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Bestattung

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Bestattung
Urnenbestattung ist populär geworden, gern auch an Bäumen.

Die kulturelle Einstellung zum Tod spiegelt sich auch in den Bestattungs-Riten. Dazu sollen in diesem Artikel auch einige - meist unbekannte - Grundlagen zum Bestattungsgesetz in Deutschland an die Hand gegeben werden.

Ebenso sollen praktische Informationen für den Todesfall gegeben werden.

Inhaltsverzeichnis

Bestattungs-Riten

Bei der Trauerfeier zum Tode von Nelson Mandela (am 15.12.13) feierten die Menschen dort sein Leben, mit Tanz und Gesang. Sie beteten darum, dass die Ahnen ihn sicher geleiten würden.
Auch in Indien ist die Freudenfeier bei der Bestattung verbreitet. Im Westen ist dies besonders bekannt geworden durch die Osho-Anhänger (Sanyassin, was traditionell eigentlich ein Mönch ist).

Im Galileo-Wissensmagazin "Wie nimmt die Welt Abschied?" (vom 13.12.13) wurden Bestattungsformen anderer Länder vorgestellt:

  • Alt-traditionelle Bestattungsformen:
    • Borneo: im Dschungel sind Beerdigungen Freudenfeste. Einmal im Jahr werden die Knochen der Toten nach ca. 2 Jahren wieder ausgegraben und gewaschen. Von einem Priester werden alle Sünden vergeben und die Gebeine durch Rauch gereinigt. Mit der Übergabe in einen Dorf-Schrein können die Angehörigen jetzt ohne Trauer weiterleben.
    • Tibet - Himalaja: wegen der großen Kälte und Felsen ist Erdbestattung nicht möglich und Feuerholz zu kostbar. Daher werden bei der "Himmels"-Bestattung die Körper zerteilt und den Geiern übergeben, sodass das Fleisch noch andern Lebewesen dient. Nach ihrem Glauben wird die Seele des Verstorbenen erst mit der Vernichtung des Fleisches frei für die Wiedergeburt.
  • Moderne und skurrile Bestattungsformen:
    • Tokio: hier gibt es einen modernen Friedhof für ca. 7000 Urnen, der wie eine neuartige Bankschließfach-Anlage funktioniert. Bei Eingabe einer Pin-Nummer wird die entsprechende Urne aus dem Regal auf ein Band gestellt und damit in einen Andachtsraum transportiert. Das kostet dann auch mit 10.000 Euro nur die Hälfte der üblichen Bestattungskosten.
    • Hongkong: hier ehren die Asiaten ihre Verstorbenen mit der Verbrennung von Papier-gefertigten Materialien des Lebens wie Geldscheine fürs Jenseits, Konsumgüter, Lebensmittel-Packungen. Einmal im Jahr gibt es das Fest der "hungrigen Geister", um unruhige Geister gewaltsam Verstorbener zu besänftigen, die dann dem offenen Tor der Hölle entsteigen würden.
    • Nord-Thailand: aus dem Glauben an eine Wiedergeburt heraus wird hier vorab zum eigentlichen Tod schon einmal das schlechte Karma beerdigt. Hierzu legen sich die Menschen in einer von Mönchen geleiteten Zeremonie für kurze Zeit in einen offenen Sarg.
    • Taiwan: in manchen Landesanteilen engagiert man seit den 80ern auch eine Beerdigungs-Stripperin, besonders bei öffentlich zugänglichen "Event"-Begräbnissen. Dies soll auch den Geistern Unterhaltung bieten und sie milde stimmen bei der Ankunft des Verstorbenen.

Interessanterweise haben Bestattungsgewohnheiten weniger einen traditionell-religiösen Hintergrund sondern ganz einfach mit den örtlichen Bedingungen und Bodenverhältnissen zu tun: Friedhöfe dürfen hier nur auf bestimmten Bodenverhältnissen angelegt sein, die eine Verwesung erlauben. In hiesigem Lehmboden wären zum Beispiel die Körper noch nach 40 Jahren erhalten, und bei Umbettung nach 17 Jahren sahen Körper aus wie sogenannte "Wachsleichen". Daher werden nach Ablauf der Ruhezeit nur noch Urnen bestattet. Im Wüstensand allerdings reicht ein Tuch für schnelle Verwesung.

Bestattungsmodalitäten

Normalerweise wird beim Todesfall ein Arzt hinzu gerufen, der den Tod feststellt. Den sicheren Tod anhand der entscheidenden Merkmale - die bläulichen Todesflecken am Körper - kann er jedoch erst nach 2-3 Stunden feststellen. Das heißt praktisch, dass man ihn nicht mitten in der Nacht anrufen braucht. Und das bedeutet auch, dass diese Zeit problemlos gewährt werden kann zur Totenruhe, damit sich die Seele vollständig aus dem Körper lösen kann.

Ein seriöser Bestatter unterstützt Eigeninitiative für die Behandlung des Körpers wie Waschung und Ankleiden - allerdings nur bis zu einem gewissen Maß, soweit die Tätigkeit nicht schockierend wirken würde oder Tabus verletzt.

Warum ein Bestatter

Früher wurden die Bestattungen durch die Nachbarn durchgeführt - auch heute noch kann grundsätzlich alles selbst durchgeführt werden, auch Waschen/Ankleiden und das Tragen des Sarges. Jedoch weiß ein Bestatter um die Tücken, die im Laufe des Verfallsprozesses auftreten können, mit denen der unerfahrene Laienbestatter nicht wirklich konfrontiert sein möchte (zum Beispiel das Verschließen von Körperöffnungen und saugfähige Unterlagen). Und dies ist auch der Punkt, an dem sich Billig-Bestatter von Bestattern mit Berufsehre unterscheiden.

Ein Bestatter mit Berufsehre sagte einmal:

Wenn ein Bestatter davon abrät, den Angehörigen noch einmal anzuschauen,
ist dies ein Warnzeichen, dass unethische Dinge verborgen sein können -
von schlechter Hygiene bis zur Abrechnung von Leistungen, die gar nicht erbracht worden sind.[1]


Ebenso kennt der Bestatter die Formalitäten, den Handlungsbedarf in seiner Reihenfolge, deren Bearbeitung einen Betroffenen aus dem Abschied in eine Geschäftswelt bringen würden. Aus seiner Erfahrung kennt ein guter Bestatter auch Bedürfnisse, von denen der Angehörige vor und beim Tod noch nichts weiß.
Zum Beispiel ist das Bild eines Unfallopfers im Nachhinein immer besser gewesen als die Phantasie, die einen noch lange verfolgen kann. Der übliche "gute Rat", den Verstorbenen so in Erinnerung zu behalten wie er lebte, ist in der Wirklichkeit ein schlechter Rat.

Daher hat das Angebot und die Empfehlung eines Bestatters, den Verstorbenen noch einmal zu sehen, nicht nur einen berufsethischen Hintergrund sondern ist auch vorausschauend: Das Anschauen oder Handhalten beim verstorbenen Körper verhilft bei der Akzeptanz, der Wahrnehmung der Leere des Körpers (Des-Identifikation) und später bei der Verarbeitung des Todes Trauer. Letzteres wird leicht übersehen, weil man die Gefühle unbewusst abschaltet um der Notwendigkeiten willen - dennoch sind die Gefühle nur in den Untergrund verschoben und kommen später wieder zutage.

Es gibt auch von den jeweiligen Friedhofsverwaltungen her eine Zulassung von örtlichen Bestattern - das begrenzt den Zugang für ortsfremde "Internet-Billig-Anbieter". Wenn man einen guten Bestatter erlebt oder kennengelernt hat, kann man seine verantwortlichen Nachkommen entlasten mit einer Bestattungsvorsorge. Hierbei berät der Bestatter bei den Wünschen, legt eine Niederschrift der Wünsche an und bietet einen Vertrag zur Durchführung an.

Bestattungsgesetz

Der Körper des Verstorbenen darf 36 Stunden im Hause bleiben, wenn der Arzt dies für unbedenklich hält und dies für das Ordnungsamt bescheinigt.
Der Bestatter kann über Vorkehrungen informieren (wie Lagerung, Halt und das weglassen der wärmenden Bettdecke) und gegebenenfalls Vorsorge treffen mit Hilfsmitteln zur Körperkühlung.

Die Zeit von 3-4 Stunden bis zur sicheren Feststellung des Todes ist der Grund gewesen, weshalb eine Erdbestattung erst nach mindestens 24 Stunden vorgenommen werden sollte. Zugunsten der jüdischen und islamischen Traditionen ist dies auf die "innerhalb von 24 Stunden" ermöglicht worden. Totenasche muss innerhalb von 6 Wochen beigesetzt werden, falls man die Urne zunächst mit nach Hause nehmen möchte.

Der Bestatter ist gesetzlich verpflichtet, den Toten nur mit einem Totenschein überführen, da der Arzt feststellen muss, ob es ein ungeklärter Fall für die Polizei (Obduktion) oder ein Infektionsfall ist, für den besondere Vorkehrungen getroffen sein müssen. Er begeht eine Ordnungswidrigkeit, wenn der Arzt es eilig hat und die Totenzeichen nicht abwartet.

Die Zeiten, wo der Verstorbene sofort nach dem Tod aus dem Zimmer in den Keller neben die Mülltonnen geschoben wurden, ist vielerorts noch nicht lange vorbei - Bestatter haben mühsam ankämpfen müssen gegen unwürdige Arbeitsbedingungen.

Bestatter-Ausbildung

Zur Berufsausübung als Bestatter gibt es keine Berufsvoraussetzung, keine Ausbildung, nur die Anmeldung eines Gewerbes beim Ordnungsamt. Es wurde einmal angestrebt, ein Handwerk daraus zu machen, mit 3-jähriger Ausbildung und der Möglichkeit eines Meisters zur Betriebsführung - dies ist aber nicht zustande gekommen. Daher ist die angebotene Ausbildung nicht förderlich: fast alle Bestattungsunternehmen sind Familienunternehmen, die wenig Raum für Fremde haben, so dass es kaum Chancen am "Arbeitsmarkt" gibt damit.

Sinnvoller ist es, eine andere Ausbildung zu machen - entweder im pflegerischen oder im kaufmännischen Bereich, weil beide Fertigkeiten zur Berufsausübung benötigt werden. Die praktische Handhabung kann dann bei einem Bestattungsunternehmen erlernt werden in Form von Praktikum und Lehre. Mittlerweile gibt es Din-Vorschriften, nach denen man sich relativ einfach zertifizieren lassen kann - allerdings werden kaum Kontrollen durchgeführt, da Nicht-Bestatter nur ungern in einen Sarg schauen. Bestatter können also weitestgehend "im Dunkel" arbeiten. Auch sind eigene Arbeitsräume nicht selbstverständlich - oft muss ein Bestatter im Keller neben Waschbecken oder gemieteten Räumen arbeiten.

Vielerorts gibt es heutzutage ein Seminar "Hygienische Grundversorgung", das ein Mindestmaß von praktischen Fertigkeiten vermittelt und erläutert.

Persönlicher Standpunkt von Heike_W.

Der beste Film zum Thema Bestattung ist "Nokan - die Kunst des Ausklangs". Der verzweifelt arbeitssuchende Nokan bewirbt sich auf eine Anzeige "Die letzte Reise begleiten", im Glauben, dass es sich um ein Reisebüro handelt. Mit der Zeit entdeckt er seine Liebe zum Bestatterberuf und entwickelt eine Kunstfertigkeit, die die übliche Ächtung des Berufsstandes schließlich in persönliche Anerkennung umwandelt.

Absolut sehenswert nicht nur von der Ästhetik sondern auch mit vielen Praxis-Details und den vielschichtigen Reaktionen der Menschen auf Bestatter und Beerdigung.

Urnenbestattung

Der Anteil an Feuerbestattungen beträgt heute schon fast die Hälfte aller Bestattungen. Sie ist nicht CO2-freundlich, aber sie spart auch Platz, und man kann bis zu 5 Urnen in bestehende Gräber einfügen, da die Ruhezeit kürzer ist und die Resttiefe ausreicht. In östlichen Kulturen sagt man, dass die Seele ihre Substanz leichter aus dem Körper löst bei Verbrennung.

Zahngold: Seriöse Bestatter entfernen grundsätzlich kein Zahngold. Zahngold, das in der Asche von anonym Bestatteten gefunden wird, wird von seriösen Krematorien zu gemeinnützigen Zwecken abgegeben, wie die Zahngoldspenden bei Zahnärzten. Anderes wie mechanische Teile, Implantate wird recycelt.

Bei jeder Verbrennung wird ein bezifferter Stein beigelegt, die Kennnummer auf dem Urnensiegel angebracht und in den Akten archiviert. Auf diese Weise kann nachher eine Identifikation stattfinden.

Man kann mit dem Bestatter und Krematorium oft absprechen, dass man die Urne persönlich abholt. Man verpflichtet sich dabei zur Bestattung auf Nachweis innerhalb der örtlich geltenden Frist. In dieser Zeit kann man der Urne auch etwas persönliches (zur Erde gehörendes) beifügen.

Unter dem Stichwort "Bio Urne" findet man im Internet Versandhändler mit einem breiten Spektrum an Urnen, die z.T. aus abbaubaren Rohstoffen geformt sind und hübsch bemalt sind. Für den, der sich gar nicht trennen mag, werden auch Anhänger angeboten, in den ein kleiner Teil der Asche vom Krematoriums-Personal abgefüllt wird (Bestattungspflicht in Deutschland).

Da Friedhöfe auch im Wettbewerb stehen, haben viele unterschiedliche Angebote ermöglicht, besonders für Urnen: Baumbestattungen, Kolumbarien (Wände mit Urnen-Nischen) wie in Südländern üblich, Streuwiesen und anonyme Bestattungen in Blumenwiesen.

Bei anonymen Bestattungen sind übrigens schon etliche Urnen wieder ausgegraben worden, weil die Angehörigen später doch den Platz zum Trauern vermissten. Bei solcher Wahl gilt es auch die Bedürfnisse der Angehörigen zu berücksichtigen.
Bei anonymer Bestattung werden die Urnen gesammelt und zu unbekannter Zeit (zum Beispiel irgendwann nachts oder im Morgengrauen) in einer Wiese vergraben. Die genauen Plätze werden von der Friedhofsverwaltung nicht preisgegeben, um dem Wunsch nach Anonymität zu folgen - es gibt nur einen Trauerplatz am Beginn des Feldes.

Unter dem Stichwort "Bios-Urn" findet man Bio-Urnen mit einem Samen, z.B. von einer Pinie oder nach Wahl. Der Samen wird von den Mineralien der Asche genährt. Wenn irgendwo Wiederaufforstung möglich und erwünscht ist, dann ist das eine schöne Möglichkeit, selbst zu einem Baum zu werden. Erweitert wurde diese Idee zu einer Bios-Community, die auch Flächen anbietet und betreut. Zum Gedenken kann man das Verblichenen-Gewächs über eine App per Handy/Internet besuchen, als Wallpaper installieren.[2]

Bestattungskosten

Hat man eine Bestattungsvorsorge getroffen beim Bestatter der Wahl und mit Hinterlegung des entsprechenden Geldbetrages, hat man Angehörige sehr entlastet - oftmals haben diese keine Ahnung, was sich der Verstorbene gewünscht haben mag und wer benachrichtigt werden soll. Manche Versicherungen bieten auch eine "Sterbeversicherung" an, um die Finanzierung der Wünsche zu gewährleisten. Dabei wird meist eine Pauschalhöhe veranschlagt, zum Beispiel 5.000 Euro für eine Erdbestattung.

Feuerbestattungen sind preisgünstiger als Erdbestattungen oder andere Formen, da Ruhezeiten und Platzbedarf niedriger sind. Urnen können auch über dem Sarg eines begrabenen Angehörigen beigesetzt werden (soweit die Ruhezeit noch passt), da die Bestattungs-Tiefe geringer ist.

Zur groben Orientierung: Eine minimalistische Urnenbeisetzung (ohne Karten, Schmuckurne, Trauerfeier, Blumen, Grabstein) beginnt - mal grob veranschlagt - ab 2.000 Euro:

Materialkosten

Ein Sarg ist bei Kremation der Brennstoff, mit dem der Körper mit noch hohem Wassergehalt bei möglichst geringer Energiezufuhr verbrannt werden kann. Daher reicht ein Tuch nicht - es gelten Mindestanforderungen an Gewicht und Material.

Ein einfacher (Kiefern-) Holzsarg (der einen Baum mit bestimmtem Umfang erfordert) liegt bei etwa 600-800€. Ein minimalistischer Sperrholzsarg zur Verbrennung ist ab 350 Euro erhältlich. Dazu kommt eine Flüssigkeits-resorbierende Innenauslage.

Inzwischen gibt es auch günstigere Zellulose-Särge (Papier), die zur Ausstellung/Trauerfeier vor Kremation mit Motiven - auch von eigenen Fotovorlagen - bedruckbar sind. Der CO²-Wert ist nicht nur bei der Sarg-Herstellung erheblich geringer - auch bei der Verbrennung spart er 75 Prozent gegenüber herkömmlichen Holzsärgen ein.
Der hohe CO²-Wert bei Kremation gegenüber der von Erdbestattung spricht bisher gegen die Popularität der Feuerbestattungsform. Daher ist eine solche Wahl trotz leicht erhöhter Anbrenn-Energie deutlich Umwelt-entlastend. Auch kommt das Grundmaterial aus der Forstpflege statt von gefällten Bäumen. (Auch für Erdbestattung geeignet.)

Zum Sarg kommen Kissen, Decke von "schlicht" nur zur Verbrennung bis "hochwertig" zur Sarg-Ausstellung für Abschiednehmende. Kleidung und Obermaterial können auch selbst beigesteuert werden, sofern das Material den Vorschriften bezüglich Brennbarkeit oder Verrottungseigenschaften entspricht (z.B. Baumwolle, Leinen).

Bestatter-Leistung

Zu den Materialkosten kommen die

  • Hygienische Grundversorgung des Verstorbenen (selbst bei Waschen/Ankleiden durch Angehörige oder Pflegepersonal im Sterbebett müssen noch weitere Maßnahmen durchgeführt werden) und Einbettung in den Sarg.
  • Überführungen inklusive Personal (Abholung vom Sterbeort, eventuell in Pathologie, zum Krematorium, Urnen-Abholung beziehungsweise Versand) und Bewahrung bis zur Beisetzung.
    (Der Kremationsvorgang dauert circa 2 Stunden - unter Umständen kann die Urne auch an den nächsten Angehörigen ausgehändigt werden, der dann selbst die Bestattung binnen örtlich festgelegter Frist nachweisen muss.)
  • Betreuung am Tag der Beisetzung.
  • Erledigung von Formalitäten und Organisatorischem (was nicht zu unterschätzen ist), mit Beurkundung beim Standesamt:

Macht insgesamt grob mindestens 600 Euro, eventuell plus Schmuckurne und Trauerfeier nach Verbrennung.

Oft ist es auch möglich, dass der Bestatter einen Termin zur Verbrennung arrangiert beim Krematorium (z.B. nach bereits gebuchten Urlaub), damit die Trauernden der Verbrennung beiwohnen können. Dazu muss dann die Bewahrung des Leichnams in der Kühlung gerechnet werden.

Reine Gebühren

Folgende Gebühren werden vom Bestatter verauslagt:

  • Totenschein vom Arzt ( circa 50€),
  • Standesamt (für Sterbeurkunden: 3 inklusive, meist benötigt man etwa 7 Ausfertigungen)
  • Krematorium mit dortiger amtsärztlicher Pflicht-Untersuchung sowie schwarzer, versiegelter Überführungs-Urne
  • Friedhofsgebühren für Bestattung und Grabstelle

Das sind geschätzt 800 Euro (gegebenenfalls zuzüglich der Nutzungsgebühren der Trauerräumlichkeiten und späterem Setzen einer Grabplatte).

Sozial-Bestattung

Bei alleinstehenden Sozialfällen wird das Ordnungsamt beauftragt, das in diesem Falle eine einfache, meist anonyme Bestattung vorfinanziert, damit die Bestattung innerhalb der gesetzlichen Frist stattfindet. Oft geschieht dies als Sammelbestattung, zum Teil auch oberhalb früherer anonymer Sargbestattungen (bis zu 5 Urnen).
Häufig gibt es Freunde, Nonnen/Priester oder den Ausschreibungs-Bestatter, die ehrenamtlich für eine würdevolle Durchführung sorgen.
Danach sucht das Amt Angehörige, die zur Erstattung der verauslagten (Steuer-) Gelder herangezogen werden.

Wissenswertes

Digitaler Nachlass wie zum Teil zahlungspflichtige Internet-Accounts gehört genauso zur Erbschaft wie alles andere. Auch hier muss gekündigt, gelöscht werden oder auch innerhalb von 6 Wochen die Erbschaft ausgeschlagen werden, wenn Schulden in Spiele-Portalen übernommen werden sollen. Hilfreich ist auch hier eine Vorsorgevollmacht. Mehr Tipps wie man digitalen Nachlass verwaltet hier.

Ein Grabstein muss von der Friedhofsverwaltung genehmigt werden. Im Bestattungsgesetz ist eine Zertifizierung für eine öko-faire Beschaffung von Grabsteinen verankert worden, das heißt ein Nachweis des örtlich zugelassenen Bildhauers, dass kein Verstoß gegen Kinderarbeitsgesetze stattgefunden hat. Das kann übergangsweise auch durch eine Selbsterklärung der Bildhauer geschehen, die auf eine Stein-Beschaffung aus zweifelhaften Quellen verzichten. Indien als Haupt-Produktionsland hat das Abkommen allerdings nicht ratifiziert, ebenso wie einige andere Inselstaaten, die im Internet Grabsteine anbieten.

Steinmetze schicken den Entwurf zur Zertifizierung mit Bildnachweis ins Pfarrbüro oder die Stadt. Fremdansässige Steinmetze sind selten und wenn kein angebrachtes Siegel vorhanden ist, kann der Friedhof die Entfernung des Steins zulasten des Grab-Besitzers veranlassen. Eine Grabsteinplatte darf maximal 50 Prozent der Grabfläche verdecken, damit die Verwesung gewährleistet ist.

Islamische Traditionen: Sargpflicht ist bisher nur in Hessen abgeschafft worden, dass der Leib nur in Tücher gehüllt beigesetzt werden kann. Die Grabstelle muss so angeordnet sein, dass der Leib in der Seitenlage mit dem Gesicht nach Mekka beerdigt werden kann. Eine Grabpflege findet traditionell nicht statt, damit die ewige Ruhe gewährleistet wird. Für Friedhofs-Besucher sieht das dann ungepflegt aus. Die Grabstelle wird auf mehr als die übliche Zeit gekauft, weil dort auch nicht über-beerdigt werden darf.

Jüdische Tradition: Sobald der Tod eingetreten ist, werden die Gemeindemitglieder benachrichtigt. Der Tote wird auf den Boden mit den Füßen zur Tür gelegt, Spiegel verhängt und Fenster geöffnet, und die rituellen Handlungen vorgenommen. Gebot: Kein Parfüm oder Gewürze im Haus, die die Realität der beginnenden Verwesung verwischen würden. Nur Erdbestattung ist erlaubt: innerhalb von 24 Stunden mit den Füßen nach Osten; unnatürlich schnelle Beseitigung (Kremation) oder lange Aufbewahrung (Einbalsamierung) sind verboten. Für alle gleich ist das Musik- und Blumen-lose Begräbnis im einfachen, schmucklosen Sarg.
Das Grab wird einmal von der Familie gekauft auf Ewigkeit und nicht eingeebnet oder bepflanzt, um die Totenruhe nicht zu stören. Grabbesuche sind nur 1x/Jahr üblich, da das Judentum auf das Leben, das Hier und Heute ausgerichtet ist: Nur die Lebenden können Gott loben.

Weiterführendes

Artikel

  • Bestatter - auf dem Wiki für Pflegedienstleistende Bleistift.png
  • Fakten & Zahlen von 2014 - In der Pressemitteilung vom 15.12.15 wurde die Statistik über Todesfälle und Todesarten/-Ursachen veröffentlicht. Die Rate der Todesfälle ist 2014 gesunken. Bleistift.png
  • Leichen zu Kompost - Spiegel-Artikel (18/2015) über das amerikanische CO2-senkende "Urban Death Project", das mit Hilfe eines Leichen-Komposters arbeitet Bleistift.png
  • Neuer Öko-Sarg boomt: Die letzte Ruhe im Zellulose-Sarg - feelgreen.de über die Innovation der Regensburger Firma Nips-Arcum 2012: die auch lieblos genannten "Papp"-Särge zur Kremation, die erheblich umweltfreundlicher sind als herkömmliche Holzsärge. Bleistift.png
  • Nochmal leben vor dem Tod - Stern-Ausgabe 26/2003. Beate Lakotta beschreibt das Leben im Hospiz; mit einer eindrucksvollen Fotostrecke von Bewohnern vor und direkt nach dem Tod. Bleistift.png
  • Ratgeber über Särge - unter anderem über Material und Ausstattung Bleistift.png
  • Tod und Trauer - Themenseite der Sendung "Planet-Wissen" zu Trauer & Trauerwege, Sterben (klin./biol. Tod/Hirntod), Bestattungskultur, Selbsttötung und Mumien Bleistift.png
  • Warnung vor zu günstigem Bestattungs-Angebot - Eine realistische Aufschlüsselung eines unrealistischen Internet-Angebots Bleistift.png

Literatur

Videos

Filme

  • Nokan - Die Kunst des Ausklangs* - Ein Cellist gerät in den Beruf eines Aufbahrers - und entwickelt dies zur Kunst. Wundervolle Szenen mit der japanischen Anmut und allen Verrichtungen, die dazu gehören. Bleistift.png

Weblinks

  • bestatter.de - Bundesverband deutscher Bestatter e.V. - mit "was-zu-tun"-Liste, Bestatter-Suche (aus dem Verband) und vielen anderen Informationen Bleistift.png
  • bestattungen.de - Reichhaltige Information rund um das Thema Bestattung Bleistift.png
  • bestattungsplanung.de - Informationsportal für Bestattungen und Vorsorge mit vielen Details auch im Kostenbereich Bleistift.png
  • weg4u.de - Umfangreiche Info-Seite mit zum Teil unbekannten und bestrittenen Details, wie zum Beispiel Urnen-Aufbewahrung zu Hause Bleistift.png

 (Hilfe)

Autoren

Heike W. (24), Stefan (1) und JazzyT. (1)  Jeder Autor hat seine eigenen Passagen zu diesem Artikel beigesteuert. Deshalb muss nicht jeder Autor alle Passagen des Artikels unterstützen.
Zahl in Klammern = Anzahl der Artikel-Bearbeitungen dieses Autors. Eine hohe Anzahl bedeutet nicht zwangsweise, dass dieser Autor auch viel Inhalt zum Artikel beigesteuert hat.

Einzelnachweise

  1. Bei einem Bestatter-Seminar für Hospizangehörige bei Fa. Stokkelaar, Münster, im Mai 2015, Heike W.
  2. How to turn into a tree after you die - auch nach Deutschland lieferbar, z.B. hier
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