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Tod und Schmetterlinge

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Schmetterlinge sind unterwegs
in der Welt - mit unbekümmerter Leichtigkeit, Zerbrechlichkeit.

Was haben Tod und Schmetterlinge miteinander zu tun?

Wie kann man Menschen am Lebensende sinnmachende, nachvollziehbare Beschreibungen darüber vermitteln, was im Prozess des Todes in etwa passiert?

Gespräche darüber können Verleugnung, Dramatik, Furcht und Härte mindern und innerem Frieden Raum geben. Etwaige Vorbehalte gegenüber "dubiosem" Wissen oder Glauben, wie etwa zum Thema Nahtoderfahrungen, können umgangen werden.

Dieser - eher poetische als sachliche - Artikel soll einfache psychologische, philosophische und spirituelle Aspekte vermitteln und als Anregung für Gesprächsstoff dienen.

Tod - Ende der Illusion

Der Tod wird archetypisch in den meisten Kulturen - besonders den westlichen - als schwarz wahrgenommen und gern als Gerippe dargestellt. Er erinnert die Menschen - zumeist in der ungünstigsten Stunde - daran, dass wir doch nicht die Kontrolle über unseren Tod haben.

Für viele Menschen, die materiell und irdisch orientiert sind, ist der Tod ein Skandal. Sie haben sich in ihrer Orientierung über Jahrzehnte hinweg die Illusion verschafft, dass sie ihr Leben selbst dirigieren. Sie hegen bis zur eigenen Begegnung mit dem Tod und der Erkenntnis die Ansicht, dass sie auch ihren Tod unter Kontrolle haben und bestimmt noch dirigieren könnten - und nach dem Tod nichts ist: "das habe ich nicht verdient".

Archetypisches

Gerippe - Nacktheit

Schmetterling, unbekannte Art.jpeg

Das Gerippe weist auf die Entblößung hin, von allem, was wir uns an Reichtümern im Leben hinzugefügt haben an Form. Dazu zählen auch Wertvorstellungen, Wünsche, Ideen und Illusionen - und all die Privilegien, die wir uns erschaffen konnten im Leben.
Einschließlich des Anspruches, über unsern Tod bestimmen zu können.

All der innere und äußere Reichtum, den wir mit der uns zur Verfügung stehenden Schöpferkraft kreiert haben - er gehört doch nicht uns.
Er gehört etwas jenseits des menschlichen Gerüstes.

Mantel - Schleier der Dimensionen

Das Gerippe ist meist in einen schwarzen Mantel mit Kapuze gehüllt, der das Angesicht im Dunkeln lässt und die Wucht der wahren Gestalt verhüllt. Das ist im Angesicht des Todes milde, dennoch lässt es das verdrängte Wissen aufbrechen - die innere Gewissheit um die Endlichkeit der persönlich geschaffenen Existenz.
Im archetypischen wird ebenfalls als bedrohlich wahrgenommen:

  • umso mehr, wie eine Kultur Errungenschaften erschaffen hat; und
  • umso weniger, wie die Kultur sich selbst davon überzeugt hat, alles in der Hand zu haben.

Für Menschen mit einer guten Rückverbindung könnte der Mantel als eine tröstliche Verhüllung der "nackten Wahrheit" bedeuten. Meist taucht das Bedürfnis nach einer neuen Sichtweise erst am Lebensende auf, wo den Menschen die Fähigkeiten genommen werden und sie im Nichtstun einen Sinneswandel erleben. Da, wo sie sich entscheiden müssen, welcher Beurteilung sie folgen wollen:

  • dem Urteil "Verlust und Versagen" oder
  • der Beurteilung "Wandlung in Andersartigkeit" - etwas, das mehr mit Sein als mit Tun zu tun hat.

Im spirituellen Sinne könnte der schwarze Mantel einen Hinweis geben auf die Schleier - je nach Sichtweise oder Erfahrung und gespeicherte Erinnerung als

  • Umhüllung unseres Mensch-seins, unseres Tagesbewusstseins oder als
  • Abtrennung von der feinstofflichen, geistigen Welt
  • Ebenso könnte der schwarze Mantel uns hinweisen auf das Absolute, was uns allzeit umgibt.

Schwärze - Autorität

Das Schwarz mit dem licht-weißen Rand hat etwas Erhabenes.

Das Gerippe ist in Schwarz gehüllt - das was keine Farbe gibt sondern alle Farben des Lebens nimmt - absorbiert. Das macht Angst und wirkt mächtig. Es desillusioniert und lässt die bunte Vielfalt des Lebens erlöschen. Schwarz wird (neben königsblau oder "marine") mit Autorität assoziiert - umfassender als man selbst und wohlgesonnen, oder aber uneinsehbar überlegen - je nach gespeicherter Lebenserfahrung und Orientierung.

Dafür gibt es Beispiele auf verschiedenen Ebenen, wie zum Beispiel die schwarzen Löcher des Universums, die physikalisch gesehen Materie verschlucken. Licht wird gebrochen in seine unterschiedlichen Schwingungen, die wir als Farben wahrnehmen.
Dunkelheit ist nicht gut zu definieren: sie scheint keine Schwingung zu haben. Man könnte nicht definieren, ob eine Schwingung schnell oder langsam sein könnte. Mit dem scheinbaren Nicht-schwingen wird in der spirituellen Erfahrung die Stille verbunden.

Im gesellschaftlichen kleiden sich oft Menschen schwarz, die sich dem Leben nicht ausliefern wollen, in seiner bunten Vielfalt und mit all den Gefühlen, die es auslöst. Menschen, die nicht so viel in sich hineinlassen wollen: mehr oder weder unbewusst und beabsichtigt signalisiert Schwarz-tragen Rückzugbedürfnis, Schutzraum oder auch Abweisung "lass mich in Ruhe, berühr mich nicht". Sei es

  • bei Trauer oder auch Depression
  • im Religiösen (Mönchskutten)
  • im Lebens-"statement" (wie 'Grufties')
  • die Macht und Kontrolle lieben, wie sie der Tod so absolut ausstrahlt

Im Spirituellen hat Schwarz mehrere Bedeutungen:

  • die Abwesenheit von Licht: sie lässt den Ursprung als Dunkel erscheinen.
  • das Unbewusste, auf das kein Licht gefallen ist - wo das Licht der Erkenntnis noch nicht hin-gelangt ist
  • das Absolute als der Ursprung von allem was ist - der Urgrund aus dem alles entsteht.

Von daher besteht kein echter Anlass für uns, die Schwärze des Todes zu fürchten - es sei denn, wir vertrauen uns nicht dem Urgrund, der "Wahrheit" an, in den wir zurückkehren, sondern erheben Anspruch auf Bleiben, unsere Identität zu behalten.

Botanischer Garten - München Tropischer Schmetterling.jpg

Menschen mit spirituellen Erfahrungen von Schwärze berichten von 2 Qualitäten von Schwarz:

  • kalt, mit der Abwesenheit von Liebe und allem - bis-hin zu schneidend und machtvoll
  • warm, eine Schwärze, die erfüllt zu sein scheint mit einem unsichtbar präsentem Alles-was-ist.

Das kann mit der Resonanz zu tun haben, die sich entwickelt durch die Orientierung im Leben. Vielleicht der Fokus des Egos, der die Seelenwärme entbehrt und die blanke Kälte der Wahrheit als konfrontativ erlebt -
im Gegensatz zur verkörperten Seele, die vertraut ist mit der die Lichtlosigkeit, die dennoch die Fülle des ungeborenen Potentials im Absoluten spiegelt.

Licht-weiß - Wahrheit

Ähnlich gibt es auch Wahrnehmungsunterschiede bei weißem Licht, die unterschiedlich interpretiert werden:

  • blendend, unmittelbar und kühl bis-hin ätzend
  • warm, voller Liebe und anderer unbeschreiblicher Qualitäten; Licht das sich bewegt wie das klare Wasser eine sprudelnden Quelle.

Während im esoterischen Bereich oft die warme Version als "reine Wahrheit", als echt angenommen wird, beschreibt das Totenbuch für den Übergang der Menschen das ungewohnt blendende Licht als das wahre Licht:
das warme, tröstliche, nicht so blendende Licht sei durchsetzt von menschlicher Erfahrung und den Kompromissen der Dunkelheit - die Vertrautheit dessen würden die Seele in eine Wiederverkörperung ziehen.

Schmetterlinge - Verwandelte

Tod und Schmetterlinge
Schmetterlinge, die vortäuschen
etwas anderes zu sein

Archetypisch gesehen ist der Schmetterling ein Symbol für Transformation, das heißt für den Übergang der bisherigen Form in eine andere, neue Form. Die Schlange mit ähnlicher Bedeutung, häutet sich zwar, bleibt aber letztlich gleich in ihrer Gestalt.
Der Schmetterling steht nicht für irdische Wechsel und Reifungsphasen sondern für eine grundlegende Änderung mit völlig neuen, ungeahnten Fähigkeiten - das Unvorstellbare, das im Innern als ersehntes Potential schlummert, bekommt Gestalt.

Hier gibt es viele Aspekte, die assoziiert sind mit dem Tod mit seiner Bedeutung und Hinweise auf das Geschehen beim Sterben:
die Fortbewegung, bei der alles mühselig nach-sich-gezogen werden muss; und Schwerfälligkeit der schweren, dicken Raupe -
sie weicht der Leichtigkeit und Flugkraft des Schmetterlings: der Befreiung des Geistes aus dem Gefängnis Körper und weltlichem Leben.

Durch Vorurteile baut sich der Mensch seinen eigenen Kokon,
nur kann er sich nicht so spielend wieder davon trennen,
wie ein Schmetterling.

"Dasein-fristen" der Raupe - Menschen-Leben

Tod und Schmetterlinge
Der Kleine Fuchs als Raupe

Das Raupen-sein wird mit dem Leben, dem Mensch-sein assoziiert, der Schwere und Langsamkeit des Körpers und Belastung durch Emotionen. Die Raupe lässt nichts erahnen von dem im Innern unbewusst schlummernden Schatz. Sie frisst vor sich hin und wird immer mehr an Raupen-Masse.

Der Kokon, in dem das Wunder stattfindet, erinnert an Zeiten, wo man "lahmgelegt" ist durch Krankheiten, Unfähigkeit oder Alterserscheinungen; wo alle Wunder des Lebens an einem vorbeizuziehen scheinen:

  • Kinder reifen bei Kinderkrankheiten, mehr von ihrem Wesen scheint verkörpert zu werden.
  • Erwachsene beschreiben Burn-out oder Midlife-Crisis als Auslöser für radikale Veränderungen im Leben, die Neues zum Vorschein bringen.
  • Alte Menschen empfinden vielleicht ihr Sterben wie einen Kokon, wo sie sich nicht mehr rühren können vor Schmerz und Unbeweglichkeit.
  • Spirituell Erfahrene beschreiben Phasen von Dysfunktionalität und sozialem Abstieg in der Welt, Erwachende und Erleuchtete beschreiben Phasen der Wüste, qualvolles Gefangen-sein in weltlichen Zwängen. In den Biographien spiritueller Meister gibt meistens bedeutsame Krisen.

Oder wie Brene Brown beschrieb: ihr totaler Nervenzusammenbruch, der sich später als spirituelles Erwachen 'entpuppt' hatte.

Gerade als die Raupe dachte, ihr Leben sei vorbei,
wurde sie zum Schmetterling.

Fliegender Schmetterling - Erwachte

Der entstandene Schmetterling wird assoziiert mit dem Bewusstsein, dem freien Geist, der seine Form im Mentalen hat; die Seele in ihrer feinstofflichen Form wird ebenso mit dem Schmetterling assoziiert. Ihre Präsenz im Körper verleiht echte Lebens-Qualität und den vermissten Sinn. Die Farbigkeit des Schmetterlings spiegelt das vielseitige, nun verwirklichte Potential - und mit der unglaublichen Präzision der Zeichnung auch die Präzision des göttlichen Plans.

Materiell orientierte Menschen, die ihre Begegnung mit dem Tod bis ans Lebensende hinausschieben, assoziieren diese Transformation, diese Wandlung, mit dem Tod. Zeichnungen von Schmetterlingen an den Wänden der Konzentrationslager weisen daraufhin, dass Menschen sich dessen bewusst waren, dass inmitten der fürchterlichen und aussichtslosen Umständen solche Wandlung in ihrem Tod stattfindet.

Spirituell orientierte Menschen suchen diese Transformation schon im Leben zu erfahren. Für die einen wartet das Paradies, das Ersehnte, erst nach dem Tod. Für die anderen ist es das Paradies auf Erden, wenn sie diese Wandlung bereits im Leben erfahren können und als das Neue - der Schmetterling in seiner Form - leben können. In der Begegnung mit Satsanglehrern erkennt man diese Möglichkeit wieder.

Viele "esoterische" Aufstiegsgeschichten und Channelings, die vom Stand der Transformation der Erde berichten, von der Erhöhung der Schwingung, dem Auslösen der vierten Dimension und Transformation in die fünfte Dimension, sind eine Ausdrucksform dieser Art von Evolution. Man sagte voraus, dass wir Aufstieg in die feinstoffliche Dimension erleben ohne dafür sterben zu müssen. Erwachte erleben das Bewusstsein dafür in unterschiedlichen Ebenen, die sich nicht notwendigerweise linear manifestieren:

  • Das Erwachen des Mentalen ('mind'): es scheint, dass diese Chance viele Menschen haben. Ihre geistigen Höhenflüge verleihen ihnen Flügel - wenn das Herz nicht auch erwacht, bleibt es häufig nur Überlegenheit, die an den Blüten des Lebens nippt. Es ist keine Voraussetzung zum Erwachen auf den anderen Ebenen.
  • Das Erwachen des Herzens bewirkt eine deutlich spürbare Verkörperung der Grundschwingung der Liebe. Das Erwachen des Herzens kann ohne erwachten 'mind' stattfinden - das wissende Verständnis ist nicht nötig. Dies geschieht manchmal in der letzten Lebensphase, wo früher harte Menschen plötzlich eine überraschend tiefe Güte und Weisheit ausstrahlen. Eine Ausstrahlung, die eine (Hospiz-) Begleitung Sterbender nährend macht statt erschöpfend und belastend.
  • Das zusätzliche Erwachen des Willens ist - wie John de Ruiter beschrieben hat - äußerst selten und am ehesten bei Avataren und Erleuchteten zu finden. Es ist ein entspannter Wille, der sich nicht zusammenzieht, wenn er von "Gegen-"Kräften berührt wird. Dies ist für fast alle Menschen erst im allerletzten Augenblick des Todes erfahrbar.

Der Schmetterling mit seiner Freiheit, seiner Flüchtigkeit, seiner Anmut, seiner scheinbaren Ziellosigkeit und dem sanftem Weichen vor Dingen, die sich auf ihn zu-bewegen, scheint all diese Qualitäten eines völlig befreit lebenden Wesens zu verkörpern.
Er macht es uns möglich, uns daran zu erinnern und gibt uns eine Perspektive. Er gibt diesem verborgenen inneren Wissen die Gestalt, um uns wach zu halten.

Farbe - Prägung

Tod
Zeichnung mit Präzision -
Tagpfauenauge - mit Kleinem Fuchs als Schmetterling

Schmetterlinge gibt es in bunten leuchtenden Farben. Als Archetypus für das Wesen, die Seele, steht er für die Seele im Leben. Die Seele ist noch individualisiert - sie hat noch "Farbe", die ihr gegeben ist durch die Qualitäten, die sie aus den irdischen Erfahrungen gewonnen hat. So wie die Form aus Schwingung besteht, hat jede Farbe eine bestimmte Wellenlänge. Im Weiß vereinigen sich alle Farben.

Zusammenhänge von Farben mit Gefühlen, von Blockierungen und Bedürfnissen in Form von Lichtschwingung, werden archetypisch empfunden. Ihre Wirkung sind Thema in der Farbenlehre. Auf alle Fälle erhellen und beleben sie das Gemüt. Sie spiegeln die Polarität wieder, sind Anreize und nähren die Lebenskraft.

In den Wissensgebieten der Aufgestiegenen Meister werden zum Beispiel die Farben verschiedenen Farbstrahlen mit entsprechenden Qualität zugewiesen. Leben dient dazu, durch Erfahrungen die Meisterschaft über solche Qualitäten zu erlangen, sodass Wesen, die vorrangig eine Qualität verkörpert oder auch "befreit" haben, auf diesem Strahl dienen können.
Das bedeutet, dass sie die Menschen mit den entsprechenden Qualitäten nähren, inspirieren und zur Bewusstwerdung verhelfen können, indem sie sie mit dieser Schwingung versorgen.

  • Als Avatar sagt Mutter Meera (in erstmaliger und von Geburt an voll-bewusster Verkörperung) zum Beispiel, dass sie jedem Menschen das Licht gibt, das er braucht, das ihm hilft.
  • Spirituelle Meister verkörpern häufig vorwiegend eine Schwingung bzw. Farbe, was dann auch bei der Anziehungskraft auf einen Schüler eine Rolle spielt.
  • Aufgestiegene Meister wirken freiwillig im feinstofflichen Bereich - sie sind nicht mehr unbedingt verkörpert. Ihre Farbe ist "gefärbt" von den Erfahrungen vergangener Leben und mag vielschichtig die Menschen in ihren Körpern ansprechen.
  • Engel haben keine Erfahrungen von Verkörperung und ihren Farben spricht man einen höheren Reinheitsgrad zu. Ihre Farben hängen zusammen mit ihren Aufgaben und dem, was sie bewirken.
Um Schmetterlinge lieben zu können,
muss man auch die Raupen in Kauf nehmen.


Weiterführendes

Artikel

Literatur


 (Hilfe)

Autoren

Heike W. und Ina
Jeder Autor hat seine eigenen Passagen zu diesem Artikel beigesteuert. Deshalb muss nicht jeder Autor alle Passagen des Artikels unterstützen.
Zahl in Klammern = Anzahl der Artikel-Bearbeitungen dieses Autors. Eine hohe Anzahl bedeutet nicht zwangsweise, dass dieser Autor auch viel Inhalt zum Artikel beigesteuert hat.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Sprüche zitiert aus demSpruch-Archiv.
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