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Nahrungsergänzungsmittel

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Nahrungsergänzungsmittel
Presslinge der Spirulina Süßwasseralge - randvoll mit natürlichen Vitalstoffen

Dieser Artikel soll helfen, die Bedeutung von Nahrungsergänzungsmitteln zu beleuchten und auch kritisch zu hinterfragen.

Ergänzend wird auf die rechtliche Abgrenzung zu anderen Produktarten und auf die politische Situation eingegangen.

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Dieser Artikel bezieht sich auf das deutsche Recht, das für den Bereich der Lebensmittel beziehungsweise Nahrungsergänzungsmittel mittlerweile mit dem EU-Recht annähernd gleichzusetzen ist.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Nahrungsergänzungsmittel zählen rechtlich gesehen zu den Lebensmitteln, dienen also der Ernährung. Sie unterliegen damit weitestgehend denselben rechtlichen Grundlagen, wie lose und "normal" verpackte Lebensmittel. Die Hauptunterschiede liegen in der Art der Verpackung, der Konzentration der enthaltenen Vitalstoffe und der Kennzeichnungsvorschriften.

Die gesetzliche Definition von Lebensmitteln lautet:

"Lebensmittel sind alle Stoffe oder Erzeugnisse, die dazu bestimmt sind oder von denen nach vernünftigem Ermessen erwartet werden kann, dass sie in verarbeitetem, teilweise verarbeitetem oder unverarbeitetem Zustand von Menschen aufgenommen werden. […]
Zu Lebensmitteln zählen auch Getränke, Kaugummi sowie alle Stoffe, einschließlich Wasser, die dem Lebensmittel bei seiner Herstellung oder Be- oder Verarbeitung absichtlich zugesetzt werden."[1]

Persönlicher Standpunkt von Ina

Nach meiner Einschätzung greift diese Definition nicht weit genug. Sie geht in keiner Weise auf die Qualität der Nahrungsmittel ein oder den benötigten Nähr- und Vitalstoffbedarf. Nach dieser Definition wären auch Giftstoffe Nahrungsmittel, alleine weil man von ihnen erwarten kann, "dass sie vom Körper aufgenommen werden". Hier wäre ein eindeutiger Gesundheitsbezug wünschenswert.

Dieser Artikel befasst sich rechtlich mit den so genannten "Lebensmitteln". Er dient jedoch vor allem der Einordnung der Lebensmittel, insbesondere der Nahrungsergänzungsmittel, im gesundheitsfördernden Sinne.
Abzugrenzen sind hier die reinen "Genussmittel", von denen im Allgemeinen niemand erwartet, dass sie gesundheitsfördernde Eigenschaften haben.

Genau genommen können auch Genussmittel gesundheitsfördernd sein, wie zum Beispiel die sehr aktive Rohkostbranche zeigt. Dort werden geschmacklich sehr ansprechende Rohkostkuchen, -plätzchen und andere Leckereien kreiert, die geschmacklich oft viel eindrucksvoller sind, als herkömmliche "Süßigkeiten".
Auf konventionelle Genussmittel ohne gesundheitlichen Wert wird in diesem Artikel nicht weiter eingegangen.

Zusammensetzung von Lebensmitteln

Lebensmittel und damit auch Nahrungsergänzungsmittel können beziehungsweise dürfen unter anderem folgende Stoffgruppen enthalten:

Primäre Nährstoffe:

  • Kohlenhydrate
  • Eiweiße
  • Fette

Sekundäre Nährstoffe (im Folgenden auch "Vitalstoffe" genannt):

  • Vitamine
  • Mineralien
  • Spurenelemente
  • Sekundäre Pflanzenstoffe wie z.B. Enzyme, Co-Enzyme, Polyphenole oder Antioxidantien

Ballaststoffe:

  • Unverdauliche Nahrungsbestandteile wie Pflanzenfasern

Weiterbearbeitete Lebensmittel, die in den Handel kommen, können verschiedene Lebensmittelzusatzstoffe enthalten, die in der Lebensmittelverordnung definiert sind. Dazu zählen zum Beispiel Emulgatoren, Farbstoffe, Aromastoffe, Geschmacksverstärker, Triebmittel (Backpulver, Hefe), Antioxidationsmittel und Füllstoffe.

Zulässig sind ebenfalls rein synthetisch hergestellte Lebensmittel und Zusatzstoffe, soweit sie den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.

Beispiele

Beispiele für Nahrungsergänzungsmittel sind:

  • Weizengrassaft* (Eigenherstellung: Weizen ansähen, Gras entsaften)
  • LaVita (flüssiges Konzentrat)
  • VitLine (Pulver, enthält Zucker zur Süßung)
  • Sanacolon (Pulver aus Kräutern, Wurzeln usw.)
  • Algenpräparate wie Chlorella (Blaualgen), Spirulina (Grünalgen); jodhaltig sind z.B. Braunalgen (engl. Kelp)
  • Lifeplus* (Große Palette von Nahrungsergänzung. Das erste Mal kann nur gemeinsam mit einem Partner bestellt werden.)

Einsatzgebiete von Nahrungsergänzungsmitteln

Nahrungsergänzungsmittel
Das etwas andere Frühstück

Nahrungsergänzungsmittel können verschiedene Funktionen erfüllen:

  • Allgemeine Verbesserung der Vitalstoffversorgung
  • Ausgleich einzelner Mängel an Vitalstoffen
  • Ersatz von Vitalstoffen, die der Körper nicht (mehr) selbst bilden kann
  • Stimulation oder Anregung anderer Vitalstoffe oder Nährstoffe (im Folgenden auch "Funktionsstoffe" genannt)
  • Anregung spezifischer Körperfunktionen
  • Einflussnahme auf physikalische Parameter, wie beispielsweise pH-Wert (basisch/sauer).

Notwendigkeit der Anwendung/dem Verzehr von Nahrungsergänzungsmitteln

Die Notwendigkeit, Nahrungsergänzungsmittel zu verzehren, wird kontrovers diskutiert. Dabei fallen häufig folgende Argumente:

Pro:

  • Die heutzutage angebauten Pflanzen hätten einen geringeren Vitalstoffgehalt als früher
  • Wir nähmen vermehrt Umweltgifte auf, gegen die der Körper bei normaler Ernährung nicht alleine ankomme
  • Viele Menschen hätten eine belastete Darmflora, so dass sie die aufgenommenen Vitalstoffe nicht mehr vollständig aufnehmen könnten
  • Viele Menschen lebten im Dauerstress und/oder ernährten sich ungesund, so dass die normale Ernährung den Vitalstoffbedarf nicht mehr decken könne.
  • Die Funktion der Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und sekundären Pflanzenstoffe ist wissenschaftlich hinreichend belegt und gilt als sicher in der Anwendung, soweit es sich um natürlich gewachsene Nährstoffe handelt.
  • Überdosierte Vitalstoffe könnten vom Körper problemlos ausgeschieden werden

Kontra:

  • Die Wirkung der Vitalstoffe oder einzelner Präparate sei nicht wissenschaftlich erwiesen und nur subjektiv wahrnehmbar
  • Eine Überdosierung könne schädlich sein oder zu Ablagerungen führen
  • Orthomolekulare Therapie arbeite mit zu hohen Dosierungen
  • Nahrungsergänzungsmittel könnten gefährlich sein (zum Beispiel bei schlechter Qualität und unzureichenden Überwachungsmaßnahmen im Herstellungsprozess)
  • Der verminderte Vitalstoffgehalt von Pflanzen sei nicht erwiesen
  • Der Körper nähme über die Nahrung genug Vitalstoffe auf, außer
    => in Zeiten von Erkrankungen, in der Rekonvaleszenz (Erholung nach der Krankheit), Leistungssportler und ältere Menschen.
  • Nahrungsergänzungsmittel könnten mit Schadstoffen belastet sein
  • Nicht alle überdosierten Nährstoffe könnten vom Körper ausgeschieden werden
  • Frische Nahrungsmittel und ihre Vitalstoffe seien wirksamer als Vitalstoff-Präparate in Form von Kapseln, Presslingen oder Dragees.

Theoretisch können alle diesen Aussagen korrekt sein. Tatsache ist aber, dass sie sich nicht verallgemeinern lassen. Daraus folgt, dass

  • der individuelle Vitalstoffbedarf auch individuell bestimmt werden sollte und
  • die Qualität von Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln die jeweiligen Qualitätskriterien erfüllen sollte.

Der Ausgleich der Vitalstoffmängel

Festgestellte Mängel können dann entweder über eine gezielte Ernährung(sumstellung) oder auch durch spezifische Nahrungsergänzungsmittel ausgeglichen werden. Auch eine Veränderung der Lebensumstände kann zu einer verbesserten Nährstofflage beitragen.

Je stärker der Mangel an einzelnen Vitalstoffen oder an Vitalstoffen insgesamt, desto wichtiger kann eine Nahrungsergänzung sein. Sie ist zumeist deutlich konzentrierter, als die normalen Nahrungsmittel und kann daher den Mangel schneller und häufig auch preiswerter ausgleichen.
Zum Aufrechterhalten einer guten Vitalstoffversorgung reicht in vielen Fällen eine frische, Obst- beziehungsweise Gemüse-orientierte Kost aus.
Eine präventive Messung der Vitalstoffversorgung vermittelt hier Sicherheit.

Vitalstoffanalysen

Um den individuellen Vitalstoffbedarf zu bestimmen, stehen folgende Methoden und Analysemöglichkeiten zur Verfügung:

  • Die Anamnese (Befunderhebung) einschließlich der Ernährungsgewohnheiten
  • Blut- und Zellanalysen zur Bestimmung der Nährstoffversorgung
  • Messung von toxischen Metallen und anderen Giftstoffen im Körper, die zu vermehrtem Nährstoffbedarf führen.

Auf dieser Basis kann dann ein individuelles Ernährungs- oder Nahrungsergänzungsprogramm zusammengestellt werden.

Anbieter von Analysen und Beratungen

Vitalstoffanalysen und Beratungen erhält man in verschiedenen Varianten:

  • Medizinische Analysen, vor allem anhand des Blutes, beim Arzt oder Heilpraktiker
  • Präventive Analysen des Blutes beim Arzt oder Heilpraktiker
  • Präventive oder Therapiebegleitende spektroskopische Analysen der Vitalstoffversorgung beim Heilpraktiker und bei ganzheitlich orientierten Ärzten
  • Rein präventive spektroskopische Analysen beim Ernährungsberater, in Sportstudios oder im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung ("Gesundheitstage"), die häufig von den Krankenkassen organisiert werden.

Hier findest Du eine Übersicht über die verschiedenen Analyseverfahren: Blut- und Zellanalysen

Eigenanwendung

Wer Vitalstoffprodukte anwenden möchte, ohne eine Anlyse zu haben, kann sich entweder von einem Fachmann beraten lassen oder auf Produkte zurückgreifen, die allgemein im Sinne der Gesundheitsvorsorge anzuwenden sind.
Als Gesundheitsvorsorge und allgemein unterstützende Maßnahme sind alle Präparate geeignet, die weitgehend naturbelassene Nahrungspflanzen oder Nahrungspflanzen-Kombinationen enthalten:

  • Spirula Algen: Pulver, Presslinge oder Kapseln
  • Noni Saft (Novel Food!)
  • Fruchtsaftkonzentrate aus Obst, Gemüse oder auch Kräutern: als Saft oder Presslinge.

Bei solch ausgewogenen Präparaten ist auch kaum eine Überdosierung möglich.

Qualitätskriterien

Die Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln unterliegt in Deutschland und in Europa strengen Auflagen. Werden problematische Produkte bekannt, müssen diese offiziell zurückgerufen werden. Rückrufe sind unter anderem aus der Lebensmittelbranche bekannt, kommen aber bei Nahrungsergänzungsmitteln relativ selten vor.

Ein weiteres Kriterium ist, dass die verwendeten Pflanzen möglichst schonend verarbeitet werden und beispielsweise nicht über 40°C erhitzt werden. Ebenso sollten möglichst wenig Zusatzstoffe enthalten sein und auch diese - soweit möglich - nur aus natürlichen Quellen stammen.

Als Faustregel gilt, dass Pflanzenkonzentrate im Allgemeinen besser verträglich sind und weniger Nebenwirkungen hervorrufen können, als die Kombination von einzelnen Vitalstoffen. Das liegt daran, dass die Pflanzen selbst immer diejenigen Vitalstoffe in sich vereinen, die sich ideal ergänzen. Bei Präparaten mit isolierten Vitalstoffen oder Kombinationen können einige der wichtigen Begleitstoffe fehlen.
Als Alternative mischen viele Hersteller einzelne Vitalstoffe mit Pflanzen, wie beispielsweise der Spirulina. Dadurch wird die Gefahr fehlender Begleitstoffe minimiert.

Rein pflanzliche Zutaten, gerne auch aus biologischem Anbau, haben einen hohen Vitalstoffgehalt. Dennoch kann es hier Verunreinigungen und mikrobielle Belastungen geben. Deshalb greifen manche Hersteller auf synthetisch herstellte Produkte zurück. Wenn diese zu 100% naturidentisch sind, haben sie auch dieselbe gute Wirkung.

Da wir als Verbraucher nicht jedes Kriterium einzeln prüfen können oder wollen, empfehlen sich Anbieter, die mit den Produktinformationen bereits über ihren Herstellungsprozess und die eigenen Qualitätsanforderungen aufklären. Viele dieser Anbieter sind zertifiziert von speziellen Instituten, die dies überprüfen. Soweit es sich hierbei um renommierte Unternehmen handelt, ist darauf im Allgemeinen auch Verlass.

Vorsicht ist geboten, wenn billige Importware gekauft wird, beispielsweise über das Internet oder im Ausland. Wenngleich auch viele andere Länder hohe Ansprüche an den Produktionsprozess stellen, sind wir als Verbraucher jedoch nicht immer in der Lage, dies einzuschätzen. Von daher sollten in unseren Breiten deutsche und europäische Produkte bevorzugt werden.
Des weiteren ist Vorsicht beziehungsweise Achtsamkeit geboten, wenn

  • dem gekauften Präparat medizinische Wirkungen beigelegt werden (das ist aus Gründen des Verbraucherschutzes nicht zulässig)
  • laienhafte oder reißerische Aussage über die Wirkungsweise gemacht werden
  • die Etiketten nicht den gesetzlichen Ansprüchen in Bezug auf die Pflichtangaben genügen beziehungsweise nicht in deutscher Sprache verfasst sind
  • Schutzfolien beim Erwerb den Inhalt nicht korrekt abschließen
  • das Mindesthaltbarkeitsdatum um viele Monate oder Jahre überschritten ist
  • vom Hersteller oder Verkäufer Wirkungsversprechen gegeben werden.

Die einzelnen Kriterien stellen nicht zwangsläufig eine Qualitätsminderung des Produktes dar. Sie zu beachten bietet allerdings einen gewissen Schutz. Ergänzend sei darauf hingewiesen, dass importierte Präparate, die in Deutschland nicht verkehrsfähig (für den Handel zulässig) sind, zumeist vom Zoll einbehalten und nicht erstattet werden. Dies gilt auch bei höheren Dosierung als in Deutschland erlaubt. Auszeichnungsmängel werden weniger geahndet.

Kennzeichen eines Nahrungsergänzungsmittels

Ein in Deutschland und Europa "verkehrsfähiges" Nahrungsergänzungsmittel muss auf dem Etikett folgende Deklaration enthalten:

  • Die vollständige Deklaration der Inhaltsstoffe inklusive der Zusatzstoffe
  • Die Mengenangabe der wichtigsten Vitalstoffe pro Tagesportion
  • Die Menge und Darreichungsform (beispielsweise "60 Kapseln").
  • Die empfohlene Verzehrempfehlung
  • Hinweise zur sachgerechten Lagerung/Aufbewahrung sowie gegebenenfalls zum Schutz vor Kindern
  • Die gesetzlich empfohlene Höchstmenge der enthaltenen Vitalstoffe
  • Der Hinweis "Nahrungsergänzungsmittel".

Abgrenzung von anderen Arten von Präparaten

Nahrungsergänzungsmittel
Presslinge, Kapseln, Tabletten oder Pulver
sind die gängigsten Formen

Nicht jedes Vitalstoffpräparat ist ein Nahrungsergänzungsmittel. Abzugrenzen sind

  • Lebensmittel: sie sind nicht in gleicher Weise portionsweise verpackt (in Kapseln, Tabletten oder ähnlichem), wie Nahrungsergänzungsmittel.
  • Diätetische Lebensmittel: das Einsatzgebiet (in Bezug auf Ernährungsmängel) wurde hier in Studien belegt und muss auf dem Etikett angegeben sein, inklusive der Bezeichnung "Diätetisches Lebensmittel".
  • Novel Food: Dies ist eine "rechtliche" Kategorie, die sowohl Lebensmittel als auch Nahrungsergänzungsmittel betreffen kann. Sie bezeichnet Lebensmittel, die erst nach dem 15. Mai 1997 in nennenswertem Umfang in Europa gehandelt und verzehrt wurden. Diese Kategorie soll dem Schutz vor unsicheren beziehungsweise potentiell gefährlichen Nahrungsmitteln dienen.
  • Medizinprodukte: das Einsatzgebiet und die gesundheitsbezogene Wirkung wurden in Studien belegt und müssen auf dem Etikett angegeben sein, inklusive der Bezeichnung "Medizinprodukt".
  • Arzneimittel: das Einsatzgebiet und die medizinische Wirkungsweise wurde in Studien belegt und muss auf dem Etikett und/oder dem Beipackzettel angegeben sein, inklusive der Bezeichnung "Arzneimittel". Zusätzlich muss ein Beipackzettel mit ergänzenden Informationen zur Anwendung und zum Verbraucherschutz enthalten sein.

Die (Gesellschafts-) Politische Situation

Zum Thema der Nahrungsergänzungsmittel gibt es viele kontroverse Diskussionen. Einige der wichtigsten Themen und Entwicklungen seien hier aufgezeigt:

Zulassungspflicht für Nahrungsergänzungsmittel?

Es wird immer wieder von Seiten des Deutschen Staates, konkret dem Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gefordert, dass Nahrungsergänzungsmittel zulassungspflichtig werden sollen. Da es jedoch ausgesprochen wenig Zwischenfälle und Beanstandungen von Nahrungsergänzungsmitteln und deren Anwendung gibt, wird dies von vielen Experten als ein unnötiger Aufwand eingeschätzt. Diesem Bestreben werden oft die Interessen der Pharmaindustrie unterstellt, die den Markt der Nahrungsergänzungsmittel vermutlich gerne für sich allein in Anspruch nehmen würde.

Präparate, die gezielte Wirkungen ausloben, unterliegen bereits verschiedenen Regelungen und sind teilweise auch zulassungspflichtig. Die Zulassungspflicht betrifft beispielsweise die diätetischen Lebensmittel und die Medizinprodukte. Da Nahrungsergänzungsmittel jedoch Lebensmittel sind und die zugelassenen Höchstdosierungen eher niedrig angesetzt sind, ist bei diesen unspezifischen Rezepturen kaum ein Risiko gegeben.

Dosierungen - schädlich oder unwirksam?

Die gesetzlich zugelassenen Höchstdosierungen sind so niedrig angesetzt, dass die Präparate in manchen Fällen tatsächlich wirkungslos bleiben, wenn sie nach Vorschrift dosiert werden. Ärzte und Heilpraktiker haben das Recht, die täglich empfohlene Verzehrmenge individuell anzupassen, also auch zu erhöhen.
Ein gesunder Körper kann diejenigen Vitalstoffe, die er nicht benötigt, teilweise speichern oder auch wieder ausscheiden. Bei Qualitätsprodukten, die korrekt angewendet werden, ist kaum eine Schadwirkung möglich, soweit nicht individuelle Kontraindikationen oder Unverträglichkeiten vorliegen.

Sind Nahrungsergänzungsmittel "Gesundheits-notwendig"?

Es gibt keine Einigung in der Fachwelt, inwieweit Nahrungsergänzungsmitteln "nötig" oder "unvermeidlich" seien für das Aufrechterhalten der Gesundheit.

Hierzu sei gesagt, dass eine ausgewogene Ernährung mit frischen Zutaten, insbesondere Rohkost, eine wahre Vitalstoffbombe ist. Wer sich jedoch hauptsächlich von erhitzter Kost ernährt, körperlich oder psychisch stark beansprucht ist oder bereits chronisch erkrankt ist, hat häufig einen erhöhten Vitalstoffbedarf. Ob dieser durch die Nahrung gedeckt wird, kann nur eine individuelle Analyse sicher feststellen.

Wechselwirkungen

Oft wird davor gewarnt, dass Vitalstoffpräparate Wechselwirkungen mit Medikamenten haben können und deshalb vermieden werden sollten. Das kommt in etwa dem pauschalen Rat gleich, möglichst vitalstoffarme Kost zu essen.

Im Allgemeinen sind es nicht jedoch nicht die Vitalstoffe, die Wechselwirkungen haben können sondern einzelne pharmakologisch (medizinisch) wirksame Bestandteile von Arzneipflanzen. Deshalb sollte man sich, wenn man Medikamente nimmt, vorher erkundigen, welche Pflanzen im einzelnen Wechselwirkungen haben können. Bekannt für verschiedene Wechselwirkungen sind zum Beispiel Johanniskraut, Ginseng und Ginko. So kann Johanniskraut beispielsweise Herzmedikamente in ihrer Wirkung einschränken. /Siehe hierzu auch die weiterführenden Artikel.)

Können Vitamine schädlich sein?

Vitamin C Kristalle unter dem Mikroskop

Häufig liest man Schlagzeilen über angeblich gefährliche Vitamine. Dies betrifft jedoch fast ausschließlich synthetisch hergestellte Vitamine und gilt auch nicht pauschal für alle angebotenen Produkte. Natürlich gewonnene Vitamine gelten für sich genommen als völlig unschädlich, soweit sie nicht drastisch überdosiert werden oder mit chemischen Substanzen beziehungsweise mit Keimen verunreinigt sind.

Wenn Vitamine chemisch oder biochemisch/biotechnologisch hergestellt werden, kommt es drauf an, dass sie exakt "bio-identisch" sind und nicht einfach nur der Natur "nachempfunden". Bereits kleine Abweichungen können zu großen Nebenwirkungen führen, wie es beispielsweise beim Vitamin E bekannt ist.
Wenn künstliche Vitamine exakt nach dem Vorbild der Natur hergestellt werden und nicht mit chemischen Stoffen oder mikrobiell verunreinigt sind, können sie den natürlichen Vitaminen in Reinheit und Wirkung sogar überlegen sein.

Novel Food

Die Novel Food Verordnung diente ursprünglich dem Schutz der Verbraucher vor veränderten Lebensmitteln, wie beispielsweise durch die genetische Manipulation. Erst später wurde sie derart verändert, dass "ausländische" Lebensmittel per se nicht mehr gehandelt werden dürfen, wenn sie in unseren Breiten vor Mai 1997 nicht bekannt und verbreitet waren. Die Importeure und Fabrikanten dürfen jedoch eine Sondergenehmigung beantragen. Dies erfordert ein aufwändiges und kostenintensives Prüfverfahren, das sich nur wenige Unternehmen leisten können.

Viele Branchenkenner halten diese Entwicklung für eine übertriebene Maßnahme und eine nicht angemessene Einschränkung der Wahlfreiheit für Lebensmittel.

Weiterführendes

Artikel

Weblinks

  • biopure.eu - Produkte der time-loop Arbeitsgemeinschaft (unter anderem Nahrungsergänzungsmittel) Bleistift.png
  • bmel.de - Informationen über die Lebensmittelkennzeichnung(sverordnung), die 2014 neu gefasst wurde. Bleistift.png

 (Hilfe)

Autoren

Ina (64), Heike W. (3) und Stefan (2)  Jeder Autor hat seine eigenen Passagen zu diesem Artikel beigesteuert. Deshalb muss nicht jeder Autor alle Passagen des Artikels unterstützen.
Zahl in Klammern = Anzahl der Artikel-Bearbeitungen dieses Autors. Eine hohe Anzahl bedeutet nicht zwangsweise, dass dieser Autor auch viel Inhalt zum Artikel beigesteuert hat.

Einzelnachweise

  1. Quelle: Lebensmittelverordnung der EU
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