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Handpan

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Handpan
Eine Handpan erzeugt einen sphärischen obertonreichen Klang

Dieser Artikel beschreibt die Instrumentengruppe der Handpans, die ursprünglich durch das in der Schweiz entwickelte "Hang®" oder "Hang® Drum" bekannt wurde.

Die Handpan (wörtliche Übersetzung auf deutsch "Handpfanne") ist optisch einem metallenen UFO ähnlich und hat einen wunderschönen sphärischen obertonreichen Klang. Sie kann gut in der Klangtherapie und in Klangkonzerten eingesetzt werden. Oft hört man Handpans auch in Fußgängerzonen, von Straßenmusikern gespielt.

Neben den Hang®-ähnlichen Instrumenten werden hier auch die verwandten Metallzungentrommeln (Steel-Tounge-Drums) beschrieben.

Einführung

Die Handpans gehören in die Gruppe der Idiophone (selbstklingende Instrumente). Dazu zählen unter anderem auch die Glocke und das Xylophon. Selbstklingend bedeutet, dass sie eine Art Eigenschwingung haben und die Töne nicht mittels Saiten oder Membranen erzeugt werden.

"Hang®" ist ein geschützter Name der Firma PanArt. Es gibt auch andere Handpans, die dem Hang® weniger ähnlich sehen, zum Beispiel einige der Schlitztrommeln. Ist heutzutage von einer Handpan die Rede, ist meistens auch ein Hang® oder ein entsprechendes anderes Modell gemeint. Mehr Info zum Hang® findest du zum Beispiel hier.

Wichtig zu wissen ist, dass Handpans ("Handpfannen") keine Trommeln im klassischen Sinne sind. Es ist zwar möglich, Rhythmen beziehungsweise verschiedene Schlagtechniken auf ihnen zu spielen. In erster Linie aber ist eine Handpan ein Klanginstrument, das über den erzeugten Klang verzaubert.

Viele Spieler kombinieren Schlag- und Klang-Techniken, während sich traditionelle Spieler auf die reinen Klang erzeugenden Spieltechniken beschränken.

Geschichte und Hersteller

In den 90er Jahren war die Firma PanArt Steeldrum-Hersteller in der Schweiz. Steeldrum-Bands waren zu der Zeit sehr beliebt, die aus Trinidad stammende Musikkultur war auch zu uns herübergeschwappt.

Steeldrums wurden ursprünglich aus alten Ölfässern hergestellt. Die verschiedenen Ton- oder Klangfelder werden gehämmert. Zum Spielen der Instrumente werden kleine Stöcke beziehungsweise "Sticks" verwendet.

Ein Perkussionist aus den Kreisen von PanArt hatte dann die Idee, ein ähnlich klingendes Instrument zu bauen, das sich im Sitzen spielen lässt und keine Stöcke benötigt. Dies war die geistige Geburtsstunde des Prototyps des Hang® und zugleich der Beginn einer neuen Instrumentengeneration, den Pang-Instrumenten. Zu dem Pang-Instrumentarium zählten neben der Hang® auch Ping, Pong, Orage, Pung, Pangglocke, Doppelpeng, Peng, und Tubal.[1][2]

Im März 2001 wurde das Hang® erstmalig auf der Frankfurter Musikmesse der Öffentlichkeit präsentiert.

PanArt baute bewusst immer nur eine limitierte Menge an HangHang (das ist die schweizerische Mehrzahl von "Hang®"), obwohl die Nachfrage groß war. Deshalb begannen andere Firmen ebenfalls diese Instrumentenart zu fertigen.

Unter ihnen sind die amerikanischen Halos der Firma Pantheon Steel und die spanischen Bells der Firma BellArt. Es folgten die in Frankreich gebaute Spacedrum, die aus England stammende Terrapan und das deutsche Modell "Steel Harps" von Innersound/Blue Point.[3] Mittlerweile gibt es über 100 Hersteller[4]. Auf dem Handpan-Portal.de gibt es eine gut recherchierte, umfangreiche Liste von Handpan-Hersteller*innen inkl. Beschreibung.

Zu den jüngeren Entwicklungen zählen die Vadjra Yantra und die Vadjraghanta aus der Ukraine. Sie sind optisch etwas anders ausgestaltet als die anderen Handpans, mit erhabenen Elementen auf der Oberfläche.

Charakteristik

Die klassische Handpan hat einen warmen, intensiven, etwas metallischen Klang und ist sehr obertonreich. In den Fußgängerzonen zieht sie Augen und Ohren oft wie magisch an. Oft ergeben sich spontane Darbietungen mit anderen Künstlern wie hier mit einer Hula-Hoop-Künstlerin. Diese Instrumenten-Neuentwicklung hat es in relativ kurzer Zeit auf die vordersten Ränge der Beliebtheitsskala geschafft.

Die Handpan ist vor allem ein Soloinstrument, kann aber durchaus auch mit anderen Instrumenten kombiniert werden. Aufgrund der zumeist individuellen Stimmungen müssen hier Tonart und Stimmung passend ausgewählt werden. Manche kombinieren es zum Beispiel mit Saxophon, Klavier, Geige, Didgeridoo oder Monochord - oder, wie der populäre reisende Musiker Daniel Waples, bei Spontan-Sessions mit den exotischen Instrumenten anderer Länder. Auch der bekannte Spieler und Erbauer Rafael Sotomayor (TheArtofFusion TAOF) hat viele unterschiedliche Kombinationen erkundet.
Bei der Auswahl als Soloinstrument kann man vor allem nach dem eigenen Geschmack gehen.

Gespielt wird das Instrument ausschließlich mit den Händen und Fingern. Bereits ein leichter Anschlag reicht aus, um der Handpan intensive Klänge zu entlocken.

Bauweise und Stimmung

Handpan vom Typ "Vadjraghanta Cintamani"

Eine Handpan besteht im Allgemeinen aus Metall und hat eine runde Außenform. Sie ist aus zwei halben Metallkuppeln zusammengesetzt. Das Metall ist jeweils Stahl, Edelstahl oder nitriertes Metall. Je nach Bauart gibt auf einer oder beiden Hälften jeweils bis zu neun Klangbereiche. Diese sind entweder gehämmert oder eingesägt. Die Instrumente mit gesägten Klangfeldern werden auch Metallzungentrommel oder Stahlzungentrommel (Steel-Tounge-Drum) genannt.

Die Stimmung der Instrumente erfolgt bei jedem Hersteller unterschiedlich. Üblicherweise werden keine Standardtonleitern eingestimmt sondern vor allem alte Tonfolgen, wie diatonisch, pentatonisch oder hexatonisch. Manche Hersteller setzen auch individuell gewünschte Stimmungen um.

Die Grundstimmung kann auf 440 Hz, 432 Hz oder bei Bedarf auch auf andere Frequenzen erfolgen.

Aufbau des Instruments

Eine Handpan hat zumeist ein zentrales Klangfeld in der Mitte des Instrumentes, die sogenannte "Bassnote". Beim Hang® nennt es sich „Ding“. Um das zentrale Klangfeld herum befinden sich bis zu neun weitere Klangfelder. Den Bereich mit den Klangfeldern nennt man "Chor".

In der Mitte der gegenüberliegenden Seite befindet sich eine Resonanzöffnung mit nach innen gezogenem Hals, beim Hang® "Gu" genannt.

Preise und Qualität

Preislich liegen die Handpans Stand Anfang 2017 zwischen circa 450 und 3.000 Euro. Aufgrund der hohen Nachfrage garantiert ein hoher Preis jedoch nicht automatisch eine hohe Qualität. Auch müssen gute Instrumente nicht unbedingt teuer sein. Wichtig ist es daher, vor dem Kauf eines Instrumentes selbst darauf zu spielen.

Für die Auswahl spielen das Material, die Reinheit des Materials, die Bauweise, die Stabilität des Materials, die Grundstimmung (zum Beispiel 440 oder 432 Hz) und die jeweilige Tonleiter (Skala) eine Rolle.

Zur Beurteilung der Qualität einer Handpan sollten folgende Fragen in Betracht gezogen werden:[5]

  1. Ist die Handpan korrekt gestimmt?
  2. Gefällt einem der Klang der Handpan?
  3. Hält die Handpan den Ton ausreichend lang, nachdem sie angeschlagen wurde?
  4. Sind die Töne der einzelnen Klangfelder in Balance zueinander?
  5. Sind die Klangfelder voneinander ausreichend isoliert oder klingen sie unangenehm miteinander?
  6. Kann man auf der Handpan laut und leise spielen?
  7. Sind die Obertöne pro Klangfeld präzise eingestimmt?

Empfehlenswert ist es, sich bei einem etablierten Hersteller oder in einem Fachgeschäft beraten zu lassen. Es haben zwar nicht alle Geschäfte Instrumente zum Verkauf auf Lager, verfügen aber über Instrumente, die vor Ort ausprobiert werden können. Auch Amazon kann man eine Handpan kaufen*.

Wenn man ein bestimmtes Instrument und eine spezielle Stimmung/Skala ins Auge gefasst hat, ist im allgemeinen mit einigen Wochen Wartezeit zu rechnen.

Klangtherapie

Handpans eignen sich in besonderem Maße für den Einsatz in der Klangtherapie und in Klang-Konzerten. Der warme und zugleich kraftvolle Klang berührt auf besondere Weise die Seele und trägt zur tiefen Entspannung bei.

Gut kombinieren lässt sich die Handpan hier beispielsweise mit dem Monochord oder der Motherdrum.

Handpans selber bauen

Dass man eine Handpan selber bauen kann, sieht man zum Beispiel in diesem Video. Allerdings bedarf das einiges an Recherche, Vorbereitung und Übung. Im Internet gibt es verschiedene Wissensquellen. Dazu zählen:

Eine Recherche dieser Quellen gibt einen ersten Einblick und Kontaktmöglichkeiten zu anderen Hersteller*innen, die gerne Tipps und Tricks weitergeben. Jedoch ist es in der Handpan-Szene auch gern gesehen, wenn jemand einen eigenen Herstellungsstil entwickelt und nicht nur bereits existierende Herstellungsprozesse kopiert.

In Wien können sich Interessierte im Pan Lab Vienna selbst eine Handpan bauen, oder auch auf Übungsschalen schnupper-hämmern.


Weiterführendes

Artikel

Videos

Weblinks

  • handpan-portal.de - Alle Informationen zur Handpan: Entstehung & Geschichte, Liste aller Hersteller, Kaufberatung, Tutorials & Unterricht Bleistift.png
  • handpan.at - Workshops, Handpan-Konzerte und Termine im deutschprachigen und benachbarten Raum Bleistift.png
  • handpanguru.com - Hang Drums & Handpans for sale Englisch Bleistift.png
  • panart.ch - Website von PanArt, Schweiz, mit verschiedenen Nachfolgeinstrumenten des Hang Bleistift.png
  • pantheonsteel.com - Website des Amerikanischen Herstellers PanteonSteel Englisch Bleistift.png
  • sarazhandpans.com - Website des Amerikanischen Herstellers Saraz Englisch Bleistift.png
  • vadjra.com - Website des Ukrainischen Herstellers der Vadjraghanta Englisch Bleistift.png

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Autoren

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Einzelnachweise

  1. https://handpan-portal.de/handpan-geschichte-und-entstehung/, abgerufen am 3.2.2018
  2. https://www.bonedo.de/artikel/einzelansicht/hang-drum-und-handpans-ratgeber-und-kaufberatung.html
  3. https://www.bonedo.de/artikel/einzelansicht/hang-drum-und-handpans-ratgeber-und-kaufberatung.html
  4. https://handpan-portal.de/hersteller/, abgerufen am 3.2.2018
  5. https://handpan-portal.de/qualitaet-einer-handpan/, abgerufen am 3.2.2018
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