Das Secret Wiki ist ein Portal für Persönlichkeitsentwicklung, Spiritualität, Gesundheit und Nachhaltigkeit.
Es vermittelt "Wissen für (D)eine neue Welt".
Wenn du aufgeschlossen bist und das hier präsentierte Wissen anwendest, kann dein Leben dadurch lebenswerter und nachhaltiger werden.

Cradle to cradle

Aus Secret Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Cradle to cradle
Er entwickelte das Konzept von Cradle to cradle zusammen mit William McDonough: Prof. Dr. Michael Braungart

Cradle to Cradle bedeutet auf Deutsch so viel wie "Von der Wiege zur Wiege". Abgekürzt werden die Produkte auch als "C2C" bezeichnet und zertifiziert.

Cradle to Cradle bezeichnet ein Prinzip, bei dem Produkte am Ende ihres Lebens nicht mühsam entsorgt, aufbereitet oder verbrannt werden müssen, sondern alle ihre Bestandteile ökologisch gerecht wieder nutzbar sind wie im geschlossenen Kreislauf der Natur.


Vision

Cradle-to-Cradle - zu deutsch "von der Wiege zur Wiege" ist sprachlich ein Gegenpol zu dem Spruch "von der Wiege bis zur Bahre": es bezeichnet einen endlosen "Geburten"-Nachhaltigkeits-Zyklus ohne den Produkt-Tod mit der Müll-Hinterlassenschaft.

Entwickelt wurde das Konzept vom Umweltchemiker Prof. Dr. Michael Braungart und von William McDonough in 2010. Braungarts Vision war eine Welt, in der man einfach alles wegwerfen kann, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen und ohne Abfall zu produzieren. Produkte sollen vielmehr so konzipiert sein, dass sie sich mühelos in anderer Form weiterverwenden lassen: Ähnlich wie bei Bäumen, deren Blütenblätter abfallen und komplett als verwertbare Nährstoffe dem Baum wieder zur Verfügung stehen.

Grundprinzipien

Das herkömmliche aber uneffiziente Einspar-Prinzip wird kann nur noch aufgefangen werden durch eine Umstellung auf ein "Überfluss-aber-nährstoffreich"-Prinzip. Das erfordert ein radikales Umdenken hin zu einer "Endlos"-Nachhaltigkeit.
Das bisherige Konzept ist, möglichst weniger giftig zu agieren und mehr einzusparen. Das führt jedoch nach Prof. Braungart letztlich nur dazu, dass man etwas langsamer "vor die Wand" fährt statt tatsächlich "die Kurve zu kriegen".

Das einzig wirksame Konzept ist demnach, alle Dinge, die wir gern benutzen, neu zu "erfinden" aus Materialien, die zu hundert Prozent kreislauffähig sind. Damit folgt das Cradle-to-Cradle-Prinzip dem Natur-Prinzip des reichhaltigen Überflusses. [1]

Kreislauf schließen

In der heutigen Kultur werden Produkte möglichst effizient hergestellt - allerdings mit Hilfe von Materialien, die einen Recycling-Prozess erzwingen, bei dem nur Teile recyclebar sind und der Rest als immer giftigerer Klärschlamm zur Entsorgung verbleibt. Beispiel: Altpapier hat in der Schweiz eine Sammelquote von über 90% - allerdings ist vom Altpapier nur 60% wiederverwertbar, die Zellulose. Der Rest ist durch die verwendeten modernen Farben und Chemikalien zu hochgiftigem Sondermüll geworden. Die Druck-Firma Gugler hat in Zusammenarbeit mit Prof. Braungart, EPEA-Umweltinstitut Hamburg Papier und Farben entwickelt, die keine Schadstoffe hinterlassen.

Das alte Prinzip weniger Rindfleisch essen aus mehr artgerechter Haltung, bedeutet immer noch, dass viele Ressourcen an Land und Futtermittel benötigt werden für ein Proteinprodukt mit nur 60 Prozent Verwertung. Das Protein aus Algenmehl ist zu 100 Prozent verwertbar und nicht so kritisch für das westliche Ekelgefühl gegenüber Insekten.

Dienstleistung statt Besitz verkaufen

In der heutigen Kultur werden Dinge bzw. Produkte hergestellt zum Verkauf - mit der Folge, dass die Materialien billiger, schlechter, ungesünder werden, damit mehr Produkte verkauft werden können. Stattdessen wird im Cradle-to-Cradle-Prinzip eine Dienstleistung verkauft - mit der Folge, dass die Materialen besser, gesünder und damit wertvoller werden, damit das Produkt möglichst lange hält.

Beispiel:[2] Firma Schüco vertrieb hochwertige Solarprodukte, die nach 19 Jahren noch über 90% Leistung erbringen - verkauft wird hier sozusagen das "Einfangen der Photonen". Statt dieses zu fördern, gehen die deutschen Qualitätsfirmen zugrunde, weil mehr von den billigeren chinesischen Produkten gewählt wird. Diese haben nach 5 Jahren nur noch 50% Leistung, müssen bald erneuert werden und binden bei der Entsorgung auch noch eine Menge unverwertbarer Rohstoffe: Müll, der die Erde "ausplündert".
Subventionen werden dazu beantragt, um billiger produzieren und verkaufen zu können statt zur Unterstützung von Herstellern mit effektiveren langlebigen "Dienstleistungs"-Produkten.

In Vorträgen in aller Welt stellt Prof. Braungart seine Ideen und Konzepte vor - zu finden auf youtube.

Umsetzung

Die Non-Profit-Organisation Cradle to Cradle Products Innovation Institute vergibt den Produktstandard "Cradle to Cradle Certified™", an Produkte, die die Cradle to Cradle-Maßstäbe erfüllen.
Auch die Umweltgutachter-Firma OmniCert erstellt Zertifikate für C2C-Produktreihen.

Das von Prof. Braungart gegründete EPEA-Umweltinstitut Hamburg kann angefordert werden zur Untersuchung und Beratung.

Der Verein Cradle to Cradle e.V. mit Kongress, Akademie und Fachforum unterstützt Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen zum Thema.

Produkte und Händler

Viele unterschiedliche Firmen haben C2C-zertifizierte Produktlinien, wie zum Beispiel die Sportswear-Firma Trigema, Schüco Fenster- und Solar, Rehaus Wasserrohre. In Norbert Blüms Film "Im Auftrag meiner Enkelin" kommt auch das BIQ-Algenhaus in Hamburg-Wilhelmsburg zur Sprache, das als Musterhaus auf der Internationalen Bauausstellung gebaut wurde und zu deutlich höherer Energieausbeute geführt hatte als erwartet.

Man kann im Internet Händler-und/oder Produkt-Listen finden und bei seiner Neuanschaffung gezielt danach suchen, zum Beispiel Cradle-to-cradle-Produkte und Cradlelution., die unter anderm mit einer "Nutzen-statt-besitzen"-Seite Mietbücher über das Cradle-to-cradle-Prinzip anbietet. Im Avocadostore werden ebenso C2C-Produkte angeboten wie Büromaterial (Stifte von Stabilo und Ordner), Flipflops, Kinderbücher aus dem Neunmalklug-Verlag, Windeln und Handtücher. Selbst bei Amazon kann man C2C-Produkte finden, wie zum Beispiel Kopierpapier von Fa. Steinbeis, Toilettenpapier und Seifenspender von Fa. Van Houtum.

Alle zertifizierten Produkte und Händler kann man einsehen auf Cradle-to-cradle-produkte.de.

Weiterführendes

Artikel

Videos

Filme

  • Im Auftrag meiner Enkel - Norbert Blüm erkundet die Zukunft - Norbert Blüm erkundet verschiedene Ansätze zur Entwicklung der Welt - Prof. Braungart (Cradle to Cradle) mit einer ökologischen Mustersiedlung, die Haltung von Millionären, "für eine Zukunft ohne Habgier", Couchsurfing und vieles andere. Bleistift.png

Weblinks

  • biq-wilhelmsburg.de - Anlässlich der Internationalen Baumesse wurde in einer Mustersiedlung ein Algenhaus nach Prof. Braungart gebaut, wo die Wände verkleidet sind mit Algen, die überraschende Mengen an Energie produzieren durch Photosynthese. Bleistift.png
  • braungart.com - Website von Prof. Dr. Michael Braungart Bleistift.png
  • c2c-ev.de - Verein Cradle to Cradle e.V., Ausrichter des C2C-Kongress September 2018 an der Leuphania-Universität Lüneburg. Mit Regionalgruppen-Liste, Mediathek und youtube-Kanal. Bleistift.png
  • epea.com - aktueller Veranstaltungskalender zum Thema Nachhaltigkeit und C2C Bleistift.png

 (Hilfe)

Autoren

Jeder Autor hat seine eigenen Passagen zu diesem Artikel beigesteuert. Deshalb muss nicht jeder Autor alle Passagen des Artikels unterstützen.
Zahl in Klammern = Anzahl der Artikel-Bearbeitungen dieses Autors. Eine hohe Anzahl bedeutet nicht zwangsweise, dass dieser Autor auch viel Inhalt zum Artikel beigesteuert hat.

Einzelnachweise

  1. Revolution der Stoffkreisläufe, Vortrag von Prof. Braungart auf der 7. Hamburger Energie- und Umwelttagung Hamburg 2015
  2. Cradle to Cradle Workshop Entrepeneurship Summit 2016
Schön, dass du den Artikel bis hier gelesen hast. Das zeigt dein Interesse am Thema. Um weiterhin auf dem Laufenden zu bleiben, trag dich einfach in den kostenlosen Secret Wiki-Newsletter ein.

Oder spendiere uns einen  Tee  um weiterhin Wissen für Deine neue Welt auf dem Secret Wiki genießen zu können.

Zusätzliche Möglichkeiten:

  • Teile den Artikel mit deinen FreundInnen (Teilen-Buttons sind links oder unten).
  • Hinterlasse unten einen Kommentar.
  • Wenn du Anregungen hast, kontaktiere uns oder werde MitschreiberIn.
Erzähl's weiter:

Was sagst du zu diesem Thema?

Mind Movies*