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Crowdfunding

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Crowdfunding
Beim Crowdfunding erhält der Ideengeber Geld von vielen verschiedenen Leuten

Crowdfunding ist eine Methode der Geldbeschaffung, die vor allem über das Internet organisiert wird. Auf deutsch heißt "Crowdfunding" so viel wie "Schwarmfinanzierung".

Die Kapitalgeber sind Privatpersonen, die ein auf einer Plattform vorgestelltes Projekt unterstützenswert finden und das Projekt sodann mit Eigenkapital versorgen. Die Höhe der Unterstützung ist meist frei wählbar - von Kleinstbeträgen bis Investitionshöhe.

Bei Crowdfunding-Projekten ist es üblich ein Spendenziel zu vereinbaren, oft auch eine Finanzierungsschwelle dazu. Die Kapitalgeber müssen ihr Geld erst dann zahlen, wenn die Schwelle oder das Spendenziel erreicht wird.

Inhaltsverzeichnis

Video-Erklärung

Dieses Video erklärt wie Crowdfunding funktioniert:

Allgemeines

Im Crowdfunding erhält man ein "Dankeschön" für das zur Verfügung gestellte Geld. Mit der Auslieferung des Dankeschöns ist die Unterstützung abgeschlossen. Rechtlich gesehen kommt hier kein Kaufvertrag zustande, sondern es ist am ehesten wie ein Darlehen zu behandeln. Das bedeutet, man hat wie beim Privatdarlehen das Risiko, dass das Projekt fehlschlagen kann und man mit einen Ersatz für das gewählte Dankeschön rechnen muss.

Es gibt eine Vielfalt von Projekten: von der Schülergruppe, die einen 3-D-Drucker anschaffen will für ihre Schule, um in Schulprojekten ganz wirklichkeitsnah zu lernen bis zu Großprojekten wie Filme oder technische Geräte, die ein Unternehmer erfunden hat.

(Platt)Formen

In themenübergreifenden Plattformen kann es schwierig sein die Aufmerksamkeit möglicher Unterstützer auf sich zu ziehen. Deshalb gibt es inzwischen auch mehrere interessensgebundene Plattformen, die sich auf bestimmte Segmente fokussieren:

  • themenspezifisch zum Beispiel im Bereich Energie, Ökologie, Wissenschaft, Sport und andere Kategorien
  • regionale Plattformen

Die erste und auch größte deutsche Plattform ist Startnext.

Auch Banken haben Crowdfunding schon in ihr Angebot integriert - meist für soziale Projekte. Beispiele sind die GLS-Treuhand als Stiftungsgesellschaft der GLS-Bank mit der Gemeinschaftscrowd oder die BW-Bank mit der BW-Crowd.

Abkömmlinge des Crowdfundings sind

  • Crowd-Investing - hiermit werden gezielt Unternehmen mit ihren Projekten unterstützt und man erhält zum Beispiel Firmenanteile statt "Dankeschön".
  • Crowd-Lending - hier werden von den Investoren Darlehn vergeben.
  • Crowd-Spenden - hier werden Spenden für gemeinnützige Projekte gesammelt, ohne materielle Dankeschöns.

Bei der Suche nach einem geeigneten Modell hilft die Website crowdfunding.de.

Verbreitung und Erfolge

Die Crowdfundung-Aktivitäten nehmen in Deutschland seit Anfang 2011 kontinuierlich zu [1]. Die Erfolgsquote für Projekte auf den deutschen Crowdfunding-Plattformen ist bis 2014/15 auf 50 bis 60 Prozent angestiegen. Zum Beispiel ist das bis November 2015 erfolgreichste Projekt der Plattform "Start-next" die Kiron-Universität für Flüchtlinge, die einen Studienstart ohne Papiere ermöglicht: In einem Funding-Zeitraum von zweieinhalb Monaten kamen über eine halbe Million zusammen.

Beispiel "ShiftPhones - nachhaltige Smartphones und Phablets"

Ein gutes Beispiel für ein gelungenes Crowdfunding-Projekt ist das ShiftPhones-Projekt auf der Startnext.com-Plattform:

Der hessische Visionär Carsten Waldeck hatte den Traum von einem fair produzierten, nachhaltigen und vielseitiges Smartphone, das alles Nötige in guter Qualität und Größe hat und welches leicht und kostengünstig reparabel ist. Es sollte einen erweiterbaren Speicher haben für unterschiedliche Ansprüche und per Updates auf den neuesten Stand gebracht werden können. Es sollte einfach sein für Smartphone-Anfänger und Senioren, wie auch interessant für "Könner". Ein 7-Zoll-Tablet für die Jackentasche, mit dem man auch telefonieren kann, für einen Bruchteil der Kosten für gängige Modelle anderer Hersteller.

Trotz seiner innovativen Idee, hätte keine deutsche Bank Waldeck mit seinem kleinen Helfer-Team für dieses durchdachte Projekt Kredit gewährt, weil der Markt von asiatischen Firmen überschwemmt wird, die sich am marktwirtschaftlichen System orientieren: ihre Produktionsbedingungen interessieren die meisten Abnehmer genauso wenig wie die ökologische Verschwendung durch immer neue Nachfolgemodelle, die mindestens im Jahresturnus angeboten werden.

Auf der Plattform Startnext setzte Waldeck das Projekt SHIFT 7 auf die Entwicklungs- und Produktionskosten von 77.700 Euro an und bot den Unterstützern "Dankeschöns" in unterschiedlicher Höhe an - von 1 bis 500 Euro, darunter auch die Geräte selbst und optionales Zubehör.

Der zugesagte Geldbetrag wird von einem Treuhänder angenommen, bis feststeht, ob das Projekt innerhalb der angesetzten Frist die Finanzierungshöhe erreicht. Wenn nicht, wird es den Unterstützern zurückgezahlt. Zum Teil wird es auch erst abgebucht, wenn das Fundingziel erreicht ist.
In diesem Fall erbrachte das Crowdfunding innerhalb der angesetzten 3 Monate über 100.000 Euro und wurde somit tatsächlich eingezogen und dem Projekt-Initiator ausgezahlt.

Unterstützt wurde das SHIFT 7 -Crowdfunding-Projekt auch durch die Medien, die das Thema Crowdfunding plus "regionale" Smartphone-Firma aufgriffen - auch mit einem TV-Beitrag über das "deutsche Volks-Phablet aus Hessen". Auch erschien ein Artikel in der Erstausgabe des Print-Magazins "SHIFT" vom März 2015 (Zielgruppe junge, offene und engagierte Leute) das ebenfalls durch ein Crowdfunding-Projekt zustande gekommen ist.

Der Erfolg und die Begeisterung spornten Waldeck an zu Detail-Verbesserungen und einer Erweiterung des angebotenen Formats. Dafür benötigte er noch einen "Nachschlag" in Höhe von 10.000 Euro, was er mit einem sogenannten SHIFT-reloaded-Projekt wiederum auf der Startnext-Plattform einstellte. Dieses Finanzierungsziel wurde um fast 600 Prozent übertroffen, was Waldeck weitere Verbesserungen und Ausbau seines Sortiments ermöglichte. Im Dezember 2016 wurde ein weiteres Crowdfunding für das SHIFT12, ein faires modulares Tablet-Laptop, gestartet. Auch hier sollen die Supporter die einzigen Investoren sein.

Ein sogenanntes "Pitch-Video" ist hilfreich, um solch ein Projekt auf der Crowdfunding-Plattform vorzustellen und potentielle Klein- und Groß-Investoren animieren. Das Beispiel in diesem Falle ist der Trailer von C. Waldeck zu seinem SHIFT12-Projekt].

Der Online-Journalist und Blogger Daniel Höly gibt hier Tipps zum Erstellen eines Crowdfunding-Projekts, aus seiner Erfahrung mit seinem Crowdfunding-Projekt "Bookazin" SHIFT (welches aber nichts mit der Firma SHIFT-phones zu tun hat).

Mehr über SHIFTphones auch in diesem Artikel und im Artikel Arbeitsbedingungen. Der erste SHIFT-fair-report ist November 2016 veröffentlicht worden.
Mehr zu der unfairen Produktion von Apple-Geräten hier in diesem ZDF-Beitrags-Video.
Was man mit ungebrauchten Handys in der Schublade tun kann gibt es im Artikel Recycling zu lesen.

Beispiel "Mein Grundeinkommen"

Der Berliner Micha Bohmeyer hatte die Idee, über Crowdfunding auszuprobieren, wie man mit einem bedingungslosen Grundeinkommen lebt: unter dem Titel "Mein Grundeinkommen" gründete er einen Verein mit Spendenkonto. Immer wenn 12.000 Euro zusammengekommen sind, wird der Betrag unter den Teilnehmern ausgelost. Der Gewinner erhält dann ein Jahr lang monatlich 1.000 Euro.

Auch dieses Projekt startete auf der startnext-Plattform Von Juli bis September 2014 übertraf die Resonanz das Finanzierungsziel um mehr als das 4-fache. Damit waren die ersten 4 Grundeinkommen finanziert.

Beim Mitsammeln wurden auch das Punkte-Sammel-System Payback mit einbezogen: mit Hilfe einer "Crowd-card" können bei teilnehmenden Geschäften die Karten für die Einkäufe gescannt werden. Die Installation des Crowdbars erlaubt das Sammeln bei Interneteinkäufen. Die Punkte werden dann dem Vereinskonto gutgeschrieben.

Mitte März 2015 wurden in einer Talkshow "Kölner Treff" die Gewinner des 8. und 9. Grundeinkommens öffentlich ausgelost. Im Mai 2015 haben auf diese Weise fast 20.000 Menschen 12 bedingungslose Grundeinkommen ermöglicht. Im Dezember 2016 waren es bereits über 47.000 Menschen, die innerhalb von gut 2 Jahren 70 Grundeinkommen finanzierten. Inzwischen musste die ganze Organisation auf neue Beine gestellt werden.

Auf der website und einem Blog berichten Unterstützer, was sie gerne tun würden, wenn sie solch ein Grundeinkommen erhalten würden. Die Gewinner berichten auch über ihre Erfahrungen. Jeder kann mitmachen - sogar ohne finanziellen Beitrag.

Bedenkenswertes

Unerwartet große Erfolge können - nach Projektumfang - auch die Umformung und einen Ausbau der Unternehmensstruktur erforderlich machen (z.B. auch wegen der Haftung, Mitarbeiterstab). Dies kostet ein unkalkulierbares Maß an vorher nicht eingeplanter Zeit. Je größer das Projekt wird, desto eher sollte ein solides Firmen-Fundament geschaffen werden - was bei der Umsetzung zu Verzögerungen führt.
Vielen Unterstützern sind solche Hintergründe nicht bewusst - ein Aufkommen an Anfragen und Beschwerden (bis hin zu unfairen Unterstellungen) muss gegebenenfalls dann zusätzlich bewältigt werden.

Als Unterstützer eines Crowdfunding-Projekts sollte man sich im Klaren darüber sein, dass hier eine Idee beziehungsweise eine Person mit einem Projekt unterstützt wird - ein mehr oder weniger professionelles Klein-Unternehmen.

Wenn ein Dankeschön wie in diesem Falle auch das Produkt ist, darf man die Funktionsweise nicht mit einem Kauf des Produkts und entsprechenden Leistungs-Ansprüchen an Firma mit Lieferbedingungen verwechseln. Für die Unerfahrenen in der Crowd später ist der Hinweis hilfreich, dass das ganze wie ein Darlehen zu betrachten ist, in einem Entwicklungsprozess mit Variablen und Unwägbarkeiten. Das heißt, dass das Dankeschön auch erst nach etlichen Monaten verfügbar sein kann und möglicherweise auch abweichen kann von dem Avisierten - hoffentlich zum Vorteil.

Persönlicher Standpunkt von Heike W.

Hunderte Menschen haben dabei eine für sie wertvolle Idee verwirklichen können statt Konsumenten zu bleiben: Visionäre, Erfinder, Initiatoren, Mit-Träumer, Angestellte in Produktion und Vertrieb, Unterstützer und freiwillige Helfer. Das ist ermutigend in einer Wirtschaft, die überwiegend von anderen Interessen diktiert wird.
Geld direkt an Menschen und Projekt zu geben kann belebender und befriedigender sein als es auf der Bank zu lassen mit dem ungutem Gefühl darüber, wofür die Banken das Geld verwenden.

Dennoch ist es seltsam, wie viele Menschen selbstverständlich ein "billiges" Smartphone-Schnäppchen für 1€/Monat und jedes Jahr neu haben möchten. Und sie sind entrüstet, wenn man sie fragt, ob sie dafür denn auch 16-Stunden Fließbandarbeit unter Drill leisten und mit Selbstmordgedanken kämpfen wollen würden (wie in den kürzlichen Videos der Apple- und Samsung-Produktionen bekannt wurde). Die wenigsten scheinen mit einem bescheideneren aber menschenwürdiger hergestellten Alternativ-Produkt zufrieden zu sein.

Weiterführendes

Artikel

Videos

Weblinks

  • betterplace.org - Deutschlands größte Spendenplattform - "Die wahrscheinlich transparenteste Spendenplattform der Welt" Bleistift.png
  • crowdfunding.de - Crowdfunding-Informationsportal, unter anderem mit einer Liste von Plattformen Bleistift.png
  • germancrowdfunding.net - Branchen-Verband der deutschsprachigen Crowdfunding-Szene Bleistift.png
  • indiegogo.com - Die weltweite Finanzierungsplattform. Finanziere, was dir wichtig ist. Bleistift.png
  • kickstarter.com - Crowdfunding-Plattform für kreative Projekte Bleistift.png
  • lightrecycler.info - Mit Hilfe von Crowdfunding-Finanzierung auf Startnext sind lichtspeichernde Bausteine hergestellt worden, die in Zeiten von Stromausfall beleuchten können, oder als Nachtlicht benutzt werden können. Bleistift.png
  • oneplanetcrowd.com - Eine der größten ökosozialen Crowdfunding-Plattformen Europas Bleistift.png
  • selfstarter.us - Open-Source-Software um ein eigenes Crowdfunding-Projekt zu starten Englisch Bleistift.png
  • shiftbikes.de - Elektro-Roller (und demnächst Elektro-Klappfahrräder) mit Finanzierung über Crowdfunding Bleistift.png
  • spendenportal.de - Deutsches Spenden-Netzwerk für gemeinnützige Initiativen Bleistift.png
  • spendino.de - Fundraising über Internet, Handy und Social Media Bleistift.png
  • startnext.de - Startnext - die größte Crowdfunding-Community im deutschsprachigen Raum Bleistift.png

 (Hilfe)

Autoren

Heike W. (38) und Stefan (6)  Jeder Autor hat seine eigenen Passagen zu diesem Artikel beigesteuert. Deshalb muss nicht jeder Autor alle Passagen des Artikels unterstützen.
Zahl in Klammern = Anzahl der Artikel-Bearbeitungen dieses Autors. Eine hohe Anzahl bedeutet nicht zwangsweise, dass dieser Autor auch viel Inhalt zum Artikel beigesteuert hat.

Einzelnachweise

  1. http://www.fuer-gruender.de/kapital/eigenkapital/crowd-funding/monitor/
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