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Heidentum

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Heidentum
Heidnische Glaubensformen erfahren in den letzten Jahrzehnten eine Neubelebung

Heidentum ist heute die Selbstbezeichnung jener Glaubensrichtungen, die in Europa vor Einführung des Christentums herrschten.

Als Naturreligion unterscheidet sich das Heidentum grundlegend von allen Lehren, deren „Reich nicht von dieser Welt" ist: Dem Heidentum ist die Natur selbst heilig und es existiert keine dualistische Trennung von Welt und Gottheit oder Natur und Geist. Die Natur wird nicht angebetet, die Götter sind in der Natur und eins mit ihr. Das Verhältnis des Menschen zu diesen Göttern, Natur und Wesen ist keines der Anbetung und Unterwerfung, jedes Wesen hat seinen Raum, seinen Platz und Aufgabe und der Mensch (Heide) fügt sich darin ein. [1][2]

Übersicht

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Der Schwerpunkt der folgenden Kapitel liegt auf den heidnischen Vorstellungen der heimischen (deutschsprachigen) Regionen.

Heidnische Glaubensformen erfahren in den letzten Jahrzehnten eine Neubelebung durch die Suche nach neuen spirituellen Alternativen und den kulturellen Wurzeln. Auf dieser Suche werden im Neuheidentum zum Teil auch außereuropäische Kulte (z.B. aus Ägypten, dem Hinduismus, von den Indianern), ihre Rituale und Voodoo integriert.

Anfangs kam die Bezeichnung des "Heiden" von den Christen und war abwertend für alle nicht-christlichen Völker gemeint. Erst in jüngerer Zeit wurde es zu einer positiven Selbstbezeichnung neu-heidnischer Strömungen. Es gibt jedoch auch die germanische sprachliche Wurzel zu einem der das "Heid", die "göttliche Kraft" verehrte.[3] Zum Heidentum gehörten nicht nur die bekannteren Religionen der Griechen und Römer, sondern auch die der Nordeuropäer, also die der Slawen, Kelten, Balten, Germanen, Finnen usw.

Aus der Mythologie sind die beiden Göttergeschlechter der Wikinger, die Asen und Wanen bekannt. Ebenso viele andere Gottheiten, die auch heute wieder von Heiden insbesondere der Asatruar verehrt werden. Dazu gehören beispielsweise bekannte Götter wie Wodan (Odin), Donar (Thor), Freia (Freyja), Holle (Holda), aber auch unbekanntere Gottheiten wie Nehalennia, Forseti und Friagabis.
Das Heidentum kennt weit über hundert Götter und Göttinnen, die ihrerseits unter eine höheren Ordnung stehen. Je nach Region ist dies sehr individuell, auch wenn die Gemeinschaft einen hohen Stellenwert hat, und gerne Gruppenfeiern und gemeinsame Rituale abgehalten werden.

Grundsätze

  • Die Götter sind nicht allmächtig, sondern sind eingebunden in eine höhere Ordnung und werden nicht angebetet. Sie prüfen ihrerseits die Menschen auf der Erde um ihre Entwicklung zu fördern.
  • Heiden sind ihrem Gewissen und ihrer inneren Ethik verpflichtet. Die Götter richten nicht, sondern der Mensch trägt die Verantwortung für seine Taten selbst.
  • Es werden konkrete Erfahrungen mit den Kräften der Götter gemacht und dieses Wissen wird mündlich weitergegeben.
  • Jeder Heide hat Zugang zu den höheren Mächten und Göttern und kann seine Antworten darüber selbst finden und Wahrheiten überprüfen (keine Priester).
  • Im Heidentum ist es Aufgabe der menschlichen Gemeinschaft in Verbindung mit den göttlichen und natürlichen Kräften ihr Heil zu finden.
  • In Naturreligionen existiert keine klare Trennung von Gott und Welt, es ist ein ganzheitliches System das sich nicht ablösen lässt.
  • Die Kräfte des männlichen und weiblichen Pols werden beide im Zusammenspiel geachtet.
  • Der heidnische Glaube hat keine Dogmen. Jeder einzelne darf seine Veranlagungen frei und selbstverantwortlich entwickeln.
  • Die Freiheit soll genutzt werden um dem Leben die bestmögliche Selbstverwirklichung zuteil werden zu lassen.[2] So war es geradezu eine religiöse Pflicht, sich dem Heiligen in sich würdig zu erweisen, indem man eine starke und bewundernswerte Persönlichkeit zu werden versuchte. Dies macht den Heiden würdig zu leben und sein Leben lebenswürdig, es ehrt die Götter.[4]

Begriff

In der christlich-europäischen Tradition dient der Begriff Heide als Sammelbezeichnung für die jeweils anderen, also diejenigen, die außerhalb der eigenen christlichen Traditionen stehen. Der Begriff diente ursprünglich zur Abwertung des anderen, dem die Zugehörigkeit zu einer Religion abgesprochen wird. Eng verknüpft ist damit die Vorstellung der falschen Religion.

Was früher als Heidentum bezeichnet wurde, nennt man heute indigene (lt. eingeboren) Religionen oder Animismus (gr. Wind, Hauch - auch als Seele/Geist übersetzt).
In der historischen Forschung werden die Begriffe Heiden/Heidentum sowie Pagane/pagane Kulte bezogen auf die Antike wertneutral benutzt, um damit Anhänger der alten Götterkulte von Christen, Juden, Manichäer etc. zu unterscheiden, ohne dass damit eine Abwertung vorgenommen wird.[5]

Unterschiede zwischen Heiden- und Christentum

Das Kirche hat einige heidnische Bräuche in seinem Eroberungszug übernommen und umgedeutet, wie z.B. Ostern und Weihnachten. Im Kern bestehen jedoch wesentliche Unterschiede in der Weltanschauung des kirchlich geprägten Christentums. Das Heidentum unterscheidet sich grundlegend von allen Lehren, deren „Reich nicht von dieser Welt" ist, da es diese Welt und jedes gegenwärtige Leben in den Mittelpunkt rückt.

  • Als Naturreligion, existiert im Unterschied zu den Offenbarungsreligionen kein Religionsgründer und es gibt daher auch keine verbindlichen Lehren oder religiösen Bücher.
  • Im allgemeinen sehen sich die Heiden in einem partnerschaftlichen Verhältnis zu ihren Göttern und haben daher auch keine Mittler, wie Pfarrer oder Priester, religiöse Autorität beruht auf Erfahrung.
  • Im Heidentum unterwirft sich der Mensch nicht einem höheren Gott, der über den Menschen richtet und ihn bestraft oder belohnt.
  • Gebote an die sich gehalten werden muss, gibt es nicht. Stattdessen gibt es eine Ethik welche auf den Grundsätzen der Ehre und gegenseitigen Treue gründet. Der Mensch ist frei und besitzt eine unverletzliche Würde, die er für sich zu bewahren und bei anderen zu respektieren hat. Einige heidnische Gruppen vertreten Tugenden wie: Mut, Wahrheit, Ehre, Treue, Disziplin, Gastfreundschaft, Fleiß, Selbstständigkeit und Ausdauer.
  • Ein Heide kennt keine vererbten Sünden der Ahnen (Erbsünde) oder grundsätzliche Schuld, nur weil er Geboren ist, wie es in der christlichen Lehre zentral verankert ist. Ebenso gibt es keine Selbstgeißelung, man verantwortet sich vor sich selbst, der Gemeinschaft und der Schöpfung.
  • Die Spaltung in Gut und Böse ist den Heiden unbekannt. Die Natur, jeder Gott und jedes Lebewesen hat seinen Bereich, Sinn, Aufgabe und steht eingebunden im Zusammenspiel einer ganzheitlichen Welt (holistische Weltsicht). Alles kann im rechten Maß und am richtigen Platz dienlich sein, weshalb es wichtig ist, diesen auch für sich selbst zu finden.
  • Missionierungen, ob friedlich oder mit Gewalt, finden nicht statt, jeder ist jedoch (bsp bei den Asatru) eingeladen, sich diesem religiösen Verständnis zuzuwenden.
  • Der Tod und das Jenseits haben eine untergeordnete Rolle, im wesentlichen dreht es sich um das Leben vor dem Tod. Allen heidnischen Jenseitsvisionen gemeinsam ist, dass sie nicht mit Lohn oder Strafe, Verheißung oder Verdammnis gekoppelt sind. Das Leben wird nicht durch künstliche Angst oder Hoffnung bestimmt, sondern kann frei und Eigenverantwortlich gestaltet werden. Weitere Vorstellungen über den Tod oder danach variieren.
  • Buße zu tun (wie im Christentum verankert), ist den Heiden fremd, sie ehren die Götter durch Freude am Leben und das Wirken aller Gott gegebenen Fähigkeiten (orientiert an der inneren Ethik).
  • Entgegen der christlichen Körperfeindlichkeit sind auch alle diese Freuden erwünscht. Die Sexualität wird zudem im Frühling, entsprechend der Fruchtbarkeit des Frühlings im Jahreskreis, betont und ritualisiert zum Ausdruck gebracht.[6][1]

Die neuheidnische Bewegung

Das Neuheidentum beantwortet Fragen nach kultureller und religiöser Identität auf ganz eigene Weise und stärkt das Verhältnis von Mensch und Natur.

Viele Menschen unserer modernen Gesellschaft suchen nach spirituellen Alternativen. Eine davon ist die neuheidnische Bewegung. Auf der Suche nach unseren vorchristlichen urreligiösen Wurzeln versuchen sich die Mitglieder an den spärlichen Überresten der alten Stammeskulturen zu orientieren. Glaubensinhalte sind so unterschiedlich wie die internen Gruppen. Die neuheidnische Bewegung gibt Antworten auf Fragen nach kultureller und religiöser Identität ebenso wie zum Verhältnis von Mensch und Natur.

Rückkehr zu den eigenen Wurzeln

In Europa geht es den neuen Heiden dabei um die Suche nach unseren germanischen und keltischen Wurzeln, Mysterienkulte, Glaubensformen und Traditionen. Eine authentische Rekonstruktion des archaischen Heidentums ist nicht machbar und von den meisten auch nicht gewollt.

Für die Anhänger geht es um mehr. Sie sind auf der Suche nach den Überresten der eigenen Kultur. Es ist eine Art Rückbesinnung auf die Zeit vor der Christianisierung, eine Rückbesinnung auf Mutter Natur in einer durchtechnologisierten Welt. In Deutschland ist die Pagan Federation eine der größten und ältesten neuheidnischen Organisationen. Dennoch hat sie mit vielen Vorurteilen und mit Intoleranz zu kämpfen. Über die Zeitschrift „Pagan Dawn“ der PFI werden pro Quartal mehr als 10.000 Leser erreicht. Aufgabe der PFI ist der Informations- und Gedankenaustausch unter den Mitgliedern.

Glaubensinhalte und Rituale

Der Glaube kreist um die Überzeugung, dass Gottheiten als personifizierte Naturkräfte in uns wirken. Durch entsprechende Rituale geht man mit ihnen in Kontakt. Feste, Rituale, Zeremonien und Mysterienspiele sind wichtige Bestandteile neuheidnischer Gemeinschaften.

Neuheiden leben ihre Spiritualität, Werte und Vorstellungen in vielfältigen Varianten. Die Szene splittet sich in viele kleinere Gruppierungen. Allen gemein ist, dass es im Spirituellen darum geht, die Natur in uns wiederzuentdecken. Gottheiten sind daher nicht außen zu suchen, sondern als Teil der Natur in uns. Es geht um ein spirituelles Verständnis von belebter und beseelter Natur, weshalb diese Art des Glaubens auch als Naturreligion bezeichnet wird.

Ganz grob gibt es drei große Strömungen:

  • die Asatru
  • die moderne Hexenbewegung
  • den Neo-Schamanismus
  • und die neuen Kelten und Germanen

Asatru - eine neue Religion mit alten Wurzeln

Asatru ist spezielle Form heidnischen Glaubens, die ihre Wurzeln bei den Göttern der Germanen und der späteren Wikinger sucht.

Mit dem altnordischen Begriff "Ásatrú" ist die Treue zu den germanischen Göttern gemeint. Die Ásatrúar verehren viele Gottheiten und leben meist eine ganz bewusst naturnahe Lebensweise. Ihren Glauben praktizieren sie recht individuell. Die Bestrebungen des Dichters Sveinbjörn Beinteinsson führten in den 1970er Jahren dazu, dass Ásatrú in Island als offizielle Religion anerkannt wurde. Norwegen und Dänemark folgten dem Beispiel Islands.

Ein Szenekenner ist der in Deutschland wohnende Niederländer und praktizierende Ásatrú Gardenstone. Seine Leidenschaft ist die Geschichte und Mythologie der Germanen. Mit seinem Buch Germanischer Götterglaube hat er für den deutschen Sprachraum ein Grundlagenwerk für Ásatrú und andere heidnische Religionen geschaffen.

Eine moderne Interpretation alter Überlieferungen

Die Prosa- und die Lieder-Edda gehören für die meisten Asatruar zu den wichtigsten Überlieferungsquellen alten Brauchtums, denn sie beschreiben ausführlich die germanische Götterwelt der Wikinger. Aber auch die Germania von Tacitus und andere Quellen aus der Antike dienen als Informationsquelle sowie viele Sagen, Inschriften auf Altarsteinen aus der Zeit des römischen Reiches sowie alte lokale Volksbräuche.

Diese und noch viele andere Quellen hat Gardenstone für sein Buch Germanischer Götterglaube: Asatru - Eine neue Religion aus alten Zeiten genutzt. Entstanden ist ein Werk zu alten Glauben und Riten, das für Heiden und insbesondere für die Asatru in unserer heutigen Gesellschaft eine theoretische und praktische Hilfe bietet. Das Buch beinhaltet Hintergründe, einen umfangreichen Götterkatalog, Feste und Feiertage, Rituale für viele Gelegenheiten, ein Verhaltensleitfaden, bis hin zu DNA-Forschung, Symbolik, Vorhersagetechniken und Met-Herstellung.

GardenStone

Der im Taunus ansässige Niederländer ist aktives Mitglied im Eldaring und langjähriger Ásatrú. Er möchte den Menschen die Berührungsängste zu seiner neuheidnischen Religion nehmen und die Akzeptanz für diesen Glauben vergrößern. Denn noch immer haben die Asatru in Deutschland unter Vorurteilen zu leiden. Aus Unwissen wird Asatru manchmal mit der rechten Szene in Verbindung gebracht.

Sein Buch Germanischer Götterglaube ist eine offene Einladung an alle Interessierten, das alte Wissen aus der Zeit der Germanen und Wikinger in die heutige Zeit zu integrieren. Bekannt ist Gardenstone aber auch für seine Bücher über verschiedene Göttinnen wie Göttin Holle und Die Rückkehr der Göttin Nehalennia. Alle seine Bücher beruhen auf ausführlicher historischer Forschung und tragen maßgeblich zur Weiterentwicklung des modernen Heidentums bei.

Die Neubelebung der alten germanischen Sitten

Die Asatru halten sich bei ihrer Glaubensvorstellung an das direkt Erfahrbare und an überlieferte Traditionen und Bräuche. So werden heute wieder Feuer zu Ehren der Göttin Ostara entzündet, es gibt Feuerräder zum Julfest und die Feier zu Mitsommer. Das Asatru Opferfest „Blot“ dient der Bekräftigung der Beziehung zu den Göttern. Dazu gehört auch ein ritueller Umtrunk, das „Sumbel“, das von Trinksprüchen für die Götter oder dem Gedenken an die Ahnen begleitet wird.

Auch mystische Elemente sind im Asatru zu finden. Laut Überlieferungen hatten auch die germanischen Völker meditative Techniken entwickelt. Die Konzentration des Geistes in der freien Natur wurde durch Vorstellungen und Anrufungen als eine bewusste Reise in die Anderswelt praktiziert. Beispielsweise, um auf Grabhügeln oder an Wegkreuzungen mit den Toten zu kommunizieren. Dabei geht es um den Einklang des Einzelnen mit der Natur und den Göttern.

Die Entwicklung einer modernen Glaubensform

Da es aber über die alte religiöse Praxis nur wenige Kenntnisse gibt, haben sich auch neue Riten entwickelt. Aus dem Wissen heraus, dass damals das Wohl der Gemeinschaft Vorrang vor dem Wohl des Einzelnen hatte, haben die Asatruar heute eine Art Verhaltenscodex entworfen, den sie die "nobelen Tugende" nennen. Einige dieser Werte sind Großmut, Gastfreundschaft, Ehrlichkeit, Treue und Selbstbestimmung. Durch Workshops und Vorträge werden Kultur und Kenntnisse weitergegeben.

In den vielen Naturerscheinungen manifestieren sich für die Asatruar die Götter und bieten damit Kommunikationsebenen zwischen Mensch und Gottheit. Der Sturm zum Beispiel ist kein Gott, aber für die Asatruar eine Ebene der göttlichen Begegnung. Christliche Vorstellungen von Sünde, Hölle oder Paradies sind Asatru fremd. Doch sind die meisten Asatruar in einer christlichen Welt aufgewachsen, sodass dieser Erfahrungshintergrund nicht einfach ausgeblendet werden kann.

Die Asatru in Deutschland

Die meisten Menschen in Deutschland, die sich von der germanisch-heidnischen Religion angezogen fühlen, tun das als Einzelgänger. Nur wenige sind organisiert und praktizieren öffentlich. Die Gesamtzahl der Asatruar ist daher auch kaum einzuschätzen. Eine Minderheit ist in Vereinen organisiert. Der größte Asatru-Verein ist der Eldaring, gefolgt von dem Verein für germanisches Heidentum (VfgH). Dazu gibt es noch einige kleinere Gruppierungen, wie zum Beispiel die Nornirs Aett, die sich besonders gegen rechtslastige Auffassungen und Rassismus engagieren.

Die Vereine bieten jährlich einige überregionale Treffen für ihre Mitglieder und für Interessierte an, unterstützen lokale Gruppen, bieten öffentliche Stammtische und geben Zeitschriften heraus. Auch im Internet bieten sie Webforen, Mailinglisten und Chats an. Asatruar sind aber auch in den heidnischen Zusammenschlüssen zu finden, wie der Pagan Federation International (PFI) oder dem Rabenclan. [7]

Die moderne Hexenbewegung

Die moderne Hexe steht für den selbstbestimmten Menschen, egal ob Mann oder Frau. Dazu gehört ein archaisches weibliches Wissen, eine naturverbundene Spiritualität und die Verehrung der großen Göttin. Sie leben ganz bewusst mit dem Jahreskreis und interessieren sich für Kräuter- und Heilwissen. Viele haben zudem Kenntnisse verschiedener Orakelsysteme wie das Kartenlegen.

Die neuen Hexen leben die Heiligkeit der Natur und beleben die Traditionen der Seherinnen und Heilerinnen neu. Innerhalb der Hexenszene ist Wicca ist die größte und derzeit am stärksten wachsende Bewegung. Wicca versteht sich als Naturreligion und Mysterienreligion. Im Gegensatz zum Göttinnenkult gibt es eine Göttin und einen Gott, die als gleichberechtigte Partner bestehen. Die Heiligkeit der Natur wird gefeiert und es werden magische Rituale praktiziert.

Der Neo-Schamanismus

Der Schamanismus ist ein Sammelbegriff für sehr altes Wissen des Menschen zu sich selbst und zu andern Wirklichkeiten. Die neuen Schamanen orientieren sich vor allem an indianischer Lebensweisheit und Erkenntnis. Sie beinhaltet die Vorstellung, dass Krankheit immer aus einer Disharmonie zwischen Mensch, Natur und Kosmos heraus entsteht.

Der ursprüngliche Schamanismus gilt als das älteste uns bekannte Heilungssystem, dessen Wissen über viele Generationen weitergegeben wurde. Das Wissen um heilenden Kräfte, die hinter unserer sichtbaren Realität verborgen sind, findet der Schamane in der Anderswelt, die er durch Trancezustände betreten kann.

Alte schamanische Traditionen werden neu belebt und an die moderne Zeit angepasst. Im Zentrum stehen die Heilkräfte der Natur, die zum Wohle von Mensch und Erde eingesetzt werden. Um die Unterschiede zwischen dem ursprünglichem und dem modernen Schamanismus zu kennzeichnen, werden die neuen Schamanen auch als Neo-Schamanen bezeichnet.

Die neuen Kelten und Germanen

Ihnen geht es darum, altes Brauchtum der eigenen Kultur neu zu beleben, Kunst und Handwerk zu erhalten, ebenso wie unsere Natur. Die keltischen Druiden spielten früher als Priester und Eingeweihte eine tragende Rolle in der Gemeinschaft und sorgten für das Gleichgewicht von Mensch und Natur.

Auch die neuen Germanen verbinden sich auf moderne Weise mit den alten germanischen Göttern, alten germanischen Brauchtum wie der Magie und den Runen. Asatrú ist eine polytheistische Religion, die sich an den altnordischen Gottheiten orientiert und die altgermanischen Traditionen wieder aufleben lassen wollen. In dieser Vorstellung bewegt sich alles in einem ewigen Kreislauf und das Göttliche ist in der Natur enthalten. [8]

Keltisch-Druidische Religionsgemeinschaft

Diese Gemeinschaft orientiert sich ebenfalls an der Natürlichkeit der keltischen Wurzeln. Ansonsten ist sie jedoch völlig frei im weiteren Glauben was Gottheiten oder andere Inhalte betrifft. Der Kern ist ein "liebevoller, respektvoller und natürlicher Umgang gegenüber allen Menschen, Tieren und Pflanzen auf dieser Erde." Dabei wird die Wichtigkeit und Stärkung der Gemeinschaft und Familie betont.

Grundsätze der Keltisch-Druidischen Religionsgemeinschaft

Der Keltisch-Druidische Glaube betont die Freiheit des Individuums. Dies umfasst auch die Freiheit zur Unversehrtheit der eigenen Körperlichkeit und die umfassende Selbstbestimmung im Hinblick auf alle physischen, elektromagnetischen und anderweitigen Manipulationen, Eingriffe und Maßnahmen, die dazu bestimmt oder geeignet sind, Stoffwechsel, Motorik, Verhalten, Bewusstsein zu beeinflussen.

Der Keltisch-Druidische Glaube untersagt daher jegliche äußere, z.B. gesetzlich-staatliche Verpflichtung zur Einbringung, Verwendung oder Zulassung künstlich geschaffener oder verpflanzter Objekte wie Medikamente, Chips, Impfungen, Blut, Blutserum, Stammzellen, Gewebe, künstlicher oder transplantierter Organe. Das gilt sowohl vor der Geburt eines Neugeboren im Mutterleib, als auch zu jeglichem anderen Zeitpunkt nach der Geburt eines menschlichen Wesens.[9]

Weiterführendes

Artikel

Literatur

Weblinks


 (Hilfe)

Autoren

Leander, Stefan und Bot
Jeder Autor hat seine eigenen Passagen zu diesem Artikel beigesteuert. Deshalb muss nicht jeder Autor alle Passagen des Artikels unterstützen.
Zahl in Klammern = Anzahl der Artikel-Bearbeitungen dieses Autors. Eine hohe Anzahl bedeutet nicht zwangsweise, dass dieser Autor auch viel Inhalt zum Artikel beigesteuert hat.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Traditionelles germanisches Heidentum in heutiger Zeit vom Verein für germanisches Heidentum
  2. 2,0 2,1 Was ist Heidentum von Kurt Oertel (2002)
  3. Wer verfolgte die Hexen-Hebammen? Und warum? Oder Wie die sexualfeindliche Moral in Europa etabliert wurde von Ottmar Lattorf in Bezug auf E.v. Hollander und M.v. Hollander: Vatan, der Pfad des Nordens. Die uralte Wissenschaft der Runenmeister, Skalden, Seherinnen und weisen Frauen. München 1993. Knauer Verlag
  4. Die alte Sitte von Walthard Peter (2002)
  5. http://de.wikipedia.org/wiki/Heidentum#Begriff
  6. Die germanische Religion vor dem indo-europäischen Hintergrund von von Kurt Oertel (2002)
  7. Ganzes Kapitel "Asatru" von Dörthe Huth zur Verfügung gestellt.
    Quelle und Literaturhinweis: Gardenstone: Germanischer Götterglaube: ASATRU - Eine neue Religion aus alten Zeiten, BOD 2009
  8. ganzes Kapitel "Die neuheidnische Bewegung" von Dörthe Huth zur Verfügung gestellt.
    Literaturhinweis: http://de.paganfederation.org/ & http://www.relinfo.ch/
  9. http://keltisch-druidisch.de/de/content/die-keltisch-druidischen-grunds%C3%A4tze
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