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Jod

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Jod
Dieser Artikel hilft bei der Einordnung der teilweise kontroversen Diskussionen über Jod. Im Bild: Fertig produziertes Jodsalz in der Saline Luisenhall in Göttingen.

In diesem Artikel sind Information über Jod zusammengestellt. Die Diskussionen um die flächendeckende Verwendung von Jod sind zum Teil so heftig umstritten wie die Verwendung von Fluor und Aluminium.

Der Artikel soll helfen zu unterscheiden, wo Jod angebracht und wichtig ist und in welchem Rahmen eine verbreitete Verwendung tatsächlich Probleme verursacht.

Über Jod

Sitz der Schilddrüse im menschlichen Körper

Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement und wesentlicher Grundbaustein für die Schilddrüsenhormone T3 und T4, die die Stoffwechselaktivität regulieren. Ebenso wird es für das Wachstum von Nervensystem, Lunge und Skelett benötigt. Daher benötigen Schwangere und stillende Mütter unbedingt ausreichend Jod.

In der Medizin wird Jod verwendet als Desinfektionmittel: Die braunen Lösungen (wie "Betaisodona") und Jod-Salben haben ihre Farbe vom Jod.
Diese desinfizierende Eigenschaft wird auch im Nahrungsmittel-Transport genutzt: Lose Kaffee- und Kakaobohnen werden auf Schiffen mit Jodwasser bespritzt.

Bei atomaren Verstrahlungen durch radioaktives Jod werden Jod-Tabletten gegeben, um das radioaktive Jod aus dem Körper zu verdrängen. Mehr dazu hier.
Radioaktiv markiertes Jod wird in geringen Dosen auch medizinisch eingesetzt: als Marker bei bestimmten Untersuchungen wie Schilddrüsen-Szintigramme, um Verteilungsgebiete zu verfolgen. Die Abbau- und Ausscheidungszeit ist relativ kurz, weshalb es in der dort verabreichten Dosis normalerweise keine Schäden anrichtet.

Jodzusatz muss in Nahrungsmitteln deklariert werden, als "Jodsalz" zum Beispiel. "Meersalz" und Ursalz enthalten kein zugesetztes Jod. Bei den Bezeichnungen "Salz" oder "Speisesalz" darf in deutschen, verpackten Lebensmitteln kein Jod enthalten sein.

Jodmangel

Das Corpus Delicti: Der Kropf durch Jodmangel

Ein Mangel an Jod führt zu Kropf (Struma) - einer Vergrößerung der Schilddrüse, die einen dicken Hals macht. Die Schilddrüse kann nicht mehr bestimmungsgemäß arbeiten und die fehlenden Hormone führen zu Lethargie, Übergewicht und anderen Mangelerscheinungen.

Da Jodmangel früher besonders im Fisch-armen süddeutschen Raum und in den Bergen verbreitet war, wurde per Verordnung die Jodzufuhr in Form von Salz-Zusatz sichergestellt. Wie weit das heute noch nötig ist, hängt weitestgehend von den Ernährungsgewohnheiten und Bodenverhältnissen für die Pflanzen-Aufnahme ab. Daher gibt es heutzutage auch wieder Jod-freies Salz.

Über die natürliche Verfügbarkeit von Jod in Nahrungsmitteln gehen die Meinungen zum Teil sehr heftig auseinander. Wer in Nordeutschland keinen Fisch isst, mag von der jodhaltigen Seeluft profitieren.

Hinzu kommt die unkontrollierbare Häufung in verschiedenen Verwendungsgebieten im alltäglichen Gebrauch (wie zum Beispiel auch bei Aluminium zu beobachten war). Jeder Hersteller behauptet, dass seine Dosis völlig unbedenklich ist und positiv wirkt - doch wenn man das summiert bei allem, was man isst, hat man keinen Einblick mehr, wie viel der empfohlenen Tagesmenge man wirklich zu sich genommen hat.

Wie viele heute auftretende Schilddrüsen-Erkrankungen inzwischen auf eine akkumulierte Überdosierung von Jod beruhen, ist fraglich. Menschen, die Jod deswegen vermeiden müssen, haben es schwer durch die unkontrollierbare indirekte Verwendung, zum Beispiel in Tierfutter. Allerdings haben die Produktionstiere sebst auch einen erhöhten Bedarf an Jod.

Der Tenor der Pro- und Kontra-Stimmen besagt, dass in Deutschland der zwangsweise Jod-Zusatz nicht mehr nötig sei und samt Verordnung abgeschafft werden sollte. Dennoch zieht der deutsche Vegetarierbund das Fazit:
"In Jodmangelgebieten wie Deutschland sind, unabhängig von der Ernährungsweise, alle Menschen gleichermaßen von Jodmangel betroffen. Die Verwendung von Jodsalz führt zu einer deutlichen Verbesserung der allgemeinen Jodzufuhr. Lakto-(Ovo-)Vegetarier haben gegenüber Fleischessern kein erhöhtes Risiko für einen Jodmangel; dennoch ist bei beiden Gruppen die Jodversorgung noch nicht optimal. Veganer gelten als Risikogruppe für einen Jodmangel und sollten besonders auf eine ausreichende Jodzufuhr achten."[1]

Jod-Quellen

Da die bewusste Einnahme von Jod (zum Beispiel in Algen-Präparaten) nach eigenem Ermessen zu Entgleisungen mit lebenslangen Folgen führen kann, ist hier unbedingt ärztliche Kontrolle angebracht. Manche Menschen müssen darauf achten, Jod-freie Produkte zu sich zu nehmen, oder verzichten aus Prinzip auf Jodzusatz. Andere Menschen müssen auf genügend Jod-Zufuhr achten - nötigenfalls auch durch Nahrungszusätze oder Jod-Tabletten.

Fisch

Fisch und Schalentiere (Garnelen, Krabben, Muscheln, Hummer, Austern) enthalten Jod da sie über ihre Nahrung Algen aufnehmen. Bei manchen Zuchtfisch-Betrieben wird dem Futtermittel Jodsalz zugesetzt.

Essbare Algen

  • Algenprodukte, zum Beispiel Nori (getrocknete, manchmal gewürzte Algenblätter, die man als Snack oder als Salatstreu verwenden kann). Ebenso Algen-Salate. Die Nori-Alge*, die für Sushi verwendet wird, hat einen mittleren Gehalt und ist bei 3 Blättern unbedenklich[2].
  • Kelp ist eine Braunalge, die als Nahrungsergänzungsmittel aus Nachbarländern bezogen werden kann. In Deutschland ist der Vertrieb solcher Nahrungsergänzungsmittel nicht erlaubt wegen des gezielten Einflusses auf den Hormonhaushalt, der immer in ärztlichen Händen bleiben soll.
  • Andere Algen wie Arame, Kombu, Wakame und Hijiki haben einen sehr hohen Jodgehalt und sind mit Vorsicht und unter ärztlicher Kontrolle der Schilddrüsenwerte zu genießen, um Entgleisungen zu vermeiden. Der Stoffwechsel von Asiaten ist zum Beispiel schon genetisch auf andere Jodmengen eingestellt als der Stoffwechsel von Alpenbewohnern und Inländern.

Gemüse/Salat/Getreide

In Getreiden, Gemüsen und Salat ist Jod je nach Bodenbeschaffenheit enthalten und daher schwer zu ermitteln oder abzuschätzen:

  • Pilze, die auf Kuhdung gezüchtet werden, enthalten viel Jod, wenn die Kühe Jod im Futtermittel erhielten.
  • Soja enthält Jod.
  • Kresse enthält viel Jod und Chrom.
  • Kohl, Nüsse und manche Hülsenfrüchte sind zwar jodhaltig, können aber Stoffe enthalten, die die Verfügbarkeit für den Körper hemmen.

Andere

  • Fleisch, Milchprodukte und Eier enthalten Jod - meist deswegen weil die Tiere über das Futtermittel Jod aufnehmen. Außerdem kann es bei Fleisch und Milchprodukten (zum Beispiel in Butter oder Kondensmilch) sein, dass Jod in Form von Jodsalz zugesetzt wird. Die tatsächlich gemessenen Jod-Werte sind sehr unterschiedlich, je nach Verwendung.[3]
    • Besonders hoch ist der Jod-Gehalt oft in Trockenmilchpulver. Bei Schwangeren und stillenden Müttern soll ein Jodmangel unbedingt vermieden werden. Kuheuter werden auch oft desinfiziert mit Jod-Lösung, was den Gehalt von Jod in der Milch erhöhen soll.
  • Backwaren und Wurst enthalten Jod meist aufgrund der Verwendung von Jodsalz (zum Beispiel meist bei "Nitritpökelsalz") - also in sehr geringen Mengen. Es wird unterschiedlichen Quellen gemäß auch nur etwa in 30 Prozent der Fälle verwendet.[2]

Jod-Übermaß

Radio-Jod-Szintigraphie: Therapieverlauf einer Basedow-Überproduktion

Ein Übermaß an Jod kann zu Entgleisungen führen wie eine Überproduktion von Schilddrüsenhormonen mit der Folge von Schweißausbrüchen, Ängsten, Hyperaktivität, Gewichtsverlust.

  • Es können sich Knoten bilden, die bestrahlt oder operiert werden müssen:
    • "heiße" Knoten sind örtliche Verdickungen, die zu viel Hormon produzieren
    • "kalte" Knoten: sind örtliche Verdickungen, wo kein Hormon produziert wird - das muss dann vom umliegenden Gewebe aufgefangen werden, wenn keine Unterfunktion besteht
  • Entzündliche Auto-Immun-Erkrankungen (die mit Hormontabletten ausgeglichen werden müssen)
    • Hashimoto-Syndrom: eine familär gehäufte Auto-Immun-Erkrankung, die durch Jodgabe zum Ausbruch kommen kann. Das Schilddrüsengewebe wird schwammig und entzündet, besonders nach Jod-Aufnahme. Die Kompensationsmechanismen führen zunächst zu Mangel, dann zu Überproduktion und längerfristig dann zu einer Unterfunktion. Das bedeutet dann, dass man lebenslang Schilddrüsenhormon in Form von Tabletten zu sich nehmen muss.
    • Morbus Basedow - eine Überfunktion mit den typischen "Glubsch-Augen", die dadurch entstehen, dass die Antikörper Augengewebe mit Schilddrüsengewebe verwechseln.

Früher wurde Schilddrüsen-Überfunktion gern auch medikamentös mit Fluorid behandelt, da man feststellte, dass dies die Funktion im Zusammenhang mit dem Jod-Stoffwechsel bremst. Aufgrund unerwünschter Nebenwirkungen wird aber auch schon bei Hashimoto-Syndrom zur Vorsicht mit Jod und Fluor geraten.[4]

Von eigenständigen Algen-Reinigungs-Kuren haben auch Patienten berichtet, die ein Hashimoto-Syndrom entwickelt haben. Daher ist bei solchen "Spirulina-" oder "Chlorella-"Reinigungskuren Vorsicht geboten (ärztliche Werte-Kontrolle).

Die Häufung der Diagnose in den letzten Jahren hat schon zu einer Korrektur der Normwerte geführt. Es gibt Thesen, dass ein Mangel schon in der Kindheit die Weichen stellt für späteren Ausbruch und dass dies eine Spätfolge von hiesigen Niederschlägen nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl seien.

Jodverzicht

Schilddrüsen-Überfunktionen erfordern einen weitestgehenden Verzicht auf Jod, um eine Verschlimmerung zu vermeiden. Dazu gehören Morbus Basedow und mit Einschränkung auch die entzündliche Autoimmunerkrankungen Hashimoto-Syndrom. Bei letzterem liegen neue Erkenntnisse vor, die besagen, dass ein Verzicht eher schädlich ist.

Die meisten Quellen sagen, dass der gelegentliche Verzehr von mit Jodsalz versetzten Lebensmitteln oder mit Jodsalz zubereiteten Speisen unbedenklich sei auch bei den Auto-Immunerkrankungen.[5] - eigentlich würde nicht mal jodiertes Salz ausreichen zur Versorgung des wuchtigen Spurenelements. Eine Überreaktion ist hier nicht nötig.

Wer es dennoch vermeiden will, kann dies tun durch Wachsamkeit und Reduzierung von:[6]

  • jodiertem Speisesalz
  • Produkte - besonders ausländische - mit "Salz" und "Speisesalz" (Anmerkung: nur sicherheitshalber, weil die Auszeichnung öfter nicht verlässlich sei, obwohl Jod und Jodsalz-Verwendung ausgewiesen werden muss)
  • Schokolade (für den Fall, dass die Kakaobohnen wie die Kaffeebohnen auf Schiffen mit Jod besprüht wurden)
  • Produkten mit Molkezusätze (Magermilchpulver etc.)
  • deutschen und schweizerischen tierischen Produkte (Demeter und Bioland-Produkte sind okay, da diese Tiere [nicht mit Jod-haltigem Tierfuttergemisch gefüttert werden sondern] nur Gras bekommen)
  • Fertigprodukten (auch manche Backmischungen)
  • deutschen, polnischen und schweizerischen Champignons
  • niederländischen Backwaren (Kekse, Kuchen, Brot)
  • gewürzte/gesalzene Konservendosen/Konservengläser
  • Gewürzmischungen
  • Algen-Produkten wie Sushi und Algen-Snacks

Wissenswertes

Vielen Menschen ist die Behauptung von Verschwörungstheoretikern geläufig, das Jod im Speisesalz aus Industrieabfällen oder Atommüll stammen würde. Tatsächlich wird das hierzulande verarbeitete Jod jedoch seit Jahrzehnten aus Salpeter-Lagerstätten in Chile abgebaut, nachdem die Gewinnung aus Algen aufgegeben wurde. Diese und andere Gerüchte wurden unter Anderem in dem neuen Buch "Jod:Schlüssel zur Gesundheit" geklärt.

Weiterführendes

Artikel

Literatur

Weblinks

  • hashimotothyreoiditis.de - Info über Schilddrüsen-Entzündungen (Hashimoto, Basedow) Bleistift.png
  • jod-kritik.de - Offizielle Website von "Deutsche SHG der Jodallergiker, Morbus Basedow- und Hyperthyreosekranken", Trier - gegen die heimliche Zwangsjodierung unserer Lebensmittel Bleistift.png
  • jodkrank.de - mit vielen Infos und Tabellen Bleistift.png
  • schilddruesenguide.de - Internet-Wegweiser zu Erkrankungen der Schilddrüse Bleistift.png

 (Hilfe)

Autoren

Heike W., Stefan und JazzyT.
Jeder Autor hat seine eigenen Passagen zu diesem Artikel beigesteuert. Deshalb muss nicht jeder Autor alle Passagen des Artikels unterstützen.
Zahl in Klammern = Anzahl der Artikel-Bearbeitungen dieses Autors. Eine hohe Anzahl bedeutet nicht zwangsweise, dass dieser Autor auch viel Inhalt zum Artikel beigesteuert hat.

Einzelnachweise

  1. https://vebu.de/gesundheit/naehrstoffe/jod
  2. 2,0 2,1 Newsletter der Albert-Schweitzer-Stifung, Ernährungstipp #33, abgerufen in 2014
  3. Tabellen auf Jodkrank.de - mit zum Teil möglicherweise auch veralteten Untersuchungsergebnissen
  4. Fluoride können die Schilddrüse blockieren, abgerufen am 23.4.2017
  5. Zum Beispiel der Schilddrüsen-Guide hier
  6. Liste mit Schiffe-Verwendungs-Tipp und Pilz-Hinweis von aeissfel's Forums-Beitrag (aus seiner Masterarbeit) vom 25.3.14 auf Chefkoch.de
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