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Fair trade

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Fairtrade wiki
Das Fairtrade-Logo ist das bekannteste Siegel im Bereich "Fairer Handel"

Fair trade (auf deutsch "Fairer Handel") ist eine Strategie zur Armutsbekämpfung. Durch gerechtere Handelsbeziehungen soll die Situation der benachteiligten Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Südamerika verbessert, die Binnenwirtschaft gestärkt und langfristig ungerechte Weltwirtschaftsstrukturen abgebaut werden.

Dieser Artikel stellt verschiedene Fair trade-Siegel vor.

Inhaltsverzeichnis

Siegel und Zertifikate

Grundsätzlich gibt es 2 Sorten von Siegeln: Umweltsiegel (Öko-Siegel) und Handelssiegel (Sozial-Siegel). Das Umweltsiegel bezieht sich schwerpunktmäßig auf Material und Gesundheitsaspekte, während sich die Handelssiegel mehr auf faire und nachhaltige Produktions- und Verkaufsbedingungen beziehen.

Das erste deutsche Handelssiegel war aus einer Kölner Initiative für fairen Kaffee-Handel entstanden: TransFair. Später umbenannt in das internationale "Fairtrade" gingen aus ihm verschiedene Marken-logos (wie Fairglobe) und Produktlogos (wie Fairfleur für fair produzierte Rosen) hervor. Mehr über die Zusammenhänge und Handelspartner in der Geschichte von Dieter Overath, dem Begründer dieser Iniative hier.

Fairtrade

"Fairtrade" ist ein Handelssiegel. Durch den Kauf von Produkten mit dem Fairtrade-Siegel hat man die Gewissheit, dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauern und Beschäftigen durch Fairtrade-Preise und -Prämien verbessert werden. Außerdem sind illegale Kinderarbeit und Zwangsarbeit verboten.

Das unabhängige Fairtrade-Siegel garantiert unter anderem, dass Baumwollproduzenten einen fairen und stabilen Preis erhalten - unabhängig vom Weltmarkt.

Fairtrade begann 1992 mit einem Verein für fair gehandelten Kaffee, mit einem TransFair-Siegel, dessen erster Lizenznehmer die GEPA war. Wenige Jahre später kamen Tee, Kakao, Zucker und Bananen dazu. Später wurde das Siegel international in das Fairtrade-Logo gewandelt.[1] Über 1,6 Millionen Bauern und Plantagenarbeiter in 74 Ländern profitieren bereits vom fairen Handel mit dem Fairtrade-Siegel.[2]

Nach Aussagen des Begründers Dieter Overath kannten 2013 bereits 80 Prozent der deutschen Bevölkerung das Fairtrade-Siegel. Gut die Hälfte der Fairtrade-Artikel trugen zu dem Zeitpunkt auch ein Biosiegel.[3] Neben der Fairtrade Produktpalette sind inzwischen viele weitere Gruppenauszeichnungen dazugekommen, wie FairTown.

Auf der deutschen Website gibt es einen Produktfinder mit Lieferantenlisten, bis hin zu Juwelieren, die mit fairem Gold arbeiten. Um die Bekanntheit des Fairtrade-Siegels weiter auszubauen, kann man sich unter "Aktiv werden" über stattfindende Aktionen informieren und natürlich selber daran teilnehmen.

Fairglobe

Fairglobe ist die Discounter-Eigenmarke des Fairtrade-Siegels von Lidl, ebenso wie "One World" von Aldi und "Think Fair" von Norma.

Seit Juni 2006 verkauft die Discounter-Kette Lidl in allen Filialen Deutschlands unter der Eigenmarke "Fairglobe" TransFair-gesiegelte Waren. Dazu zählen Produkte wie Bio-Röst- und Instantkaffee, Bio-Bananen, Bio-Honig, Orangensaft, Schokolade in den Sorten Vollmilch und Edelbitter, verschiedene Teesorten, Reis und brauner Rohrzucker.

Mit der Einführung von Fairglobe war Lidl die erste Handelskette, die ein komplettes Fairtrade-Sortiment unter einer Eigenmarke führt.

Weitere Infos zu den Fairglobe-Produkten gibt es unter lidl.de/de/fairglobe.

GEPA

Die GEPA ist kein Siegel, sondern eine Handelsfirma, die fair gehandelte Produkt einkauft und über - meist kirchlich getragene - Organisationen verkauft.

Sie war der erste Handelspartner von Fairtrade, hat aber später auf das Fairtrade-Logo verzichtet, weil es Unstimmigkeiten gab mit der Einhaltung von Richtlinien einiger Fairtrade-Produkte.

Fair-Siegel für Elektronik und Technologie

In der Elektronik-Branche ist es zu schwierig, erfüllbare Kriterien des Siegels zu erstellen. Die Fairtrade-Zentrale beantwortete (Stand Anfang 2015) die Anfrage der SHIFTphones-Hersteller so: Die Ausweitung des Fairtrade-Zertifikates auf Technologieprodukte sei schon einige Male erwogen worden, aber immer wieder verworfen worden, aufgrund der Undurchschaubarkeit des Mineralien- und Komponentenmarktes und den damit verbundenen Kosten.

Zur Anerkennung sei die Gewährleistung durch Transparenz und Kontrolle nötig, was den gesamten Produktions- und Handelsweg, von der Rohstoffgewinnung bis zum Transport beträfe. Das sei schon bei Lebensmitteln schwierig, aber bei Technologie ihrer Ansicht nach kaum zu realisieren. Das sei kaum alles vertraglich zu regeln.[4]

Auch die Firma Nager IT, die im Jahre 2009 mit dem Projekt "Fairmaus" - eine nachhaltig und fair produzierte Computermaus - begann, hat bis Mai 2015 noch nicht bis zu den Bedingungen der Rohstoffe in der Lieferkette vordringen können. Ansonsten hat das kleine engagierte Unternehmen eine vorbildliche Website bezüglich Transparenz und Nachhaltigkeits- und Fair-Kriterien. Sie vermittelt auch einen Eindruck von dem, was als Nachweis für Siegel so erwartet wird.

Das erste Smartphone, das das Umweltsiegel "Blauer Engel" erhielt, war das "Fairphone 2" im Oktober 2016.[5]

Weiterführendes

Artikel

Weblinks


 (Hilfe)

Autoren

Stefan (13) und Heike W. (10)  Jeder Autor hat seine eigenen Passagen zu diesem Artikel beigesteuert. Deshalb muss nicht jeder Autor alle Passagen des Artikels unterstützen.
Zahl in Klammern = Anzahl der Artikel-Bearbeitungen dieses Autors. Eine hohe Anzahl bedeutet nicht zwangsweise, dass dieser Autor auch viel Inhalt zum Artikel beigesteuert hat.

Einzelnachweise

  1. Chronik von Fairtrade, abgerufen am 30.12.2016
  2. Fairtrade Produzenten, Firmen-Chronik, abgerufen am 30.12.2016
  3. https://www.welt.de/dieweltbewegen/article115866146/Jedes-verkaufte-Produkt-hat-auch-ein-Gesicht.html N24-Artikel "Jedes verkaufte Produkt hat auch ein Gesicht"], abgerufen am 30.12.2016
  4. SHIFTphones-Forumsbeitrag von Oliver Heun, 1.2.2015
  5. Blauer Engel für das Fairphone 2 vom Informationszentrum Mobilfunk, abgerufen am 30.12.2016
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