Das Secret Wiki ist ein Portal für Persönlichkeitsentwicklung, Spiritualität, Gesundheit und Nachhaltigkeit.
Es vermittelt "Wissen für (D)eine neue Welt".
Wenn du aufgeschlossen bist und das hier präsentierte Wissen anwendest, kann dein Leben dadurch lebenswerter und nachhaltiger werden.

Islam

Aus Secret Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Fortsetzung aus dem Artikel Religion

Islam
Mohamed's Moschee in Medina, Saudi Arabien

Jeden Freitag gehen gläubige Muslime in die Moschee zum gemeinsamen Gebet. Der Iman gibt die komplette Zeremonie vor. Es gibt nur wenige Minuten für stille persönliche Bitten.

Die anderen täglichen Gebete werden mehr oder weniger privat und öffentlich ausgeführt. 5 mal am Tag ruft der Iman weit hallend durch die Lautsprecher der Moschee zum Gebet. Außerhalb der muslimischen Länder haben die meisten Gläubigen eine Smartphone-App, die sie an die Gebete erinnert.

Gespräche über den persönlichen Glauben sind sehr privat. Für die meisten Muslime ist "Allah" gleichbedeutend mit "Gott", sie machen keinen Unterschied zwischen "mein und dein Gott".

Die 5 Säulen des Islam

Die '5 Säulen des Islam' sind die Grundlagen des praktizierten Glaubens:[1]

  • Das Glaubensbekenntnis, eine Formel, die laut ausgesprochen wird zum Gebet
  • Die rituellen Gebete 5 mal am Tag zu bestimmten Zeiten. Zu den Gebeten werden Körperteile gewaschen, um rein zu sein für die Begegnung mit Gott.
  • Der Ramadan - die 30-tägige Fastenzeit, in der geographisch minutiös von Sonnenaufgang (gegen 4Uhr) bis Sonnenuntergang (zwischen 21 und 22Uhr) nicht gegessen und getrunken wird und auch kein Rauchen und Geschlechtsverkehr erlaubt ist. Es soll eine Zeit der Einkehr und der Reinigung sein, in der die Menschen Verzicht üben und an den Wert der Nahrung erinnert werden.
    Die Zeiten verschieben sich je nach Äquatornähe, sodass sie in Finnland um etliche Stunden länger sind als in den südlichen arabischen Städten/Ländern. Die Zeiten werden vom Ramadan-Kalender bezogen.
  • Die soziale Pflichtabgabe - eine Geldspende an Bedürftige, abhängig vom Besitz und Einkommenshöhe
  • Die Pilgerfahrt nach Mekka einmal im Leben. Für Gläubige Muslime ist das von höchster Wichtigkeit.

Feste im Islam

Die Kaaba in Mekka
  • Das Zuckerfest, der Abschluß des Ramadan, ist das zweitwichtigste Fest im Islam. Es währt 3 Tage entspricht in etwa Weihnachten. Die Familien kommen zusammen und für die Kinder gibt es Geschenke, viele Süßigkeiten.
  • Das 3-tägige Opferfest findet etwa 70 Tage nach dem Zuckerfest statt und ist das höchste Fest. Es wird ein Schaf geschlachtet zum Gedenken an die Prüfung Abrahams (der Prophet Ibrahim), der bereit war, Gott seinen Sohn zu opfern und in letzter Minute ein Schaf erhielt stattdessen.
    Millionen Muslime pilgern in diesen Tagen nach Mekka um 7 mal die Kaaba - ein großer schwarzen Steinbau - zu umrunden. Dies soll den Sieg über das Böse symbolisieren.

Die Kaaba, das größte Heiligtum des Islam, soll von Adam erbaut und später von Abraham und seinem Sohn Ismael wiederaufgebaut worden sein. Der Stamm des Propheten Mohammed's war verantwortlich für den Platz, sie wurde mehrfach wiederaufgebaut, manchmal umgebaut. Zu Mohammeds Jugendzeit war der Stein eine Kultstätte für Götter (Götzen) geworden, was von Mohammed scharf kritisiert wurde.

In Schulen haben muslimische Kinder die Möglichkeit, 1 Tag schulfrei zu nehmen für die Familienfeier beim Fastenbrechen (1. Tag des Zuckerfest) und beim Opferfest. Dies ist bei den Stadtstaaten im Feiertagsgesetz mit aufgenommen, in den andern Bundesländern per Erlass geregelt.[2]

Grundwerte im islam-geprägten Arabischen

Einige Beispiele aus den persönlichen Erfahrungen einer Ehrenamtlichen Flüchtlingshelferin (mit Bezug zu hiesigen Geflüchteten, also nicht aus andern Ländern wie Saudi-Arabien u.a.):[3]

Gastfreundschaft ist eine der wichtigsten Werte in islam-geprägten arabischen Menschen. Insbesondere in Oasen-Nähe wurde selbst größten Feinden Hilfe, Obdach und Nahrung gewährt. Hierzulande fällt zum Beispiel auf, dass in ihrer Mentalität das Bewußtsein des Geben-könnens noch sehr ausgeprägt ist. Entsprechend schwer fällt es Flüchtlingen oft schwer, mit eigener Bedürftigkeit umzugehen, und der Unfähigkeit, schnell den gewohnten Standard wieder herzustellen.

Der Stolz auf die eigene Kultur ist groß. Offenheit für Fremdes und von Fremden anderer Kulturen zu nehmen ist eher gering. Ebenso die Würde: manchmal kollidiert eine deutsche Arbeitsmöglichkeit mit ihrem Würde-Empfinden und der Stolz droht ihnen den Nacken zu brechen, wenn sie hier nicht - wie in der arabischene Heimat gewohnt - so leicht Arbeit für gutes Geld finden zur Haushaltsgründung oder um einige Monate zu pausieren.
Die Notwendigkeit, erst jahrelang profundes Deutsch zu lernen, um den Arbeitgeber-Ansprüchen sogar in einfachen Tätigkeiten gerecht zu werden, ist ein gravierender Einschnitt ins Identitätsgefühl und Wertgefühl und kann so manchen aus der Bahn werfen.

Das Geben-und-Nehmen, zum Beispiel das Austauschen von Essen und Gebäck untereinander, ist üblich. Allerdings ist es "etwas ganz anderes" (unwillkommenes), wenn ein Kulturfremder das gleichermaßen einzubringen versucht.

Essen-bereiten für Besuch ist Gastgeber-Ehrensache. Dabei wird der Gast nachdrücklich aufgefordert, immer noch mehr zu essen - man sollte mit leerem Magen kommen damit man höflich essen kann bis man platzt. Die deutsche/westliche Sitte, dass jeder etwas mitbringt fürs Party-Buffet, ist ihnen nicht vertraut.

Die Familie hat höchsten Wert. Man unterstützt sich gegenseitig. Es ist üblich, dass die Eltern je nach Wohnnähe täglich, wöchentlich oder zumindest monatlich von den Kindern besucht werden. Der Mutter kommt hohe Achtung zu. Der Trend zum Single-Dasein, der sich in den westlichen Ländern entwickelt hat (in Deutschland sind 2018 etwa 30% der Haushalte Single-Haushalte), ist für sie nicht nachvollziehbar. Das Sozialsystem ist familiär und reicht von finanzieller Unterstützung bis zu selbstverständlicher Verheiratung von Witwen/Witwern, auch als Zweitfrauen innerhalb der Familie.

Jungfräulichkeit ist für Jugendliche oft völlig selbstverständlich, ein hohes Gut, zumindest erstrebenswert: die zukünftige Ehefrau "eine kostbare Perle", für die sich junge Männer auch reinhalten wollen. Daher sind leichte oder wechselnde Beziehungen eher nicht erwünscht. Oftmals suchen die Mütter die Frauen für ihre jungen Söhne - sie fragen herum in der Bekanntschaft. Die Entscheidung wird dann den Kindern überlassen. Entsprechend schwierig ist die Situation in Deutschland dann für viele junge männliche, zum Teil alleinreisende Flüchtlinge. Dieser Wert zerbricht am leichtesten in der hiesigen Moderne.

Die Redlichkeit beziehungsweise Unbestechlichkeit, die sie in Deutschland erleben, schätzen sie sehr. Es verleiht Ruhe, Frieden und Klarheit, wenn man sich keine Gedanken machen braucht, weil die unfairen und teuren Bakschisch-Machenschaften im alltäglichen Deutschland (auf der betreffenden Ebene) nicht funktionieren.

Geruhsamkeit und das "Inshallah" ("so Gott will") ist ein Lebensbestandteil, der die Deutschen/Europäer oft zur Verzweiflung bringt. Diese Kunst der Gelassenheit ist in der hiesigen Moderne dem rastlosen Streben und dem Glauben an die Kausalität, einem rationalen "wenn - dann-Zwang" gewichen. Bei Orientalen und Muslimen hat Arbeiten und Geld verdienen einen hohen Wert - allerdings einen völlig anderen Rhytmus als hier.
Dieser kollidiert oft mit hiesigen Vorstellungen über Arbeitstempo. Man kann in arabischen Ländern durchaus ein paar Monate arbeiten und gut Geld verdienen - und dann ein paar Monate Pause machen.

Arbeit verleiht Status und entsprechende Autorität, man hat dann mehr zu sagen auch in der Familie. Das ist hierzulande verloren gegangen, da in der heutigen Hartz-IV-Schere sonst alle Selbstachtung der Betroffenen schwinden würde. Das familäre Gruppen-Sozialsystem ist kaum übertragbar in das westliche anonyme, gesellschaftliche Sozialsystem mit jahrelangem Jobcenterbezug während der Deutschlernzeit. Eine sensible Unterstützung ist oft notwendig um Arroganz oder Zerbrechen der Arbeitswilligkeit zu verhüten. Arabische junge Männer sind oft frustriert, weil sie aufgrund der deutschen Anforderungen die Ansprüche heiratswilliger arabischer Frauen gar nicht erfüllen können.

Meinung über sich und Andere ist oft ein Profilierungmittel und ist stark ausgeprägt bei der Selektion des eigenen Freundes- und Bekanntenkreises. Dies fängt schon an bei der archaischen Ablehnung anderer orientalischer Länder-, Volks- und Religionszugehörigkeiten, die wir aus dem grenzbefreiten EU-Europa mit persönlicher Religionsfreiheit gar nicht mehr kennen. Abneigungen und Mißtrauen sind vielfältig: Iraner gegen Syrer, Syrer gegen Libanesen, Schiiten gegen Sunniten, Kurden gegen Araber - wobei natürlich auch individuelle Unterschiede gemacht werden ("überall gibt es gute und schlechte").

"Zweigesichtigkeit" arabischer Muslime ist den arabischen Christen aufgrund ihrer schlechten, ent-täuschenden Erfahrungen eines der wichtigsten Warnpunkte für die hilfsbereiten Westler. Vordergründig ist die Suche und das Bewußtsein der Gemeinsamkeit, aber das Hintergründige kann völlig anders aussehen - je nach Zweckmäßigkeit. Hier sind die eher logisch-konsequent und kausal geprägten Europäer verletzlich, sie können die Orientierung bei undurchschaubaren Bewertungskriterien verlieren.

Der Koran als "Update" der Bibel

Dieser Passus ist nicht vollständig und beinhaltet eher das, was hiesige gläubige Moslems in Begegnungen anführen als religions-wissenschaftliche Untersuchungen von Christen und Islam-Wissenschaftlern oder Imanen. Die Schwierigkeit liegt auch hier wieder darin, dass Suren oft aus dem Zusammenhang gerissen angeordnet sind, was neben der Sprache/Dialekte und Übersetzungen scheinbare Widersprüchlichkeit und Interpretations-Spielräume schafft.

Auch sind die Auslegungen regional unterschiedlich geprägt - Ägypten stellt sich in seinem Glauben völlig anders dar als Syrer und diese wiederum anders als Iraner oder Türken.

Der Versuch, die beiden Religionen zu verbinden wird von vielen, die sich tiefer mit der Materie beschäftigen, als dämonische Aktion des "Antichristen" verurteilt. Das gilt bei diesen Vertretern auch für die integrativen Bemühungen des derzeitigen Papstes, der von ihnen sogar als der Antichrist gedeutet wird.

Kernpunkte

Der im Koran dargelegte Jesus ist nicht ganz der gleiche wie im Islam. In den Jahrhunderte später niedergeschriebenen Aussprüchen von Mohammed (Hadithen) wird er mit vielen Äußerlichkeiten wie Anmut und Schönheit, mit Wasser in den Haaren beschrieben, was im Koran, der Offenbarung selbst so nicht vorkommt.

  • Im Koran wird Jesus mit der "jungfräulichen Geburt" - ebenso wie die Schöpfung Adams - als von Gott "geschaffen" anerkannt. Es belegt die Allmacht Gottes, zu erschaffen wen und was er will.
  • Die Dreieinigkeit, die im christlichen Sinne als 1 Wesen mit 3 Seinsweisen gemeint ist,[4] ist für Muslime nicht nachvollziehbar.
  • Jesus wird nicht als "Sohn" Gottes anerkannt. Für Muslime wäre dies gleichbedeutend mit den Eltern auf der menschlichen Ebene. Solche Bezeichnung würde glauben machen, dass Gott aufteilbar sei in Mutter und Vater (Gott ist nicht erfassbar).
    Allerdings wird berichtet, dass der Prophet Mohammed, der gegen die Bezeichnung "Sohn Gottes" als Irrglaube vorging, gefragt wurde, wer denn dann sonst Jesus' Vater sei - er wußte keine Antwort und schwieg.
    Die im Koran systematische Bezeichnung "Jesus, Sohn Marias", ist ehrenvoll aber deutet den Unterschied an zu der christlichen Bezeichnung "Sohn Gottes". Für die Sprache der damaligen Zeit war es eine Herausforderung, ihn als Sohn einer Frau zu nennen, neben der Bezeichnung Gesandter Gottes und Messias.
  • Allerdings wird Jesus als Geist und/oder Wort Gottes, "aus seinem Atem kommend" bezeichnet (aus dem hebräischen). Das heißt, dass er kein menschliches Instrument Gottes ist wie ein Prophet, ein Gesandter dem das Wort Gottes als Offenbarung gegeben wird - Jesus wird sozusagen auf die gleiche Stufe gestellt wie der Koran (= die Offenbarung) selbst. Das macht ihn sehr besonders. Dennoch:
  • Muslime legen Wert darauf, dass Jesus auf keinen Fall "mehr" ist oder eine höhere Position einnimmt als Mohmmed oder andere Propheten. Das Wort Messias ist eine Einordnung, die nicht hierarchisch gmeint ist. Jesus' Wichtigkeit zeigt sich darin, dass Mohammed nur 4 mal im Koran erwähnt wird, Jesus dreimal öfter und mit höherem Respekt.
  • Im Koran ist geschrieben, dass nach Jesus (nur) 1 Prophet kommt (Mohammed). Von weiteren spirituell richtungsweisenden Persönlichkeiten wird nichts erwähnt, nur dass viele falsche Propheten kommen würden. So werden - wie auch in andern monotheistischen Religionen - keine aktuellen oder zukünftigen gleichartigen Wesen akzeptiert wie zum Beispiel Avatare im Buddhismus, die zu jederzeit von Gott direkt in die Welt gesandt werden ("Gott selbst steigt hinab in die Welt - als Avatar").
  • Die Kreuzigung wird im Islam als kollektive Illusion betrachtet, die Kreuzigung Jesu sei nicht real gewesen: Es "schien als ob Jesus gestorben sei". In Erklärungen werden zum Beispiel Doppelgänger wie ein 13. Apostel angeführt oder dass Judas die Gestalt Jesu angenommen habe und an seiner Stelle gekreuzigt worden sei oder sogar in christlichen Strömungen Simon, der für ihn das Kreuz getragen hatte.
    Definitiv sei Jesus nicht gekreuzigt worden sondern von Gott zu sich erhoben worden - ein solch niederer Tod war nicht akzeptabel. Die Schuld an seinem Tode wird den Juden zugeschrieben.
    Interessanterweise gab es Thesen vom Überleben der Kreuzigung und der Wanderung Jesu nach Kashmir (Indien) auch schon lange auch im Abendland, zum Beispiel 1983 vom Historiker Siegfried Obermeier. Auch sein Grab soll dort sein.[5]
  • Von Jesus wird mehrfach im Koran erklärt, dass er derjenige sei, der am Tag des Jüngsten Gerichts zurückkehrt, richtet und den Antichristen besiegt.
    Erlösung (durch seinen Tod am Kreuz) gibt er nicht, da er ja dem Glauben nach nicht am Kreuz gestorben ist. Der Prophet Mohammed ist gestorben und begraben, wird nicht wiederkehren sonst wartet auf das jüngste Gericht wie alle andern.
  • Auch Maria - Mariam - der Mutter Jesu, wird im Koran und im Glauben der Muslime eine große Bedeutung beigemessen. Ihr Name kommt im Koran 30 mal, also noch häufiger vor als der Name Jesus. Sie ist der Liebling Gottes als Trägerin des Geistes Gottes. Im Koran wird keine andere Frau namentlich genannt. Auch Joseph, ihr menschlicher Ehemann, wird übergangen.
    Daraus leitet sich bei Arabern oftmals die Hochachtung für Mütter ab, (die auch ihre Kinder unter Schmerzen geboren haben), was ihr eine hoch-respektable Stellung innerhalb der Familie verleiht.
  • Wunder, die Jesus vollbrachte, spielen im Koral kaum eine Rolle. Ebensowenig seine Heilkräfte.
  • Tötung der Ungläubigen als göttliche Offenbarung des Korans ist eine gravierende Änderung gegenüber der Bibel, die in ihrer Lehre Jesus als verkörperte Nächstenliebe beschreibt. In vielen Geschichten ist aufgezeichnet, wie Jesus Menschen gab, die es nach Ansicht des Volkes nicht verdienten, wie zum Beispiel einer Hure oder dem Samariter, dem er seinen Mantel gab). Diese "Tötungs"-Offenbarungen stammen aus den späteren Kriegerzeiten Mohammeds.
    Was der IS proklamiert und ausübt wird jedoch auch von den meisten Muslimen absolut nicht als Koran-gläubig oder "echte Muslime" akzeptiert.
    Hinduisten und Buddhisten, die einen offensichtlich gravierenden Anteil der Weltbevölkerung ausmachen, werden im Westen nur selten thematisiert. Muslime leiden in Asien als Minderheit.

Muslime praktizieren ihren Glauben und ihre Rituale öffentlich überall, sogar während eines geselligen Beisammenseins - anders als Christen, die sich zurückziehen zum Gebet. Das läßt Muslime oft irrtümlich annehmen, dass die Menschen, die sie im Westen kennenlernen, nicht gläubig oder christlich sind.

Viele haben die Tendenz, den Glauben eher an Äußerlichkeiten wie der korrekten Glaubens-Praxis zu messen (in die Kirche/Moschee gehen, ein Kopftuch wie Maria tragen) als an der Haltung und den Handlungen eines Menschen.

Gegenüberstellung von christlichem Glauben und Islam

In der Arte-Reihe "Jesus und der Islam" kommen viele Islam-Wissenschaftler aus verschiedenen Länder zur Sprache. Die wissenschaftliche Sicht weicht jedoch oft ab von den Interpretationen der Immane beziehungsweise von religiösen Strömungen wie Sunniten, Schiiten, jenen, die an eine Wiederkehr des Messias glauben und jenen, die glauben, dass er bereits wiedergekehrt ist.

Eine andere bemerkenswerte Quelle ist der 2017 in Talkshows häufiger gesehene Mark Gabriel, ein ägyptischer zum Christentum konvertierte Ex-Imman. In seinem Buch Jesus und Mohammed stellt er Jesus und Mohammed in jeder Lebensstufe gegenüber, ihre jeweiligen Lehren, ihre Wirkung auf die Menschen, Frauenbild sowie die Hintergründe der Lebensumstände, die die jeweilige Persönlichkeit und Lehre geformt haben. Einige Beispiele aus seinem Buch:

  • Während im Islam das Paktizieren der Rituale und korangemäßes Verhalten Gottes Gefallen findet, zeigt sich laut Jesus des Menschen Liebe zu Gott in seinen guten Werken. Dies verführt so manche Muslime zu Lippenbekenntnissen und dem Glauben, dass allein das Befolgen der Regeln ihn zu einem guten, gläubigen und gottgefälligen Menschen macht.
  • Während Jesus von einem Gott der Liebe spricht, ist er im Koran ein Gott der Strafe: Das Wort Strafe kommt im Koran 379 mal vor, im Neuen Testament nur 15 mal).
  • Während Jesus Gott als fürsorglicher Hirte seiner Schafe zeichnet, will im Koran Gott Menschen durchaus auch in die Irre führen, um damit "seine Hölle zu bevölkern"(Sure 16,37 und 32,13) - diese Art Macht verursacht einen grundlegenden Unterschied im Gefühl der Verlässlichkeit auf Gott. So erscheint den einen Gott aus dem Koran willkürlich, den Muslimen allmächtig. Das gilt auch für Gott beziehungsweise sein Urteil am Lebensende:
  • Während den Christen mit dem Glauben an Jesus (Erlösung) das Himmelreich sicher ist, wissen Muslime bis zum Tod nicht, ob sie ins Paradis oder die Hölle eingehen. Dies ist unberechenbar beziehungsweise unvorhersehbar und wird erst beim jüngsten Gericht entschieden - teils war es vorbestimmt, egal wie man sein Leben gelebt hat. Das mag dann zu einem gewissen Fatalismus beitragen, da es keine kausale Konsequenz ist wie im Christlichen.
  • Während Jesus' Beziehung zu Gott auf Vater-Liebe beruht, bezeichnet sich Mohammed selbst als Sklave Gottes, dessen Authorität ihm Vollmacht erteilt.
  • Während Jesus sogar verachtete Frauen ermutigt ihm nachzufolgen, werden Frauen von Mohammed niedergemacht und des wahren Glaubens als unfähig erachtet.

Mark Gabriel beschreibt auch authentisch seinen Werdegang, wie er in Ägypten als 5-jähriger begann, den Koran auswendig zu lernen und später als Professor an einer der berühmtesten Koran-Universitäten zu lehren begann. Dort wurde er jedoch von Kollegen als Abtrünniger verleumdet und angezeigt, da er Studenten ermutigte, Fragen zu stellen. Er wurde von der Geheimpolizei entführt und gefoltert.

Während der Folter erlebte er in seiner inneren Erfahrungen eine ihn hindurchtragende Kraft, die er später, als er heimlich an eine Bibel gelangte, als Jesus identifizierte. Nachdem er seiner Familie seine Konvertierung mitteilte, wurde er von seinem Vater mit Erschießen bedroht und floh nach USA. Mark Gabriel wird von konservativen und fundamentalistischen Muslimen verfolgt und steht unter Personenschutz. Saudi Arabien und Ägypten gelten als Länder im Orient, die den Koran am konservativsten auslegen.

Die Essenz von Gabriel's Erkenntnis ist,

  • dass der im Koran beschriebene Jesus definitiv nicht dem Jesus entspricht, von dem Westler und Christen in ihren Diskussionen so selbstverständlich ausgehen - dies sei in Diskussionen zu wenig berücksichtigt.
  • man muß in allen Religionen die Nachfolger von den Führern unterscheiden. Man muß die Religion aufgrund der Quelle, aufgrund des Führers (Begründers) verstehen und nicht am Tun (und der Interpretationen) der Nachfolger bemessen.

Weiterführendes


 (Hilfe)

Autoren

Jeder Autor hat seine eigenen Passagen zu diesem Artikel beigesteuert. Deshalb muss nicht jeder Autor alle Passagen des Artikels unterstützen.
Zahl in Klammern = Anzahl der Artikel-Bearbeitungen dieses Autors. Eine hohe Anzahl bedeutet nicht zwangsweise, dass dieser Autor auch viel Inhalt zum Artikel beigesteuert hat.

Einzelnachweise

  1. zum Beispiel hier
  2. Schulfrei zum Ende des Ramadan - unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern
  3. Mitschreiberin Heike.W
  4. Dreieinigkeit erläutert (evangelische Kirche)
  5. "Starb Jesus in Kaschmir?", Econ-Verlag 1983
Schön, dass du den Artikel bis hier gelesen hast. Das zeigt dein Interesse am Thema. Um weiterhin auf dem Laufenden zu bleiben, trag dich einfach in den kostenlosen Secret Wiki-Newsletter ein.

Oder spendiere uns einen  Tee  um weiterhin Wissen für Deine neue Welt auf dem Secret Wiki genießen zu können.

Zusätzliche Möglichkeiten:

  • Teile den Artikel mit deinen FreundInnen (Teilen-Buttons sind links oder unten).
  • Hinterlasse unten einen Kommentar.
  • Wenn du Anregungen hast, kontaktiere uns oder werde MitschreiberIn.
Erzähl's weiter:

Was sagst du zu diesem Thema?

Codex Humanus*