Billerbeck bei Münster/Westfalen konnte ein Jahr nach der Aktion Unplastic Billerbeck (abrufbar bis 20.9.17) Bilanz gezogen werden: Im September 2015 wurden die letzten Plastiktüten "zu Grabe getragen". Mit Hilfe von interessanten und spektakulären Aktionen in Zusammenarbeit mit dem Münsteraner Künstler Nufer hofften die Akteure, den Verbrauch um wenigstens 30 Prozent zu reduzieren. Tatsächlich wurden 60 Prozent erreicht.
  • Die Städte des Kreis Steinfurt haben sich vorgenommen Plastiktüten-frei werden.
Online-Kongres

Thematisch passende Online-Kongresse:

  • Green-Revolution-Nachhaltigkeitskongress* von Melanie Marchioni-Kerkletz, Daniel Pichler, Ina Boahene. Bleistift.png
    Finde zurück zur Natur. Bringe Befreiung, Leichtigkeit und Heilung in dein Leben.
    Stichworte Nachhaltigkeit, Bakterien, Hygiene, Plastik, Umwelt, Minimalismus, Effektive Mikroorganismen
    Beschreibung:
    Dieser Kongress könnte dich interessieren, wenn du:
    • Minimalismus, Nachhaltigkeit und effektive Mikroorganismen spannend findest
    • frei von der Angst vor Bakterien und Viren werden willst
    • kraftvolle, natürliche Hygienealternativen kennen lernen und gerade damit in einem hygienischen, sauberen Umfeld leben willst
    • zurück zum Ursprung finden willst
    • erkennen willst, wie ein Leben ohne Plastik geht
    • die tiefe Befriedigung eines nachhaltigen Lebens spüren willst
     

    Mitwirkende:
    Ina Boahene, Otto Hurnaus, Frau Zschocke, Petra Haubner, Nadine Schubert, Christoph Harrach, Joachim Klöckner, Kim Wucherer, Sophie Fiebig, Jörg Miksa, Bettina Steinbrugger, Daniel Pichler, Gunter Pauli, Fabian Wollschläger, Martin Sanoll, Sabine Kley, Haiko Pieplow, Kirsten Loesch, Robert Rotter, Jacey Bingler, Eva Feistauer, Johannes Gutmann, Derek Pando, Bert Ehgartner, Christian Hüttl, Sarah, Verena, Peter Painer, Sebastian Wachter, Melanie Marchioni-Kerkletz

Weiterführendes

Artikel

Videos

Filme

  • Plastic Planet - der Film von Werner Boote über das Plastik-Zeitalter (eingebettet in einem Info-Artikel) Bleistift.png

Weblinks

  • bund.net - Infoseite Umweltschutz mit vielen Themen; unter anderem Natur, Plastik, Atomkraft, mit der FoxTox-App für Hormone-Schadstoffe in Kosmetik. Bleistift.png
  • de.qmilk.eu - Upcycling von unbrauchbarer Milch: seidenweiche Kleidung, Luxus-Naturkosmetik, Plastik-Granulat-Ersatz (Spielzeuge), mit Weiterentwicklungpotential des aus Kasein gewonnen Biopolymers. Bleistift.png
  • klimaretter.info - Magazin zur Klima- und Energiewende - inlusiver einem "Whistleblower"-Buttton zum Anzeigen von umweltschädlichen Tätigkeiten. Bleistift.png
  • nalgene.com - Hersteller von BPA-freien Plastik-Trinkflaschen Englisch Bleistift.png
  • plasno.de - Onlineshop für Plastikfreie Waren - Hunderte Produkte von Gebrauchsgegenständen über Geschenke und Sofas aus Pappe Bleistift.png
  • plasticseurope.de - Info-Plattform zum Thema Plastik - von Kunststoffverbänden aus aller Welt - Aktivitäten gegen Plastikverschwendung, Recycling-Möglichkeiten, Weltmeeres-Verschmutzung und weiteres Bleistift.png
  • theoceancleanup.com - Projekt von Boyan Slat zur Säuberung der Ozeane von Plastikmüll, mit News zum aktuellen Stand der Expeditionen Englisch Bleistift.png
  • trashbusters.de - Aktionen gegen Plastik-Müll Bleistift.png

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Autoren

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Einzelnachweise

  1. a b c d Das Erste - Ein Tag ohne... Plastik vom 10.1.2018, abgerufen am 24.2.2018
  2. Greenpeace energy-Newsletter am 20.4.2018
  3. Wie Nahrung unser Erbgut beeinflusst - Doku Epigenetik
  4. [1]
  5. Pottwale in Deutschland tot aufgefunden...
  6. BZ-Basel-Artikel vom 26.3.14
  7. http://www.karmakonsum.de/2014/08/21/mitmachen-aktionswochen-plastiktuten-abschaffen
  8. a b c d Nürnberger Nachrichten, 19.11.2014
  9. http://www.trashbusters.de
  10. http://netzfrauen.org/2014/11/06/vorbildlich-frankreich-verbietet-weichmacher-einweggeschirr-und-plastiktueten
  11. https://twitter.com/greenpeace_de/status/783299566284247040 von Oktober 2016, abgerufen am 21.3.2017
  12. Sikkim - von der Bio-Vision zur Realität
  13. ATTN - Kenya just banned plastic bags
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