Landwirtschaft
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Die aktuelle Bredouille der konventionellen Landwirtschaft
Auch an der Basis unserer Lebensmittelerzeugung gilt schon seit der sogenannten "Grünen Revolution" in den 1950er Jahren der Grundsatz "Wachse oder weiche".
=> konventionell produzierende Agrarbetriebe stehen einem immer größeren Preisdruck gegenüber.
=> Der vermeintliche Ausweg ist für die Agrarbetriebe eine Intensivierung der Landwirtschaft. Über die steigenden Erntemengen wollen sie ihr Einkommen wenigstens konstant halten.
Die Intensivierung der Landwirtschaft bringt die folgende negative Wirkungskette mit sich:
=> Intensivierung bedeutet wachsenden Bedarf an Landtechnik und Mineraldünger.
=> Zusätzlich: Mineraldünger macht unsere Kulturpflanzen u.a. anfälliger gegenüber "Schädlingen" (Pilze, Insekten) und konkurrenzschwächer gegenüber ihren wildwachsenden Verwandten.
=> Durch die Intensivierung steigt der Pestizideinsatz (Fungizide, Herbizide, Insektizide), obwohl diese oft nur noch ab dem Überschreiten gewisser Schadschwellen gespritzt werden.
=> Immer größere finanzielle Schere: Kostenexplosion vs. fallende Verkaufspreise, da die Nachfrage den steigenden Erntemengen hinterherhinkt.
=> Die Erntemengen müssen noch weiter steigen, sprich es kommen noch mehr Mineraldünger und noch mehr Pestizide zum Einsatz...
=> Steigender Flächenbedarf um wirtschaftlich bleiben zu können.
=> Vor allem kleine Betriebe müssen aufgeben, der Rest spezialisiert sich immer mehr: reine Tierhaltungsbetriebe (meist industrielle Massentierhaltung), reine Pflanzenbaubetriebe, Biogas-Betriebe, ...
=> Immer weniger Menschen arbeiten in der Landwirtschaft.
=> Zunehmende Entfremdung immer größerer Teile der Bevölkerung von unsrer Nahrungsmittelerzeugung und z.T. auch der Natur insgesamt.
=> Geringere Wertschätzung und steigende Gleichgültigkeit gegenüber unseren existentiellen Lebensgrundlagen, ...
Konsequenzen im Pflanzenbau
Die Intensivierung der Landwirtschaft hat erhebliche negative Konsequenzen für den Pflanzenbau:
=> Die Artenvielfalt auf unseren Feldern schrumpft enorm, immer engere Fruchtfolgen (meist nur noch Weizen, Raps, Mais).
=> Immer intensivere Bodenbearbeitung.
=> Viel Pflügen bedeutet jedoch massiven Humusabbau durch Mikroorganismen.
=> Bodenfruchtbarkeit hängt aber maßgeblich vom Humusanteil ab.
=> Bodenfruchtbarkeit geht in den Keller.
=> Der Boden kann immer weniger Wasser und Nährstoffe speichern.
=> Mineraldüngerbedarf steigt, ein Großteil davon wird aber vom nächsten Regen gleich wieder ins Grundwasser ausgewaschen.
=> Steigende Kosten für Trinkwasseraufbereitung, sowie immer mehr Nitrat und Pestizidrückstände im Trinkwasser.
=> Gleichzeitig wird der Boden immer anfälliger für Erosion (Abtrag) durch Wasser und Wind, aber auch für mechanische Verdichtungen (Drüberfahren mit schwerem Traktor)...
=> Der Boden wird Stück für Stück immer weiter abgetragen, bis hinunter zum unfruchtbaren Ausgangsmaterial.
=> Unsere Böden können sich aber bei weitem nicht so schnell neu nachbilden wie sie abgetragen werden! Unsere Böden in Mitteleuropa sind circa 10.000 Jahre alt!
=> Das abgetragene Bodenmaterial landet dann obendrein sehr oft im nächstgelegenen Gewässer (Bach, Fluss, Tümpel, See, ...), vor allem wenn kein Grünstreifen zwischen Acker und Gewässer existiert ("Sandfang").
=> Dort führt es mindestens zu externer Nährstoffanreicherung mit damit verbundenem Artenrückgang bis hin zum ökologischen Umkippen.
Das Problem ist:
Ohne fruchtbare Böden ist keine Landwirtschaft und kein Anbau von Nahrungsmitteln mehr möglich!
Konsequenzen in der Tierhaltung
In der Tierhaltung ist die Entwicklungstendenz ähnlich wie im Pflanzenbau. Die Intensivierung der Landwirtschaft hat durch immer mehr Spezialisierung und steigenden Preisdruck u.a. die Massentierhaltung mit all ihren Konsequenzen hervorgebracht. Zu diesen Konsequenzen gehören:
- Tierquälerei,
- Gülleseen
- Rodung des Regenwaldes für Sojaanbau in den Tropen als Mastfutter für hiesige Nutztiere
- usw.
Fazit
Durch die Intensivierung beißt sich die Katze insgesamt gesehen gleich mehrfach in den Schwanz. Das Hamsterrad der Zerstörung der Umwelt dreht sich schneller und schneller.


