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Edward Bach

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Edward Bach
Edward Bachs Menschenbild prägte die Entwicklung seiner berühmten Bachblütentherapie

Dr. Edward Bach ist ein englischer Arzt, Forscher und Begründer der Bachblütentherapie.

In diesem Artikel erfährst du mehr über sein Leben, sein Menschenbild, sein Verständnis von Gesundheit und Krankheit, sowie seine bekannte Bachblütentheraphie.

Biografie

Edward Bach ist 24.9.1886 in Moseley Birmingham als ältestes von drei Geschwistern geboren. Nach seiner Schulzeit arbeitete er als Lehrling in der Messinggießerei seines Vaters mit und lernt so das Arbeiterleben kennen.

Mit 20 Jahren beginnt er das Studium der Medizin in Birmingham und London. Danach arbeitet er als Chirurg in der Unfallstation am University College Hospital in London. Schon bald darauf beginnt er sich für Immunologie zu interessieren und wird Assistent in der bakteriologischen und immunologischen Abteilung der gleichen Universitätsklinik. Hier erforscht er die Zusammenhänge zwischen chronischen Erkrankungen und bestimmten Bakterienstämmen im Darm. Er beobachtet, dass bei bestimmten Krankheiten vermehrt ganz bestimmte Bakterienstämme im Darm auftreten und es gelingt ihm, sieben solcher Bakterienstämme als Impfstoffe aufzubereiten.[1]

Mit 27 Jahren heiratet er seine erste Frau. Sie stirbt bereits 4 Jahre später an Diphtherie. Kurz darauf erkrankt auch Edward Bach schwer. Er erhält die Diagnose eines bösartigen Milztumors, der sofort operiert werden muss. Die Prognose seiner Arztkollegen nach der Operation lautet: Drei Monate Lebenserwartung.[2] Von dieser geringen Überlebenschance angetrieben, arbeitet er nun Tag und Nacht, um seine Arbeit für die Behandlung chronischer Erkrankungen vor seinem bevorstehenden Tod fertigstellen zu können. Aus den drei Monaten Lebenserwartung werden so schließlich 19 fruchtbare Jahre.

Schon kurze Zeit später im Mai 1917 heiratet er ein zweites Mal. Aus dieser Ehe geht ein Kind hervor. Die Ehe wird aber bereits 5 Jahre später wieder geschieden.

Erste Erfolge als Arzt

In der Zeit von 1918 bis 1922 lernt Edward Bach die Schriften Samuel Hahnemanns kennen. Daraufhin beschäftigt er sich nun intensiv mit den Ideen Hahnemanns und der Homöopathie. Seine Forschungsarbeit bekommt dadurch eine Neuausrichtung: Er beginnt seine Impfstoffe homöopathisch aufzubereiten, das heißt, sie nach den Prinzipien der Homöopathie zu verdünnen und zu potenzieren. Diese neuen Medikamente gehen als sogenannte Bach-Nosoden[3] in den Heilmittelschatz der Homöopathie ein und sind bis heute (Stand 2020) im Gebrauch. Bach wird zu dieser Zeit auch Mitarbeiter in einem homöopathischen Krankenhaus in London. 1920 publiziert er seinen ersten Artikel im British Homöopathic Journal mit dem Titel „Vakzinetherapie und Homöopathie.“

1922 eröffnet Bach eine eigene Arztpraxis und ein Labor in London. Er behandelt Tausende von Patienten mit seinen Nosoden und veröffentlicht zusammen mit dem Arzt Dr. C. E. Wheeler seine Schrift „Chronic Desease, A Working Hypothesis („Chronische Krankheit – eine Arbeitshypothese“)

Die Begründung der Bachbütentherapie

Da es Edward Bach missfällt, seine Nosoden von Bakterienstämmen aus dem Darm kranker Menschen herzustellen, macht er sich auf die Suche nach Alternativen. Er beginnt, homöopathische Mittel aus Pflanzen anzufertigen und vergleicht deren Wirkung mit seinen Nosoden. Es gelingt ihm aber zunächst noch nicht, die gleichen Effekte mit den pflanzlichen Mitteln zu erzielen.

1928 gibt er seine gut gehende Praxis auf und widmet sich nun ganz der Erforschung der Pflanzen-Heilmittel. Er bereist zusammen mit seiner Assistentin Nora Weeks England und Wales auf der Suche nach geeigneten Pflanzen und entdeckt dabei die ersten 19 Heilpflanzen seiner von ihm neu entwickelten Blüten-Therapie. Er behandelt mit ihnen erfolgreich zahlreich Patienten.[4] Die erste Ausgabe seiner bekannten Schrift Heal Thyself („Heile dich selbst“*) erscheint.

Gleichzeitig entwickelt er auch ein eigenes Herstellungsverfahren für die Pflanzenpräparate, die sogenannte Sonnenmethode. Hierzu verwendet er reines Quellwasser, das er in einer Glasschale sammelt und anschließend mit den frischen Blüten bedeckt in die Sonne stellt. Bach geht davon aus, dass das reine Quellwasser durch diese Methode wie ein Tautropfen in der Morgensonne mit den Heilkräften der Natur aufgeladen wird.[5]

1933 veröffentlicht er sein bekanntestes Buch „Twelve Healers“ („Die zwölf Heiler und andere Heilmittel“), das Hauptwerk zu seiner Therapie. Da er die Heilkunde den medizinischen Laien zugänglich machen will und diese sogar selbst zum Heilen animiert, bekommt er Probleme mit der Ärzteschaft. Bach hält dem jedoch Stand und kann den drohenden Entzug der Approbation verhindern.[6]

Die letzte Jahre

Das heutige Bach Center

1934 lässt Edward Bach sich zusammen mit seiner Assistentin in Sotwell, einem kleinen Dorf im Themsetal (Oxfordshire), nieder. An diesem Ort wachsen auch die meisten seiner von ihm verwendeten Pflanzen. Doch schon ein Jahr später macht er sich erneut auf die Suche nach weiteren Pflanzen, da er realisiert, dass sein System noch nicht vollständig ist. Seine außergewöhnliche Empathiefähigkeit ermöglicht es ihm, sich selbst in die verschiedensten Gemütszustände seiner Patienten hineinzuversetzen und diese ganz zu durchleben. So kann er die geeigneten Pflanzenmittel an sich selbst erproben.[4]

Er findet schon bald 19 weitere Heilmittel, vorwiegend aus den Blüten von Bäumen, sowie eine weitere Herstellungsmethode, die sogenannte Kochmethode. Diese Methode wird zumeist für holzige Pflanzen oder für Pflanzen angewendet, die in den lichtärmeren Zeiten des Herbst und Winters blühen. Dabei werden die Pflanzen am Morgen geerntet und mit frischem Quellwasser für 30 Minuten gekocht. Anschließend wird der Sud zum Abkühlen ins Freie gestellt und gesiebt, bis er ganz klar ist.[7]

1936 betrachtet Bach sein System als abgeschlossen und sein Werk als vollendet. Er beginnt, seine Therapie und Erkenntnisse auf Vortragsreisen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Am 27. November des gleichen Jahres stirbt er im Alter von 50 Jahren.

Er hinterlässt ein eindrucksvolles Werk an Schriften, Impfstoffen, Medikamenten und seine berühmte Bach-Blütentherapie. Seine Wohn- und Wirkungsstätte in Sotwell steht bis heute als sogenanntes Bach Center Besuchern aus aller Welt offen.[8]

Edward Bach ist zeitlebens selbst viel und zum Teil schwer krank und muss Schicksalsschläge wie den frühen Tod seiner ersten Frau erleiden. Auch mit seiner zweiten Ehe ist ihm kein langes Glück beschieden. Dennoch widmet er sein ganzes Leben dem Dienst am Menschen zur Linderung seiner Leiden und zur Förderung seiner spirituellen und seelischen Entwicklung. Er ist inspiriert von einem christlich-geistigen Menschenbild, das ihn in seiner gesamten Arbeit leitete.

Edward Bachs Weltsicht

Edward Bach hat seine Weltsicht und sein Menschenbild in mehreren Büchern und Vorträgen veröffentlicht, von denen einige auch in Schriftform erhalten sind.[9]

Bach hat also nicht nur als Arzt in seiner Praxis zahlreiche Menschen behandelt, sondern auch als Autor und Vortragsredner seine Sichtweise der Öffentlichkeit vorgestellt. Diese Publikationen geben Einblick in das, was ihn bewegt, welche Ziele und Ideale er verfolgt und unter welchen Schwierigkeiten er gelitten hat.

Bachs Menschenbild

Nach der Meinung von Edward Bach hat jeder Mensch einen göttlich-geistigen Wesenskern, der ihn aus den verborgenen Schichten der eigenen Seele, gemäß seiner eigenen Bestimmung leitet. Krankheit ist nach Bachs Weltsicht wohltätig, sie hilft dem Menschen, Irrtümer und Fehler zu korrigieren und den stillen Weisungen der eignen Seele wieder mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Sein Heilungsansatz besteht darin, dem Menschen zu helfen, den Zugang zu seinem eigenen Wesenskern wiederzuentdecken und Mängel in der eignen Seele durch die Entwicklung von Tugenden zu heilen. Jegliche Fremdbestimmung und manipulative Einflussnahme zwischen Menschen ist ihm zuwider. Seine Texte sind von einem hoffnungsvollen Ideal beseelt. Seine Worte besitzen eine bemerkenswerte Kraft.

Obwohl Edward Bach selbst in der englischen baptistischen Religion getauft war und eine christliche Erziehung erhalten hat, wendet er sich in all seinen Schriften gegen jenes überkommene kirchliche Verständnis, nachdem der Menschen ein von seiner Schöpfergottheit getrenntes Wesen sei. Er schreibt statt dessen dem Menschen selbst eine göttlich-geistige Dimension zu, die er als sein „wahres Selbst“ bezeichnet.

Die erste Wahrheit ist, dass der Mensch eine Seele besitzt und dass diese sein wahres Selbst ist: ein mächtiges, göttliches Wesen, ein Kind des Schöpfers aller Dinge.


Diesem schöpferischen Wesenskern verdanke jeder Mensch die Fähigkeit zur Entwicklung wie auch zur Heilung von Krankheiten. In der Entfaltung des eigenen Seelenlebens zum Wohle seiner Mitmenschen sieht Bach folglich auch den Sinn beziehungsweise die Aufgabe des menschlichen Daseins. Jeder Mensch besitzt demnach eine Aufgabe, die er durch die Weisungen seiner eigenen Seele erhält. Diese hilft ihm zur Vervollkommnung seines Wesens.

Das zweite Prinzip besagt, daß wir, wie wir uns in dieser Welt kennen, We­sen sind, die sich hier unten befinden, um all die Weisheit und Erfahrung zu er­langen, die man sich durch seine Erdenexistenz erwerben kann, um Tugenden zu entwickeln, die uns fehlen, und alles in uns auslöschen, was falsch ist, um so der Vervollkommnung unseres Wesens entgegenzuschreiten. Die Seele weiß, welche Umgebung und Umstände uns am besten dazu verhelfen kön­nen, und deshalb stellt sie uns an den Platz im Leben, der für dieses Ziel der ge­eignetste ist.


Edward Bach geht dabei ganz selbstverständlich von dem Gedanken der Reinkarnation aus.

Drittens müssen wir bekennen, daß unsere Zeit auf dieser Welt, die wir das Leben nennen, nur einen kurzen Augenblick in unserer Entwicklungsge­schichte darstellt, so wie ein Schultag im Verhältnis zum ganzen Leben steht. (…) Unsere Seele (unser wahres Wesen) ist unsterblich, und der Körper, den wir bewußt wahrnehmen, ist nur die zeitliche Hülle, wie ein Pferd, das wir besteigen, um eine Wegstrecke hinter uns zu bringen, oder ein Instrument, das wir gebrauchen, um eine Arbeit zu erledigen.


Die Zitate verdeutlichen, dass Bach nicht nur als Arzt zu seinen Patienten, sondern auch als spiritueller Lehrer in seinen Publikationen spricht, der über die großen Zusammenhänge des Daseins Auskunft gibt. Er möchte den Menschen in Einklang mit seinem innersten Wesen bringen.

Solange Harmonie herrscht zwischen unserer Seele und unserer Persönlichkeit, erleben wir Freude und Frieden, Glück und Gesundheit. Wenn aber unsere Persönlichkeit von dem Pfad abge­bracht wird, den die Seele dargelegt hat - sei es durch ihre weltlichen Begier­den oder durch Beeinflussung von anderen -, entsteht ein Konflikt. Dieser Konflikt ist die Wurzel von Krankheit und Unglück.


Bachs Verständnis von Gesundheit und Krankheit

Krankheit ist nach Edward Bach kein primär körperliches Phänomen, sondern ein Ausdruck für die Disharmonie zwischen der innersten, weisenden Seele des Menschen und seiner äußeren, im Leben stehenden und agierenden Persönlichkeit. Diese Disharmonie drückt sich zunächst im Gemüt mit verschiedenen Ängsten, Unsicherheiten, Verzagtheiten aus und macht sich zuletzt als Krankheit im Körper bemerkbar.[10]

Den Schlüssel zur Erkenntnis derjenigen Mängel in der Seele, die schließlich der Krankheit ursächlich zugrunde liegen, sieht er deshalb im Gemüt des Menschen. Dieses Gemüt reagiert sehr fein auf Störungen beziehungsweise auf Disharmonien im eigenen Wesen.[10]

Edward Bach empfiehlt zwar bei Krankheit, die besten Behandlungsmöglichkeiten der Medizin in Anspruch zu nehmen, darüber hinaus aber vor allem Ursachenforschung zu betreiben, um die nötigen Entwicklungsschritte nicht zu versäumen.[10] Hierzu untersucht er nicht nur die Krankheit beziehungsweise den Ort ihres Ausbruchs im Körper, sondern vor allem auch den Gemütszustand, der sich schon vor Ausbruch der Krankheit mit signifikanten Veränderungen bemerkbar macht. Die Krankheit soll den Menschen dazu aufrufen, bestimmte Tugenden beziehungsweise seelische Eigenschaften wie Mut, Mitgefühl, Toleranz, geistige Beweglichkeit unter anderem zu entwickeln. Als eigentliche Grundkrankheiten sieht er seelische Defizite, wie Stolz, Grausamkeit, Hass, Eigenliebe, Unwissenheit, Unsicherheit und Habgier.[10]

Denken wir daran: Krankheit, auch wenn sie grausam erscheint, ist im Grunde wohltätig und zu unserem Besten; und wenn wir sie recht verstehen, kann sie uns zu unseren wesentlichen Fehlern führen. Richtig behandelt, wird sie der Anlaß zur Beseitigung jener Fehler und hilft uns, besser zu werden und zu wachsen. Leiden ist ein Korrektiv, er weist uns auf eine Lektion hin, die wir auf unserem Wege nicht begriffen haben, und es kann deshalb nie zum Ver­schwinden gebracht werden, solange die Lektion nicht gelernt ist. Bei jenen aber, die verständig genug sind, die Bedeutung der Anfangssymptome zu er­kennen, kann der Krankheit vorgebeugt werden, bevor sie zum Ausbruch kommt, oder sie kann in ihren früheren Stadien zum Stillstand gebracht wer­den, wenn die richtigen geistigen und gedanklichen Anstrengungen unter­nommen werden. Keiner braucht zu verzweifeln, ganz gleich, wie ernst sein Fall ist, denn der Umstand, daß dem Menschen körperliches Leben gewährt bleibt, zeigt an, daß die Seele, die ihn leitet, nicht ohne Hoffnung ist.


Wer die Texte Edward Bachs im Original liest, ist vor allem berührt von der Empathie und menschlichen Nähe, die dem Leser bei gleichzeitiger Klarheit und Direktheit seiner Aussagen entgegentritt. Seine Aussagen sind kompromisslos, aber niemals verabsolutierend. Und es leben in ihnen gerade diejenigen seelischen Qualitäten, die der Einzelne zu einer Heilung benötigt. Es sind gerade Tugend wie Hoffnung, Mut, Mitgefühl, die dem Leser aus den Texten entgegen strahlen.

Ein besonderes Anliegen Bachs besteht darin, dass der Einzelne seinen eigenen Weg selbst und unbeeinflusst von anderen gehen kann. Jede Beeinflussung, jede Belehrung, auch wenn sie noch so gut gemeint sei, erachtet er für schädlich.[10] So wichtig es ihm scheint, dass jeder Mensch an seinem ihm gemäßen Platz seinen Dienst an den Mitmenschen vollbringen kann, so schädlich hält er falsches Pflichtgefühl oder Abhängigkeitsverhältnisse, die den Einzelnen von seinen inneren Zielen abbringen. Er betont die Selbstverantwortung des Individuums für sein eigenes Leben, wie auch für Gesundheit und Krankheit.[10]

Die Bachblütentherapie

Cerato - Bleiwurz

Die Bachblütentherapie ist ein in sich geschlossenes Konzept mit 38 Pflanzenarzneien, die dem Einzelnen helfen sollen, Stagnationen und Verfehlungen auf dem Lebensweg zu korrigieren und sich wieder mehr der eigenen Bestimmung gemäß zu orientieren.

Zu jedem dieser 38 Heilmitteln hat Edward Bach eine charakteristische Gemütsverfassung beschrieben, die sich bei Menschen zeigt, wenn sich Defizite im Seelenleben bemerkbar machen und zu einer Krankheit auswachsen können. Hier ein Beispiel:

Cerato (Bleiwurz): Für jene, die an ihrer Fähigkeit zweifeln, Entscheidungen oder Urteile zu fällen. Sie fragen ständig andere um Rat, und sind oft schlecht beraten.
Edward Bach


Bach war auf der Suche nach besonders edlen und schönen Heilpflanzen. Er vermied Giftpflanzen, wie sie beispielsweise in der Homöopathie als Medikamente verwendet werden. Die Arzneimittel sollten einfach, natürlich, schön und rein sein. Sie sollten ohne aufwendige chemische Prozesse von Jedermann hergestellt werden können. Jegliche Tierversuche, bei denen einem Lebewesen Leid zugefügt wird, hielt er als für die Medizin völlig ungeeignet.[10]

Die relative geringe Anzahl von 38 Heilmittel vereinfache es, das richtige Mittel zu finden. Seine Beschreibungen sind so einfach und lebensnah, dass sie von den meisten Menschen verstanden werden können. Ihm war wichtig, dass jeder Mensch ohne Vorkenntnisse seine Therapie verstehen und seine Arzneien anwenden kann. Diese Heilmethode sollte nicht nur für Ärzte und Fachpersonal sondern auch für jeden Laien zugänglich sein.[11]

Edward Bach behandelte nicht die Krankheit. Er war überzeugt davon, dass die Krankheit bestehen bleibt, solange nur Symptome behandelt werden, selbst dann, wenn die Behandlung scheinbar erfolgreich ist. Er ging davon aus, dass dennoch ein Mangel zurückbleibt, der sich wieder an anderer Stelle ausdrückt. Deshalb konnte er sagen:

Was zählt, ist nicht die Krankheit, sondern der Patient. (...) Bei der Behandlung mit diesen Heilmitteln wird der Art der Krankheit keine Beachtung geschenkt. Der Mensch wird behandelt, und während er gesundet verschwindet die Krankheit, die abgeschüttelt wird von der erstarkenden Gesundheit.
Edward Bach, Vortrag in Wallingford


Kritik an Bach und seiner Therapie

Kritische Stimmen gab es schon zu Lebzeiten Bachs. Sie galten vor allem seinem Bestreben, die Blütentherapie auch Laien zugänglich zu machen. Dies veranlasste seine Kollegen in der Ärzteschaft, sogar den Entzug der Approbation zu betreiben. Bach war aber als Arzt so angesehen, dass es nicht dazu kam.

Besonderen Zuspruch erlebte die Bachblütentherapie Ende der 70 Jahren, als esoterische Lehren wie auch die sogenannte „sanfte Medizin“ immer populärer wurden. Aus dieser Zeit stammen Publikationen, welche die Bachblütentherapie auch im deutschsprachigen Raum bekannt machten.[12]

Mit der Popularität ging aber auch eine starke Utilisierung der Blütentherapie einher. Die Tropfen wurden vielfach zur Lebensverbesserung in allen Lebenslagen verwendet, das eigentliche Anliegen Edward Bachs nach Entwicklung und tieferer Verbindung zum weisenden Selbst des Menschen fand aber nicht unbedingt eine adäquate Beachtung.

In den 90er Jahren mehrten sich abwertende Berichterstattungen in den Medien. Sie bezeichneten Bach als „Aussteiger“ und die Blütentherapie als „Geldmacherei“. Es wurde ihr jegliche Wirksamkeit abgesprochen. Dem Alkohol in den Medikamenten, der zur Konservierung benutzt wird, wurde schließlich eine größere Wirksamkeit zugeschrieben, als den Mitteln selbst. Auf Wikipedia heißt es als Summe seines Lebenswerkes: „Eine Wirksamkeit der Bach-Blütentherapie konnte in klinischen Studien nicht nachgewiesen werden.“[13]

Edzard Ernst, Leiter der Abteilung für Komplementärmedizin an der britischen Universität Exeter, urteilt ebenfalls, dass stichhaltige wissenschaftliche Studien keine Wirksamkeit der Bachblüten bei der Behandlung von Krankheiten gezeigt hätten, durch die hohe Verdünnung der verwendeten Blütenessenzen aber auch Nebenwirkungen nicht zu erwarten seien.[14]

Kritiker aus dem kirchlichen Umfeld lehnen die Bachblütentherapie vor allem aufgrund des spirituellen Welt- und Menschenbildes Edward Bachs ab: "Die Bachblütentherapie ist abzulehnen. Ihr Ziel, die Seele zu heilen, steht in direkter Konkurrenz zu biblischem Glauben. Jede Anwendung der Bachblütentherapie, die sich an den Vorgaben der Therapie orientiert, bedeutet eine Beschäftigung mit der dahinterstehenden esoterischen Weltanschauung. Diese Weltanschauung ist aus biblischer Sicht klar abzulehnen und vor Aufnahme und Anwendung esoterischen Gedankenguts ist zu warnen."[15]

Die Theologen Bettina Hakius und Jochen Riemer von der Freien Theologischen Akademie Gießen würdigen zwar den Wert der Therapie, insofern sie durch die Bemühung um Selbsterkenntnis gute Heilmöglichkeiten biete. Sie weisen aber auf die Gefahr hin, dass Patienten bewährte medizinische Maßnahmen in Diagnostik und Therapie nur zögerlicher in Anspruch nehmen könnten. Völlig irrational erscheinen dabei aber Sätze wie: „Da Bachblüten ähnlich wie Psychopharmaka wirken können, warnen Mediziner vor einer Unterschätzung der Wirkung.“

Bachblüten wirken gerade nicht wie Psychopharmaka und Ärzte warnen auch nicht vor der unterschätzten Wirkung, sondern unterstellen schlichtweg gar keine Wirkung. Zudem sind solche Aussagen weder durch Quellen belegt, noch logisch nachvollziehbar. Die Kritik der beiden Autoren steigert sich sogar dahin, dass „okkulte satanische Mächte sich der Tropfen bemächtigen“ könnten. „Die Offenheit, die ein Patient mit sich bringt, wenn er mit dem Kosmos eins werden will, könnte vom Teufel selbst gebraucht werden, um die Person in eine Abhängigkeit an übernatürliche Mächte und magisch-mystisches Denken zu ziehen.“[15]

Am meisten Anstoß nehmen sie aber an dem spirituellen Menschenbild Edward Bachs: „Gott ist auf keinen Fall identisch mit dem ‚Selbst‘ eines Menschen. Die Göttlichkeit der menschlichen Seele ist eine Vorstellung des Pantheismus und steht diametral der von der Heiligen Schrift konstatierten Sündhaftigkeit des menschlichen Herzens gegenüber (1Mo 8,21; Mt 15,19). (...) Der Trost, den die Präparate versprechen, ist eine traurige Alternative zu dem Trost, den uns Gott selbst durch seinen Heiligen Geist verheißen hat (2Kor 1,3-9)."[15]

Weitere Entwicklungen

Es ist aber wohl weniger eine solch abwertende Kritik, die auf dem Werk Edward Bachs lastet, denn diese Kritik spricht für sich selbst. Es ist vielmehr der Ausverkauf der Therapie durch die Befürworter. Diese haben zwar zu einer relativ weiten Verbreitung beigetragen, zugleich aber auch zu einer Verwässerung des ursprünglichen Gehaltes des Blütentherapie. So sind aus den ursprünglich 38 Heilpflanzen Hunderte geworden, die in alle Welt verbreitet werden. Es wurden Computer-Programme erstellt, die für den Interessierten die richtige Heilpflanze für alle Lebenslagen herausfinden, und es gibt die Blütenessenzen nicht mehr nur in der Form des aufbereiteten Quellwassers, sondern in Pulverform, als Cremes und als Kügelchen. Ungeachtet dessen wartet aber auch heute noch die außergewöhnliche Individualität Edward Bachs wie auch sein Lebenswerk darauf, von ernsthaft nach tieferer Entwicklung strebenden Menschen entdeckt zu werden.

Bücher

Weiterführendes

       


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Autoren

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  1. Nora Weeks, Edward Bach. Entdecker der Blütentherapie. Sein Leben - seine Erkenntnisse*
  2. Das Leben und Wirken von Dr. Edward Bach - Die Geschichte der Bachblüten, abgerufen am 11.2.2020)
  3. Nosoden sind homöopathisch aufbereitete Arzneien, die aus „krankem“ oder pathologischem Gewebe wie Blut, Krankheitserregern oder körpereigenen Bestandteilen hergestellt werden.
  4. a b Biografie von Dr. Edward Bach, abgerufen am 14.2.2020
  5. Gesammelte Werk, Aquamarinverlag, 1989, S. 77
  6. Gesammelten Werke, Aquamarinverlag 1989, S. 13
  7. Gesammelten Werke, Aquamarinverlag 1989, S. 78
  8. Das Bach Center, abgerufen am 14.2.2020
  9. Diese Publikationen sind: Einige fundamentale Überlegungen zu Krankheit und Heilung, 1930; „Heile dich selbst“* 1931 (Buch); Ihr leidet an euch selbst 1931 (Vortrag vor Medizinern); Befreie dich selbst 1932 (Buch); Zwölf Heiler (Buch 1936); Freimaurervortrag 1936; Vortrag in Wallingford 1936; alle erschienen im Aquamarinverlag 1989
  10. a b c d e f g „Heile dich selbst“*
  11. Vortrag in Wallingford, Gesammelte Werke, Aquamarinverlag 1989
  12. Die Original Bach-Blütentherapie* von Mechthild Scheffer
  13. Wikipedia-Artikel zu Edward Bach, abgerufen am 18.2.2020
  14. Bachblütentherapie-Heilsam oder Humbug?, abgerufen am 18.2.2020
  15. a b c Können Tröpfchen Seelen heilen?, vom 15.4.2016, abgerufen am 18.2.2020

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