Als ich zum ersten Mal von „Fish!“ gehört bzw. eine Zusammenfassung gelesen habe, dachte ich, hm, ob du damit wohl was anfangen kannst?! Schließlich handelt das Buch in erster Linie davon, wie Führungskräfte ihre Mitarbeiter motivieren können, und als Freiberufler bin ich weder Führungskraft, noch habe ich Angestellte. Aber nun gut, warum sollte ich nicht auch mal etwas lesen, was auf den ersten Blick nicht direkt zu mir und meinem Leben passt – und ich wurde angenehm überrascht!

Worum geht es bei “Fish!”?

Bereits beim ersten Reinlesen präsentiert sich Fish!* anders als vergleichbare Bücher, denn es handelt sich nicht um ein Sachbuch, sondern um einen Roman. Erzählt wird die Geschichte von Mary Jane, die mit ihrem Mann Dan nach Seattle zieht. Sie hat einen Job als Abteilungsleiterin in der Firma First Guarantee Financial und zwei süße Kinder. Alles ist nahezu perfekt – bis Dan stirbt und Mary Jane kurze Zeit später in den dritten Stock ihres Unternehmens versetzt wird.

Dieser trägt den Namen „Mülldeponie“, und das zurecht, wie Mary Jane schnell herausfinden muss. Über diese Abteilung wird im restlichen Gebäude gelästert “Manchmal gibt es Anzeichen von Leben im dritten Stock”: Anrufe werden nicht beantwortet, Anfragen brauchen Wochen bis zur Bearbeitung, und die Kunden haben das Gefühl, die Angestellten mit ihren Anliegen beim Schlafen zu stören. Dennoch braucht Mary Jane den Job, um ihre Familie zu versorgen.

Als der Druck von oben wächst, kommt es zu einer zufälligen Begegnung, die alles für Mary Jane und den gesamtem dritten Stock verändern soll. Die leitende Angestellte verbringt ihre Mittagspause in der Nähe des Pike Place Fischmarkt (den es übrigens wirklich gibt, und zwar genau so, wie er hier beschrieben wird!), an dem erwachsene Menschen Fische durch die Gegend werfen, viel gelacht und geschrien wird und sowohl Verkäufer als auch Kunden einen Heidenspaß haben.

Mary Jane ist zunächst verwirrt und dann zutiefst beeindruckt. Vom Fischverkäufer Lonnie will sie wissen, wieso dieser Ort trotz der monotonen Tätigkeit so lebendig ist – und erkennt erstaunliche Parallelen zu ihrer „Giftmülldeponie“.

Wie verwandelt man eine Mülldeponie in einen angenehmen Arbeitsplatz?

Beim ersten Meeting im dritten Stock treffen Mary Janes Ideen auf wenig Gegenliebe. Was soll die Arbeit im Büro schon mit fliegenden Fischen und brüllenden Verkäufern zu tun haben? Dann geben aber einige der Angestellten zu, unzufrieden zu sein und sich mehr Freude am Arbeitsplatz zu wünschen – und schon ist der erste Schritt zu einem besseren Arbeitsklima getan.

Den Durchbruch erreicht Mary Jane aber erst, als sie ihre Untergebenen im Rahmen eines Betriebsausflugs selbst am Betrieb auf dem Fischmarkt teilhaben lässt. Die Stimmung und die Begeisterung aller Anwesenden ist derart mitreißend, dass auch die ruhigsten Mitarbeiter ihre Resignation vorübergehend vergessen und sich anstecken lassen.

Die ersten Fortschritte bis hin zum Erfolg

Im Rahmen der nächsten Meetings spürt Mary Jane sofort, dass die Motivation auf ihren dritten Stock übergegriffen hat. Sie teilt die Mitarbeiter in Teams auf, sie sich jeweils einem der Kernthemen widmen:

  • Sei präsent
  • Spielen
  • Anderen eine Freude machen
  • Wähle deine Einstellung

Dabei legen die ehemals gelangweilten Bürohengste eine erstaunliche Begeisterung an den Tag und tragen tolle und kreative Ideen vor, mit denen sich der Arbeitsalltag deutlich verbessern lässt. Und sie setzen diese auch in die Tat um.

Mary Janes Bemühungen zeigen Erfolg – der geächtete dritte Stock verwandelt sich von einer Giftmülldeponie in ein Team überaus zufriedener Mitarbeiter, die gern zur Arbeit gehen und zudem viel bessere Ergebnisse erzielen. Nicht nur beruflich hat Mary Jane eine Entwicklung zum Positiven vollzogen; auch privat haben die Veränderungen in der Firma sie weitergebracht.

Fazit: Inspirierender Motivationsroman mit Charme

Trotz meiner Zweifel habe ich Fish!* binnen kürzester Zeit verschlungen. Und das lag nicht nur daran, dass das Buch mit einem Umfang von nur knapp 125 Seiten recht übersichtlich ausfällt. Die Geschichte von Mary Jane ist interessant erzählt und macht die Protagonistin bereits nach den ersten Seiten sehr sympathisch. Ihre Entwicklung mitzuverfolgen und zu sehen, wie sie eine scheinbar unlösbare Aufgabe mehr als souverän meistert, hat auch mich inspiriert.

Wer öfter mal Schwierigkeiten hat, sich mit seinen Alltagsaufgaben (sei es im Job oder im Haushalt) anzufreunden und dabei zumindest ein Minimum an Freude zu empfinden, sollte “Fish” zu seiner Büchersammlung hinzufügen. Die darin enthaltenen Punkte und Lektionen sprechen viele Zielgruppen an – vom Büroarbeiter über den Fischhändler bis hin zur Hausfrau oder dem Studenten.

Hier kommen alle Fakten zum Buch: