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Zeolith

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Zeolith
Zeolith (hier eine Mikroskopaufnahme) wird als ein Rohstoff des 21. Jahrhunderts bezeichnet

Zeolith ist ein Mineral. Es zählt geologisch zu den Gerüstsilikaten und ist vulkanischen Ursprungs. Es soll eine stark entgiftende und reinigende Wirkung haben. Sein Einsatzgebiet reicht von der Umweltsanierung bis zur Entgiftungskur für Mensch und Tier. Seine positive Wirkung ist jedoch nicht wissenschaftlich belegt.[1]

Lese in diesem Artikel, was Zeolith ist, wo es zum Einsatz kommt und wie es rechtlich behandelt wird.

Was ist Zeolith?

Der Name Zeolith wurde 1756 von dem schwedischen Mineraloge Freiherr Axel Frederick Cronstedt geprägt. Zeolith ist ein Kunstwort aus den Bestandteilen "zeo" (griechisch = ich siede) und "lithos" (griechisch = Stein). Der Name weist auf die grundlegende Eigenschaft dieser Mineralgruppe hin, Wärme abzugeben.

Es gibt über 40 verschiedene Unterarten, die auch unterschiedliche Eigenschaften aufweisen.

Was nachfolgend vereinfacht unter Zeolith beschrieben wird, gilt speziell für den siliziumdioxidreichen Klinoptilolith-Zeolith. Beim Klinoptilolith beträgt das Verhältnis von Silicium zu Aluminium 5 zu 1.[2]

Aufgrund des schwankenden Aluminiumanteils und des möglichen Blei- und Quecksilbergehalts im Zeolith wird empfohlen beim Kauf von Zeolith beim Hersteller nach einer aktuellen Analyse des Produkts zu fragen.[1]

Beschaffenheit und Entstehung

Das zumeist aus Vulkanen stammende kristalline Tuffgestein-Mineral namens Zeolith enthält vor allem Silizium- und Aluminiumverbindungen (SiO2 und Al2O3). Das in der Asche enthaltene Silikat und Aluminium bilden gleichmäßige, offene und dreidimensionale Hohlräume mit wabenähnlichem Kristallaufbau. Je nach Fundort weist es verschiedene Zusammensetzungen mit jeweils etwas anderen Eigenschaften auf.

Nach vulkanischen Eruptionen vor Millionen vor Jahren, bei denen alkalische und erdalkalische Metalle sowie Alumosilikate in Form von Asche aus den Vulkanen herausgepustet wurden, entstanden Ablagerungen aus Zeolith. Die vom Wind getragene vulkanische Asche lagerte sich auf der Erdoberfläche ab und bildete dicke Schichten. In manchen Fällen fiel die Asche auf Gewässer, oder Wasser durchdrang die vulkanischen Ablagerungen. Bei beiden Umständen verursachte die Verbindung zwischen der vulkanischen Asche und dem natriumhaltigen Wasser eine chemische Reaktion, die letztendlich zur Entstehung von natürlichem Zeolith führte.

Es gibt auch künstlich hergestellte, hydratisierte Alumosilikate.[2]

Funktionsweise

Im Herstellungsprozess wird dem Zeolith Wasser entzogen. Beim erneuten Kontakt mit Wasser wird dieses (wieder) aufgenommen und es wird Wärme frei.

Die im Zeolithgitter vorhandenen Hohlräume sowie Kanäle können bis zu 50 Prozent des Volumens ausmachen. Die im Zeolith vorhandenen Poren und Kanäle schaffen eine große (Ober-)Fläche, auf der chemische Reaktionen stattfinden können. Ein Gramm Zeolith kann eine innere Oberfläche (die Gesamtheit aller darin enthaltenen Oberflächen) von bis zu 1000 m² aufweisen.[3]

Durch die Gerüststruktur hat der Zeolith eine sehr große Oberfläche und starke Ladungskräfte. Diese verleihen dem Mineral die Fähigkeit des Ionentausches: Mineralstoffe wie beispielsweise Magnesium werden abgegeben und im Gegenzug werden andere Stoffe aufgenommen. Zum Beispiel soll Zeolith:

  • unterschiedliche Gase,
  • Feuchtigkeit,
  • Petrochemikalien,
  • das Stoffwechselendprodukt Ammonium,
  • Schwermetalle wie Blei, Quecksilber, Cadmium,
  • verschiedene weitere Gifte,
  • und radioaktive Elemente (zum Beispiel Jod 129)[4] binden können.

Wirkung von Zeolith

Zeolith wird bei Menschen, bei Tieren, in der Nahrung, im Boden und im Wasser eingesetzt. In alternativen Kreisen geht man von einer entgiftenden Wirkung von Zeolith aus, die allerdings umstritten ist.[1]

Im und am Körper

Klinoptilolith-Zeolith wirkt im Körper vom Darm aus. Es soll verschiedene Giftstoffe aufnehmen können, binden und diese über den Stuhl (Kot) nach außen leiten. Dadurch werden der Stoffwechsel und die Organe entlastet. Zeolith geht nicht ins Blut über. Die entgiftende Wirkung von Zeolith soll auch bei der Behandlung eines Katers helfen und die typischen Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen und Verdauungsbeschwerden lindern.

Für die innere Einnahme kann man Zeolith Pulver oder Zeolith Kapseln verwenden. Wichtig ist bei beiden Formen auf eine ausreichende Wasserzufuhr und einen genügend zeitlichen Abstand zur Aufnahme von Nahrung oder anderen Medikamenten zu achten.[5]

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Die Verbraucherzentrale warnt vor dieser Funktionsweise von Zeolith mit der Begründung, dass Zeolith nicht zwischen schädlichen und nützlichen Stoffen unterscheiden kann. Dadurch können dem Körper auch nützliche Substanzen wie Vitamine oder Mineralstoffe entzogen werden.[1]

Zeolith lässt sich auch für die äußere Anwendung am Körper benutzen. Zeolith Pulver wird mit Wasser zu einem Brei gemischt und äußerlich aufgetragen. Anwendungsmöglichkeiten sind:

  • Gesichtsmasken, die bei Hautverunreinigungen wie Pickeln, Mitesser oder fettiger Haut helfen.
  • Shampoo-Ersatz zur Entfernung von Fett und Schmutz von der Kopfhaut.
  • Umschläge, die Rheuma, Gelenk- und Gliederschmerzen lindern oder die Heilung von Knochenbrüchen fördern.
  • Auflagen unterstützen die Heilung bei Verbrennungen und schlecht heilenden Wunden oder lindern den Juckreiz bei Insektenstichen und Hautausschlägen.[5]


Bei Radioaktivität

Zeolith soll radioaktive Elemente binden und vom Körper komplett ausscheiden. Aus diesem Grund wurden angeblich den betroffenen Menschen nach den Vorfällen in Hiroshima, Nagasaki, Tschernobyl und Fukushima jeweils große Mengen Zeolith verabreicht. Außerdem wurde Zeolith zur Wasserreinigung eingesetzt und in die verstrahlten Gebiete ausgestreut, um radioaktive Partikel zu binden.

Als Grund für die Dekontaminationsfähigkeit von Zeolithen wird deren Kationenaustauschkapazität angegeben – Zeolithe sind quasi Molekularsiebe. Sie können an negativ geladenen Plätzen der Oberfläche Kationen austauschen und binden. Im Einsatz gegen radioaktive Umweltgifte hat sich innerhalb der Zeolith-Gruppe insbesondere Klinoptilolith bewährt.[6]

Die Bindungsfähigkeit von Zeolith und radioaktiven Elementen ist zwar wissenschaftlich erwiesen[4], aber sie wird mitunter als zu schwach empfunden, um eine effiziente Wirkung bei Radioaktivität zu erzielen.[7]

Weitere Wirkungsweisen

Weiterhin kann Zeolith folgendermaßen zum Einsatz kommen:

  • zur Wasserklärung von (Garten)teichen und Aquarien[8]
  • als Katzenstreu[1]
  • als Trocknungstechnik bei Geschirrspühlern[9]
  • als Wärmespeicher und somit als alternative Heiztechnik[10]
  • als Wasserenthärter in Waschmittel[11]

Qualitätsfaktoren

Nach dem derzeitigen Erkenntnis- und Erfahrungsstand dürften die vielseitigen Zeolith-Wirkungen maßgeblich von folgenden Faktoren abhängen:

  • der Intensität der Zerkleinerung auf Mikro- oder gar Nano-Partikelgröße
  • der Zusammensetzung des mineralischen Ausgangsmaterials
  • der elektrischen Ladung zum Zwecke des Ionenaustauschs
  • dem Reinheitsgrad, insbesondere bei der inneren Einnahme.

Seine volle Wirkung und seine vielseitigen Eigenschaften entfaltet das Mineral erst durch das Zermahlen bis in den Mikro- oder Nanometerbereich.

Für den Einsatz im Bereich Umwelt und Technik stehen Zeolithe in unterschiedlichen Mahlgraden zur Verfügung, je nach Einsatzbereich.

Für den Einsatz zur innerlichen Einnahme von Mensch und Tier sollte der Zeolith sehr fein gemahlen sein (mikronisiert). Zusätzlich müssen hier die Voraussetzungen an die Reinheit berücksichtigt werden.

Zeolithe für den Einsatz im Umweltbereich sind für die innere Einnahme nicht geeignet.[2]

Die rechtliche Situation

Zeolith, das innerlich eingenommen werden soll, ist in Deutschland nur dann verkehrsfähig, wenn es als Medizinprodukt Klasse IIa geprüft und zertifiziert wurde. Dieses ist auf der Verpackung angegeben und auch das Einsatzgebiet, für das es zertifiziert wurde. Es darf allerdings keine pharmakologische, immunologische oder metabolische Wirkung im Sinne eines Medikaments haben.[1]

Beispiel für eine Verbpackungsangabe: "Dieses Produkt bewirkt eine erhebliche Reduzierung der Ammonium- und Schwermetallbelastung des Körpers, insbesondere bei Blei, Cadmium und Quecksilber. Dadurch wird der Stoffwechsel von Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse und Blut entlastet."[12]

Zeolith ist in Deutschland nicht als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen, da Zeolith kein Nährstoff ist. Zeolithprodukte, die als "angebliche" Nahrungsergänzungsergänzungsmittel angeboten werden, ohne als Medizinprodukt zertifiziert zu sein, dürfen in Deutschland deshalb nicht gehandelt werden.

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Für den Verkauf von Zeolith ist keine staatliche Zulassung nötig. Daher finden auch keine behördlichen Kontrollen vor der Vermarktung des Produkts statt. Das bedeutet, dass nur der Hersteller für Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit verantwortlich (Konformitätsbewertung) ist und die angegebenen Wirkungen nicht mit aufwändigen klinischen Studien wie beim Arzneimittelzulassungsverfahren belegen muss. Eine krankheitsbezogene Werbung ist erlaubt, solange sie wissenschaftlich korrekt ist.[1]

Zeolith kaufen

Bei Amazon kann man abhängig vom Verwendungseinsatz (Produkte mit) Zeolith kaufen:

Alternativ zu Amazon bekommt man Zeolith zum Beispiel auch bei Genesis Pro Life*.


Bücher

Weiterführendes

       

Weblinks

  • zeolithversand.eu - Ein Zeolithversand mit vielen verschiedenen Varianten von Zeolith für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete Bleistift.png

 (Hilfe)

Autoren

Jeder Autor hat seine eigenen Passagen zu diesem Artikel beigesteuert. Deshalb muss nicht jeder Autor alle Passagen des Artikels unterstützen.<br />Zahl in Klammern = Anzahl der Artikel-Bearbeitungen dieses Autors. Eine hohe Anzahl bedeutet nicht zwangsweise, dass dieser Autor auch viel Inhalt zum Artikel beigesteuert hat.

  1. a b c d e f g Zeolith – am besten geeignet als Katzenstreu, vom 1.3.2019, abgerufen am 27.11.2019].
  2. a b c Zeolith - Qualität erkennen, abgerufen am 27.11.2019
  3. Zeolith – Wirkung, Anwendung, Einnahme gefährlich?, abgerufen am 27.11.2019
  4. a b Effizienter Filter für radioaktives Jod entdeckt, vom 26.11.2001, abgerufen am 27.11.2019
  5. a b Zeolith – Der Meister der Entgiftung, vom 2.12.2019, abgerufen am 10.12.2019
  6. Zeolithe – Minerale im Einsatz gegen Radioaktivität, abgerufen am 27.11.2019
  7. Medikament gegen Radioaktivität, Bio-Zeolith, vom 14.1.2016, abgerufen am 27.11.2019
  8. Ratgeber Zeolith – Zeolith ist ein natürliches Filtermaterial für den Gartenteich zum Abbau von Ammonium, Nitrit und Nitrat – Zeolit entzieht den Grünalgen die Nahrungsgrundlage, vom 15.6.2012, abgerufen am 27.11.2019
  9. Geschirrspüler mit Zeolith-Trocknung: Was steckt hinter der neuen Technik?, abgerufen am 27.11.2019
  10. Sommerwärme im Winter nutzen, vom 12.9.2017, abgerufen am 27.11.2019
  11. [http://www.steine-und-minerale.de/artikel.php?topic=4&ID=212 Zeolithe im Waschmittel], vom 14.11.2019, abgerufen am 27.11.2019
  12. Dr. Niedermaier® DETOX KUR, abgerufen am 27.11.2019

Einzelnachweise

Quellen für ganzen Artikel: http://www.zeolithversand.eu basierend auf Veröffentlichungen von Prof. Dr. Karl Hecht, http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralData?mineral=Zeolithe, http://www.steine-und-minerale.de/artikel.php?topic=4&ID=141

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